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Stadt Kempen
Kempen-West: Anwohner fürchten zusätzliche Verkehrsbelastung

Stadt Kempen: Kempen-West: Anwohner fürchten zusätzliche Verkehrsbelastung
Das künftige Wohnquartier im Kempener Westen könnte hier entstehen: im Bild die Einmündung des Mühlenwegs in die Straelener Straße. FOTO: Norbert Prümen
Stadt Kempen. Beim ersten Bürgerforum zu möglichen Neubauvorhaben im Westen von Kempen wurde klar, wo die Reise hingeht: Die Anwohner fürchten zu viel Verkehr und eine zugebaute Landschaft. Von Andreas Reiners

Drei Themenschwerpunkte sind für das weitere Planverfahren schon einmal ausgemacht: Die Erschließung eines möglichen Neubaugebietes im Kempener Westen - zwischen Straelener Straße und Ziegelheider Straße - interessiert die Bürger in besonderem Maße. Ebenso wird es darum gehen, wie die Bebauung auf der heutigen landwirtschaftlichen Fläche aussehen wird und ob und wie erreicht werden kann, dass die so genannten Freiräume für die Erholungsqualität der Kempener in der ehemaligen Landgemeinde erhalten werden.

Dieses Fazit kann man ziehen nach dem ersten Bürgerforum zu möglichen neuen Wohngebieten im Kempener Westen. Rund 90 interessierte Besucher waren dazu am Mittwochabend in die Mensa der Martin-Schule gekommen. Nach einer ausführlichen Einführung in die Thematik durch den Technischen Beigeordneten Stephan Kahl erläuterte Andreas Bachmann, Geschäftsführer des von der Stadt beauftragten Planungsbüro Pesch & Partner aus Dortmund, das nun angestoßene Planverfahren.

Die bisherigen Pläne für den Kempener Westen sind noch wenig konkret. Trotzdem stießen sie bei den Teilnehmern des Bürgerforums auf großes Interesse. FOTO: Prümen Norbert

Stadtverwaltung und Planungsbüro wollen die Bürger von Anfang an einbeziehen. Dazu dienen neben drei Bürgerforen - zwei sollen noch bis Jahresende folgen - drei Planungswerkstätten, an denen sich interessierte Bürger beteiligen können. Das Interesse scheint durchaus groß zu sein, an diesem in Kempen so erstmals praktizierten Verfahren mitzuwirken. Denn viele der Besucher meldeten sich für die erste Planungswerkstatt an. Sie findet am Dienstag, 11. Juli, 18 bis 21 Uhr, wieder in der Mensa der Martin-Schule (Kempen, Am Gymnasium 24) statt. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen und können sich unter anderem über die städtische Internetseite (www.kempen.de) informieren und anmelden. Im Vorraum zum großen Sitzungszahl des Kempener Rathauses am Buttermarkt werden die Pläne zudem ausgestellt.

Beim Bürgerforum am Mittwochabend wurde aus den Reaktionen des Publikums schnell deutlich, was den jetzigen Anwohnern in der westlichen Innenstadt sowie in Ziegelheide und Schmalbroich angesichts des geplanten Neubaugebietes Bauchschmerzen bereitet: Es ist der zusätzliche Verkehr, der durch ein Baugebiet mit insgesamt bis zu 800 geplanten Wohneinheiten (etwa 2000 Bewohner) verursacht würde. Außerdem sind Anwohner der ehemaligen Landgemeinde in Sorge, dass ihre Gegend zugebaut wird. Planer Bachmann konnte da zumindest schon mal beruhigen: Die Bauernhöfe bleiben in ihrer Struktur erhalten. Auch die Kleingartenanlage am Hausheckweg könnte in das Wohnquartier integriert werden. Außerdem soll es ausreichend grüne Freiräume - kleine Plätze oder Parks, Spielplätze oder Grün-anger - wie den an der Kreuzkapelle im Kempener Süden - geben. Auch über die Bau- oder Wohnformen muss noch diskutiert werden. Fest steht - und darauf machte auch Bürgermeister Volker Rübo aufmerksam -, die Stadt will im Kempener Westen auch preiswerten Mietwohnungsbau anbieten. Hochhäuser sind für das Wohnquartier ausgeschlossen, die Bebauung sollte nicht höher als dreigeschossig sein. Auch über die Infrastruktur - zum Beispiel Einkaufsmöglichkeiten, Kindergarten oder Schule - muss noch geredet werden. Die Stadt möchte möglichst viele Grundstücke selbst vermarkten, um günstigere Preise anbieten zu können. Noch ist die Stadt nicht im Besitz der notwendigen Anzahl an Flächen. Aber die Gespräche liefen, so Dezernent Kahl. Bürgermeister Rübo sicherte zudem zu, dass auch private Grundstückseigentümer aktiv werden könnten. Das Verfahren habe sich im Kempener Süden bewährt, so der Bürgermeister.

Auch wenn das Planverfahren derzeit noch am Anfang steht, die Stadt möchte bis zum Jahresende die insgesamt vorgesehenen drei Planungsphasen über die Bühne bringen. Am Ende soll eine Planungsvariante stehen, die dann im Zuge des gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren in einem rechtsverbindlichen Bebauungsplan mündet. Auch an diesem Verfahren sind die Bürger beteiligt.

Der Kempener Westen bietet nach Angaben von Dezernent Kahl einen Planungshorizont für die kommenden zehn bis 15 Jahre. Freiflächen in der Innenstadt gibt es kaum oder es ist für die Stadt schwierig, sie zu bebauen, wie das Beispiel Wiesenstraße zeigt. Hier kann die Stadt ihre Planung nicht realisieren, weil einige Anwohner nicht mitziehen und Flächen nicht abgeben wollen.

Quelle: RP
 
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