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Stadt Kempen
Kempener aktiv für saubere Umwelt

Stadt Kempen. Dem Müll auf die Spur gingen bei der Frühjahrsputz-Aktion am Samstag in Kempen wieder viele freiwillige Helfer. 27 Gruppen waren in Kempen, St. Hubert und Tönisberg im Einsatz. Die Teilnehmer füllten Dutzende von Müllsäcken. Von Bianca Treffer

Es ist kurz nach neun Uhr. "Jetzt müssten sie aber kommen", sagt Alexander Pegels. Kaum hat der Kempener diesen Satz ausgesprochen, tauchen die ersten Nachbarn aus verschiedenen Richtungen auf und steuern den Spielplatz Dinkelbergstraße an. "Wir machen heute zum ersten Mal beim Kempener Frühjahrsputz mit. Ich kenne solche Aktionen noch aus meiner Kindheit und finde sie sehr gut. Daher habe ich in der Nachbarschaft vorgeschlagen mitzumachen", berichtet der Familienvater, der sich mit Schaufel und Rechen ausgerüstet hat. Die Schaufel für den zu erwartenden Hundekot und den Rechen, um den Müll besser unter Sträuchern und Buschen herausziehen zu können.

Die im Bollerwagen sitzende Tochter Charlotte hat die gleiche Ausrüstung dabei, allerdings ein paar Nummern kleiner. Sina Pegels verteilt die ersten Handschuhe und Mülltüten. "Ich hätte gerne auch einen Linken", meint Dorothee Welter-Kotynski mit einem Grinsen und wedelt mit den beiden rechten Handschuhen in der Luft umher. Allgemeines Lachen ertönt. Ihr Mann René wundert sich indes über die großen Mülltüten. Falls man Ölfässer finden würde, passten diese direkt in die Tüten, wird gescherzt.

Ölfässer sind es weniger, aber jede Menge Kleinkram, der allein rund um den Spielplatz und in den umgebenden Grünanlagen zu finden ist. Getränkedosen, gefüllte Hundetüten, Verpackungsmaterial von Süßwaren und Flaschen gehören zur ersten Ausbeute. Weitere Tüten mit Hausmüll liegen gut versteckt hinter dem Trafohäuschen, wo René Welter-Kotynski sie entdeckt. Die Mülltüten der Sammler füllen sich. "Wenn etwas in der Nachbarschaft zusammen gemacht wird, dann bin ich gerne dabei", sagt Bianca Rother-Peters, die gerade leere Zigarettenpackungen aus dem Grün zieht. Charlotte hat derweil eine ganz besondere Aufgabe übernommen. Sie steht im Rutschenhäuschen des Spielplatzes und schaufelt mit Begeisterung den oben liegenden Sand eine Etage tiefer.

Mit insgesamt fünf Gruppen ist an diesem Vormittag die Nabu-Ortsgruppe Kempen-St. Hubert-Tönisberg unterwegs. "Im vergangenen Jahr waren wir nur eine Gruppe. Diesmal haben wir viele zusätzliche Helfer. Zudem haben wir die Flüchtlinge mit ins Boot geholt", sagt Georg Lüdecke. Husein Badawi ist einer der Flüchtlinge, der mit der Greifzange in der Hand mitmacht und fleißig Müll aufnimmt. Mit Englisch klappt die Verständigung dabei ganz gut. "Wir haben im vergangenen Jahr auch schon Äpfel auf den Streuobstwiesen mit den asylsuchenden Menschen gepflückt und gesammelt", berichtet Hans-Werner Reitz, während es die Tönisberger Straße entlang geht. Es scheint, als würden die Autofahrer hier ihren Müll während der Fahrt aus dem Auto entsorgen. "Wir wohnen selber hier. Unser Garten grenzt an die Straße. Der Müll hängt immer in den Hecken", sagt Christiane Reitz. Als wilder Entsorgungsplatz für Elektronikschrott entpuppt sich das Waldstück im Schadbruch. Sogar ein Fernseher gehört zu den Dingen, die Bürger in der Natur entsorgt haben.

Kurioses bietet auch das Gelände rund um die Wartsberg-Siedlung in Tönisberg, wo der Zechen-Förderverein, eine weitere Nabu-Gruppe und die Mietergemeinschaft Wartsberg/Moränenstraße unterwegs sind. Peter Kunz und Franco Spranzi haben gerade einen rechten Turnschuh in den Müllsack geworfen, als nur wenige Meter weiter Hans-Theo Gonsior und Klaus Hegmanns den passenden linken Turnschuh aufsammeln. Ein Stückchen weiter liegt ein Reifen im Gebüsch. "Vermüllt wird es sicherlich auch an der Autobahnbrücke sein", erinnert sich Harald Hausmann an die Aufräumaktion beim Wartsbergfest.

Teller, Joghurtbecher, Handschuhe, Trinkpäckchen und immer wieder gefüllte Hundebeutel sind es, auf die die Müllsammler stoßen. Dass es Mülleimer gibt, scheint denjenigen, die für diese Hinterlassenschaften verantwortlich sind, nicht bekannt zu sein - oder es interessiert sie einfach nicht.

Quelle: RP
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