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Stadt Kempen
Kempener wegen sexueller Nötigung verurteilt

Stadt Kempen. Vor dem Krefelder Amtsgericht ist gestern ein bisher nicht vorbestrafter 49-Jähriger wegen sexueller Nötigung zu einem Jahr mit Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss er 1000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Konkret sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Mann im Sommer vergangenen Jahres eine damals 18-Jährige im Pausenraum einer Fast-Food-Filiale in Kempen belästigt hatte. Der nun Verurteilte war damals Filialleiter des Unternehmens, die junge Frau seine Angestellte. Von Sonja Stemes

Der 49-Jährige habe die Mitarbeiterin laut Anklageschrift zunächst in ein Gespräch verwickelt, sie dann erst an der Hüfte berührt und anschließend auf Wange und Hals geküsst. Sie habe "sich ihm entzogen", und er wäre kurzzeitig aus dem Raum gegangen. Als er wiederkam, näherte er sich ihr jedoch erneut, küsste sie und griff ihr an die Brust und zwischen die Beine. Zudem habe er die schockierte 18-Jährige gefragt, ob sie noch Jungfrau sei. Schließlich habe er, so junge Frau, von ihr abgelassen, weil er "wohl Angst hatte, dass sich in dem Raum eine Kamera befinden oder jemand das Zimmer betreten könnte".

Der Beschuldigte bestritt sämtliche Vorwürfe. Er sei der jungen Frau an jenem Tag tatsächlich im Pausenraum begegnet, habe aber nur mit ihr geredet. Warum sich eine 18-Jährige denn so etwas ausdenken sollte, erkundigte sich der Richter. Das wisse er auch nicht so genau, "vielleicht wollte sie ja nicht, dass ich ihren Eltern erzähle, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz mit Jungs trifft". Diese Erklärung hielt der Richter für wenig glaubhaft. Die junge Frau habe nämlich erst gezögert, die Sache überhaupt zu melden. Vielmehr rief sie erst ihre ältere Schwester an und berichtete ihr unter Tränen von dem Vorfall.

Diese fuhr daraufhin, gemeinsam mit ihrem Mann zu der Fast-Food-Filiale. Beide sprachen dort mit dem Schichtleiter, der wiederum den mutmaßlichen Täter zuhause anrief. Der sei daraufhin zurück zum Unternehmen gekommen und habe ein Gespräch unter vier Augen mit der jungen Frau geführt.

"Er entschuldigte sich für sein Verhalten und bat mich, das Ganze auf sich beruhen zu lassen", sagte die Frau vor Gericht im Zeugenstand aus. Sie habe sich aber, weil ihre Schwester ihr dazu riet und "weil es einfach nicht richtig war, was er gemacht hat", zu einer Anzeige entschlossen.

Quelle: RP
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