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Gemeinde Grefrath
Kennenlernen bei Apfelkuchen und Vanillepudding

Gemeinde Grefrath. Das Banner mit der großen Aufschrift "Herzlich willkommen" und den vier bunten Händen zieht wie ein Magnet an. Immer mehr Menschen strömen am Willkommensgruß vorbei auf die Rasenfläche hinter der Grefrather Flüchtlingsunterkunft. Die meisten sind dabei bepackt mit Kuchenblechen, Schüsseln und Auflaufformen. "Wir kommen hier jeden Tag auf unserem Spaziergang mit dem Hund vorbei. Ich dachte mir, heute nutzen wir die Chance, mehr als nur Hallo zusagen. Eine schöne Gelegenheit, einmal Kontakte zu knüpfen", meint Manfred Dohr, der gerade einen von seiner Frau gebackenen Apfelkuchen auf dem langen Kuchenbüfett abstellt. Silvia Lohmann lädt indes Schokoladenmuffins ab. "Ich finde es fantastisch, wie positiv die Flüchtlinge hier aufgenommen werden. Vor 20 Jahren, als ich selber noch einen Asylkreis betreut habe, war das leider nicht so", lobt die ehemalige Grefratherin. Von Bianca Trefffer

Hervorgegangen aus dem "Runden Tisch Asyl" hat sich eine Gruppe um Eckhard Klausmann gebildet, die zu einem ersten internationalen Begegnungsfest eingeladen hat. Unter dem Titel "Zu Gast bei Freunden" stellte die Gruppe mit der Unterstützung vieler Bürger und Organisationen ein Fest auf die Beine, bei denen sich Flüchtlinge und Grefrather Bürger in lockerer Runde kennen lernen können. "Genauso haben wir uns dar vorgestellt", sagt Klausmann erfreut und lässt den Blick über die Rasenfläche schweifen. Unter Pavillons stehen liebevoll mit Blumen und Kerzen geschmückte Bierzeltgarnituren sowie Biertische an denen Dutzende von Bürgern sitzen oder stehen. Ein Stimmengewirr aus unterschiedlichen Sprachen ist zu hören. Bunte Wimpel flattern im Wind, am Grill ist das Jugendrotkreuz im Einsatz und ein Stückchen weiter, unter den Bäumen, sind Kinder unterschiedlicher Nationalitäten mit dem Malen von Bildern beschäftigt. "Wir haben uns gedacht, es muss auch ein Angebot für die Jüngeren geben", sagt Karin Rosenstengel von der Evangelischen Kirchengemeinde Grefrath.

Etliche Flüchtlinge und einheimische Grefrather studieren indes die ausgehängten Weltkarten, wobei Flüchtlinge zeigen, woher sie kommen und über welche Länder sie geflohen sind. Auf der großen Tafel, wo jeder Flüchtling eintragen kann, woher er kommt, ist fast kein Platz mehr: Iran, Bosnien, Pakistan, Albanien, die Liste der verschiedenen Länder ist lang. "Es ist einfach nur schön, wie wir hier aufgenommen werden. Ich kann nur Danke sagen", meint Jeton, der aus dem Kosovo stammt, in einem Deutsch-Englisch-Gemisch. Osman, aus Bosnien, kann sich dem nur anschließen.

Ob der Grefrather Senior, der mit dem Rad angeradelt kommt und beide Fahrradkörbe vollgepackt hat - vorne eine Kühltasche mit Vanillepudding und im hinteren Korb ein Kartoffelgratin - oder Werner Mülders, der mit seinen Sprachkenntnissen hilft, sie alle zeigen Engagement und verdeutlichen, dass die Flüchtlinge willkommen sind. Vor der Flüchtlingsunterkunft läuft inzwischen Musik, zu der mehrere tanzen und zwar bunt gemischt, Grefrather und Flüchtlinge.

Quelle: RP
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