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Stadt Kempen
Kerzen Engels mit neuer Betriebsstätte

Stadt Kempen. Die Kempener Kerzenmanufaktur Engels hat immer neue pfiffige Ideen. Nur so kann man sich gegen die in Fernost produzierten Kerzen behaupten. Jetzt werden neue Mitarbeiter gesucht. Von Willi Schöfer

Nicht erst seit Süsskinds Roman "Das Parfum" weiß man, welche Anziehungskraft von der richtigen Mischung des Alkohols mit den Riechstoffen ausgehen kann. Und wenn dann noch zu den Düften ein schönes Licht für ein entspanntes Ambiente sorgt, fühlt man sich so richtig wohl. Sei es in den eigenen vier Wänden oder beim Einkauf. Seit einiger Zeit arbeiten verstärkt Parfümeure und Designer daran, den Kerzen ganz neue und nachhaltige Duftnoten zu verleihen. Gemeint ist die Kerzenmanufaktor Engels, mit dem 51-jährigen Geschäftsführer Thomas Engels.

Wenn man die familiengeführte Manufaktur Am Selder 8 in der Thomasstadt betritt, Karl Wilhelm Engels hatte sie 1933 aus kleinsten Anfängen heraus aufgebaut, findet man allüberall und in zahlreichen Formen und Kombination die unterschiedlichsten Kerzen und Lichtobjekte. Von dünnen Spagetti-Kerzen über strukturierte Kaminlichter bis zu luxuriösen Duftkerzen im Kristallglas oder bereits in Tannen und Zapfenform die ersten vorweihnachtlichen Objekte.

Seit einiger Zeit ist etwas ganz Neues dazu gekommen, die Kreativ-Reihe "Sentimentals". Besondere intensive Duftkerzen, einzeln oder mit einem knisterndem Holzdocht im Glas, die es in zehn verschiedenen Düften gibt. Nur eine kleine Auswahl: Aloe Vera, Green Jasmin oder Seagrass. Sogar Duftanhänger, so genannte Charms, sind darunter, die man ins Büro, an die Garderobe oder ins Auto hängen kann.

Thomas Engels, der kreative Kopf des Unternehmens strahlt, als es das neue Sortiment erklärt. Nach Lächeln war ihm vor etwa zwei Jahren überhaupt nicht. Da große Einrichtungshäuser oder Lebensmittelkonzerne immer mehr in Fernost zu ganz anderen Lohnkosten Kerzen zur Inneneinrichtung oder zum Verkauf produzieren konnten, teilweise auch Engels-Innovationen abkupferten, war es immer schwieriger geworden, seine Produkte in großen Stückzahlen im In- und Ausland abzusetzen.

Hinzu kam, dass außerdem die Kirchenkerzen, mit der einst sein Großvater begonnen hatte, nicht mehr in dem gewohnten Umfang bestellt wurden. "Ich hatte auch kurz daran gedacht, ganz aufzuhören", gibt Engels zu.

Damals musste er die Mitarbeiterzahl von 65 auf etwa 50 reduzieren. Bis ihm die Idee dieser besonderen Duftkerzen gekommen war. Die Eigenmarke "Caluma" für große und namhafte Möbelhaus-Ketten machte den Anfang. Und bei internationalen Messen, so zuletzt bei der "Ambiente" in Frankfurt, interessierten sich immer mehr ausländische Firmen für die Manufaktur aus Kempen und für ihre innovativen Ideen, so unter anderem aus Australien, Mexiko und sogar aus Russland. Klare Sache, dass der Geschäftsführer auch im Februar 2016 zu Messen nach Paris und Dubai fährt.

Thomas Engels schaltete schnell, baute in seiner zweiten Betriebsstätte an der Schorndorfer Straße, die zuvor größtenteils ein Lager war, für die besonders duftenden Kerzen zwei jeweils 50 Meter lange automatisierte Produktionslinien. Erst gerade hatte sich ein 40-Fuß-Container auf den Weg nach Australien gemacht. Einige Mitarbeiter wurden schon neu eingestellt. Thomas Engels: "Bis zu zehn Mitarbeiter könnte ich noch gebrauchen, sie müssen handwerklich geschickt, kreativ, innovativ sein und auch eine gewisse Fingerfertigkeit haben."

Die Instandsetzungsarbeiten an der zweiten Betriebsstätte von Kerzen Engels sind noch im Gange. Jedenfalls schaut er wieder überaus positiv in die Zukunft. Zumal auch zuletzt namhafte Kristallglashersteller oder große Autohäuser seine Glas- und Wachskreationen bestellen und diese sogar mit ihrem Label in den Salons und Vitrinen als Hingucker präsentieren. Zukünftig will der Unternehmer die Nachhaltigkeit bei der Kerzenproduktion weiter ausbauen, so anstelle des Parafins biologische Produkte verwenden.

Quelle: RP
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