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Gemeinde Grefrath
Kinder brauchen viel Bewegung

Gemeinde Grefrath: Kinder brauchen viel Bewegung
Bei der Übergabe des Zertifikats (v.l.): Michael Keisers, Lars Bruckhans, Kindergartenleiterin Amelie Maxen und Michael Verspai. FOTO: achim hüskes
Gemeinde Grefrath. Die Oedter DRK-Kindertagesstätte ist jetzt ein offiziell anerkannter Bewegungskindergarten. Alle Mitarbeiter brauchen eine besondere Qualifikation. Partner als Sportverein ist der TuS Oedt. Von Eva Scheuss

Bewegung ist ein Grundelement kindlicher Entwicklung. Kinder laufen, hüpfen und klettern, was das Zeug hält - wenn man sie denn lässt, fördert und die Rahmenbedingungen stimmen. Sie erkunden dabei ihre Umwelt, werden selbstständig, selbstbewusst und entwickeln eine gute Körperlichkeit. Die integrative DRK-Kindertagesstätte Oedt hat sich Bewegung als Grundelement ihres pädagogischen Konzepts auf die Fahnen geschrieben. Die Einrichtung wurde nun als 28. im Kreis Viersen vom Kreissportbund offiziell als "Anerkannter Bewegungskindergarten" zertifiziert. Julia Reese, Vorsitzende der Sportjugend im Kreissportbund Viersen, überreichte unter dem Beifall von Eltern und Kindern die Urkunde und ein entsprechendes Türschild an Kindergartenleiterin Annelie Maxen.

"Kinderwelt ist eine Bewegungswelt", sagte Reese und richtete an die Eltern die Frage: "Wie oft bringen Sie Ihr Kind mit dem Rad in die Kita?" Gleichzeitig wurde der Turn- und Sportverein (TuS) Oedt 1884 als Kooperationspartner und damit "Kinderfreundlicher Sportverein" zertifiziert. Denn zu den Voraussetzungen für die Anerkennung gehört die Zusammenarbeit der Kita mit einem örtlichen Sportverein. Der TuS Oedt ist hier quasi schon Profi, er arbeitet bereits mit den Offenen Ganztagsschulen in Grefrath und Oedt zusammen. Von seinen 500 Mitgliedern sind 300 Kinder und Jugendliche. Er stellt der Oedter Kindertagesstätte seine Übungsleiterin Diana Botzen zur Verfügung. Sie bietet in der benachbarten Turnhalle Kleinkinderturnen an und nimmt das Kinderbewegungsabzeichen ab, eine Art Minisporturkunde für die Kleinsten. Die Zertifizierung ist quasi der Startschuss für eine Entwicklung, die sich wie ein roter Faden durch den Alltag der Kindertagesstätte ziehen soll. Jutta Bouscheljong vom Kreissportbund Viersen begleitet Einrichtungen, die sich auf diesen Weg machen. Sie erläutert, welche Qualitätskriterien damit verbunden sind. Neben einem Konzept, das Bewegungsförderung inhaltlich fest verankert, müssen alle pädagogischen Kräfte mit mehr als 25 Stunden Wochenarbeitszeit eine entsprechende Qualifizierung nachweisen. Zudem gilt es, jedem Kind täglich ausreichend Bewegungszeiten, sei es drinnen oder draußen, zur Verfügung zu stellen, "mindestens ein bis zwei Stunden", sagt Bouscheljong. Eine entsprechende Ausstattung gehört da auch dazu. In Oedt stehen den Kindern ein großzügiges Außengelände und ein neu eingerichteter Bewegungsraum zur Verfügung. Denn das, was eigentlich eine Selbverständlichkeit sein sollte, ist es schon längst nicht mehr. Bouscheljong berichtet über besorgniserregende Entwicklungen bei Kindern, die in die Kita kommen: "Es gibt vermehrt Verhaltensauffälligkeiten, die motorischen Fähigkeiten gehen zurück. Viele Kinder leider unter Konzentrationsmängeln, Haltungsschäden und Übergewicht."

Quelle: RP
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