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Stadt Kempen
Kinder entdecken das Pilgern

Stadt Kempen. In einem Workshop erfuhren Kinder, wie beschwerlich es war, im Mittelalter zu pilgern. Von Silvia Ruf-Stanley

Pilgern - und das mit Kindern? Das Thema lag jedoch angesichts der bald zu Ende gehenden Ausstellung "Das Haar der Maria" im Kramer-Museum nahe. Warum also sich nicht im Ferienworkshop einmal damit beschäftigen ?. Und richtig, zwölf Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sind gekommen, um sich auf eine ganz eigene Pilgerreise vorzubereiten.

Hier geht es allerdings nicht darum eine lange, oft abenteuerliche Pilgerreise, wie es sie oft im späten Mittelalter war, zu unternehmen, sondern etwas zu erfahren über das Wesen des Pilgerns und den Aufwand, den man damals dafür betreiben musste, aber auch welche Hoffnungen man damit verband. Petra Zilken und Doris Morawietz wollten dies in kindgerechter Form vermitteln.

So geht es an diesem Morgen zunächst an die Ausstattung der jungen Pilger. Aus Filz nähen sie sich ihre Pilgertaschen. Darin wird später der Pilgerausweis ihrer Reise kommen. Schon das Nähen der Tasche fordert Ruhe und Geduld. Das fängt beim Einfädeln der Wolle in die Nadel an und geht beim Nähen weiter. Geduld und Ausdauer sind halt Dinge, die zum Pilgern gehören, muntern Zilken und Morawietz die Kinder auf. Bei den Kindern sieht man auch noch etwas anderes, das zum Pilgern gehört. Sie helfen nämlich einander. So sind an diesem Morgen die Taschen schnell fertig. Darauf wird noch eine Muschel genäht, das traditionelle Pilgerzeichen.

Tim (8) hat sich ausgerechnet eine große Muschel ausgesucht. Trotzdem gelingt es ihm, das Loch zum Annähen der Muschel abzuschleifen. Stolz kann er auf sein Werk sein, so Morawietz. Steward (13) hat weniger Geduld. Statt Nadel und Faden möchte er lieber einen Tacker benutzen., aber den gab es nun mal im Mittelalter noch nicht. Letzte Woche war er in der Kinderbibelwoche, da wollte er diese Ferienwoche anders verbringen, erzählt er. Am Nebentisch sind Anna-Luisa (10), Nicolin (6) und Matthias (9) ebenfalls eifrig am Werk. Anna-Luisa ist aus St. Tönis und kommt extra mit dem Bus zum Workshop. Matthias ist zu Besuch bei den Großeltern in St. Hubert und fand das Angebot ebenfalls verlockend. Felicia (10), Hanna (10) und Natalia (6) sind inzwischen auch schon fast fertig mit ihren Taschen.

Als nächstes ist ein Ausflug in die Ausstellung geplant. Einige Teile der Schau werde sie erklären, berichtet Morawietz, aber nicht zu viel. Der Workshop soll vor allem Spaß machen und nicht zu viel Theorie enthalten. Deshalb geht es auch bald auf die Reise. Nämlich zu verschiedenen Stellen Kempens, die Pilger vielleicht früher auch gesehen haben. Das Kuhtor ist dabei, natürlich die Propsteikirche, die damals Ziel der Pilger war. Aber es geht auch zur Heilig-Geist-Kapelle, ein Heiligenhäuschen wird besucht und ganz am Ende steht der lange Weg bis zur Kreuzkapelle. Möglich wurde dieser Workshop für Kinder mit der Unterstützung des Geschichts- und Museumsvereins. Der nächste ist wird in den Osterferien 2016 stattfinden. Nach einigen Jahren ohne Ferienaktion werden diese jetzt wieder richtig gut angenommen, freut sich Doris Morawietz.

Quelle: RP
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