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Stadt Kempen
Kinder für die Natur begeistern

Stadt Kempen: Kinder für die Natur begeistern
Georg Lüdecke (rechts) und Peter Jeske vom Naturschutzbund Nabu waren kürzlich in der Kindertagesstätte "Spatzennest" in Kamperlings zu Gast, um die ausgeschlüpften Küken zu begutachten. Um die haben sich Erzieherin Ursel Gerlach und die Kinder Lukas, Milla, Moritz und Liam liebevoll gekümmert. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Mit verschiedenen Angeboten will die Ortsgruppe des Naturschutzbundes Kempener Kindergärten und Grundschulen ansprechen. Die ehrenamtlichen Umweltfreunde wollen Kinder für den Natur- und Umweltschutz sensibilisieren. Von Bianca Treffer

Wie aus Eiern Küken schlüpfen und wie diese wachsen, das haben die Kinder in der katholischen Kindertagesstätte "Spatzennest" am Eibenweg in Kamperlings gerade dank Georg Lüdecke von der Nabu-Ortsgruppe Kempen-St.Hubert-Tönisberg erlebt. Das war nicht nur ein besonderes Erlebnis für die Kindergartenkinder, sondern auch für die Naturfreunde. Denn für die Naturschützer war es eine Premiere. Mit dem Projekt "Küken" haben sie ihr Angebot rund um die Zielgruppe Kindergärten und Grundschulen erweitert.

"Es war eine gelungene Premiere. Kinder, Erzieherinnen und Eltern vom ,Spatzennest' waren begeistert. Die Kinder haben schon nachgefragt, ob sie die Küken bei mir besuchen dürfen", berichtet Georg Lüdecke über das große Interesse an dem Projekt, bei dem er der Kita Bruteier, eine Brutmaschine samt Wärmeplatte sowie eine ausführliche Anleitung zur Verfügung gestellt hatte. Dazu stand er für Fragen zur Verfügung. 21 Tage dauerte die Brutzeit, dann schlüpfte der Hühnernachwuchs. Die Küken blieben noch eine gute Woche in der Kita, danach ging es zurück in Lüdeckes Garten.

Die Nabu-Ortsgruppe bietet ein breites Angebot an Projekten für Kindertagesstätten und Grundschulen an. "Uns ist es wichtig, schon die Jüngsten anzusprechen und für die Natur zu begeistern. Mit unseren Angeboten sensibilisieren wir nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsene", sagt Peter Jeske, Sprecher der Nabu-Ortsgruppe. So gab es schon häufiger Anfragen von Eltern, um den eigenen Garten kindergerecht und naturnah zu gestalten und auf diesem Weg Insekten, Vögeln und Igeln ein Zuhause zu bieten.

"Vielen Hausbesitzern ist gar nicht klar, welchen Wert es hat, wenn man zum Beispiel in einer Ecke des Gartens die Brennnesseln stehen lässt, die eine Futterpflanze für Schmetterlingsraupen sind. Wenn ich das Überwintern der Schmetterlinge beschreibe, erfahren die Zuhörer auch, warum Ritzen in der Mauer wichtig sind und nicht abgedichtet werden sollten", sagt Peter Kunz, der in den Kindergärten das Projekt Schmetterling anbietet. Dazu bringt er ein Raupengespinst vom "Kleinen Fuchs" in einem Zuchtbehälter mit in eine Kita. Die Raupen müssen jeden Tag mit frischen Brennnesseln versorgt werden, weil dies ihre Nahrungsgrundlage ist. Die Kinder können die vier Raupenstadien erleben und sehen, wie die Verpuppung läuft, bevor ein Schmetterling aus der Puppe schlüpft. Danach geht es für den Nachwuchs vom "Kleinen Fuchs" in die Freiheit und Kunz erhält seinen 60 Zentimeter hohen und 40 mal 40 Zentimeter breiten Zuchtbehälter zurück. Wie beim Küken-Projekt gibt es eine Anleitung und Begleitmaterial in Form von Fotos der verschiedenen Stadien sowie mit Peter Kunz einen Fachmann, der bei auftretenden Fragen oder Unsicherheiten zur Seite steht.

Die Kinder lernen auf diesem Weg und erleben Natur hautnah. Gemeinsam in Kitas Blühstreifen anlegen, Nistkästen mit Grundschülern bauen, einen Flechtzaun aufstellen, eigenen Apfelsaft pressen - rund ums Jahr bietet die Ortsgruppe die verschiedenen Angebote an. Im vergangenen Jahr startete sogar ein Projekt mit der Astrid-Lindgren-Schule über ein halbes Jahr, das unter anderem Bestimmungen von Pflanzen und Früchten beinhaltet. Teilweise sind es dabei auch Projekte für Kinder und Eltern gemeinsam, wie der Bau von Fledermauskästen, bei dem Kita-Kinder und deren Väter gemeinsam an einem Nachmittag ans Werk gingen.

Neben diesen Angeboten hat die Nabu-Ortsgruppe auch eine eigene Kindergruppe, die sich regelmäßig trifft. Unter der Leitung von Uta van Ouwerkerk und Jörg Wiedeking sind die jüngsten Naturforscher im Einsatz, bauen Nisthilfen und sind im Naturschutzgebiet Schadbruch zwischen St. Hubert und Tönisberg unterwegs.

Quelle: RP
 
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