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Serie Mein Arbeitsplatz
Kindern auf die Welt helfen

Kempen. Dr. Hajo Wilkens hat einen Arbeitsplatz, an dem er nahezu täglich einen neuen Erdenbürger begrüßen kann. Der Mediziner ist Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des Kempener Hospitals zum Heiligen Geist. Von Bianca Treffer

Kempen Wenn Dr. Hajo Wilkens seinen Arbeitsplatz beschreiben muss, dann sind es direkt mehrere Bereiche, die darzustellen sind. Der Chefarzt der Station B 1, Gynäkologie und Geburtshilfe, des Kempener Hospitals zum Heiligen Geist ist nicht nur auf der Station selbst sowie im Kreißsaal und seinem Untersuchungszimmer anzutreffen, sondern auch in den Operationssälen. "Das Aufgabenfeld in der Gynäkologie und Geburtshilfe ist breit gefächert. Das macht dieses Berufsbild gerade so faszinierend. Es beginnt mit dem entstehendem Leben. Das hat kein anderer medizinischer Fachbereich zu bieten", sagt der Mediziner.

Sein normaler Arbeitstag beginnt in der Regel morgens kurz vor 8 Uhr, wenn sich die diensthabenden Ärzte aus der Nacht mit den Kollegen für die Tagesschicht im Büro des Chefarztes treffen. Alle müssen auf dem gleichen Informationsstand sein, bevor die neue Schicht anfängt. Danach geht es an die Einteilung des Personals. Es gilt, neben der Visite auch Operationssaal, Kreißsaal und Ambulanz zu besetzen.

"Frauen kommen in meine Sprechstunde. Es gilt unter anderem operationsvorbereitende Fragen zu klären, wenn es sich zum Beispiel um Brusterkrankungen oder eine Ausschabung handelt", erklärt Wilkens. Der Arzt nimmt an Sorgen und Nöten seiner Patientinnen Anteil. Er berät sie, schlägt Therapieformen vor und ist auch in Sachen Geburtsplan der erste Ansprechpartner.

Oft fühle er sich als Hausarzt der Frauen, denn schließlich gehöre auch die Vorsorge zu seinem medizinischem Spektrum, bemerkt der Chefarzt. Als Frauenarzt begleite man Patientinnen durch die verschiedenen Phasen ihres Lebens: Familienplanung, Verhütung, Vorsorge, mögliche Erkrankungen, Probleme des Alters wie Harninkontinenz - das Berufsfeld umfasst ein breites Spektrum.

Das Schönste in seiner Arbeitswelt aber sind die Geburten. "Jede Geburt ist etwas Besonderes und wenn der neue Erdenbürger geboren ist, dann ist das für alle ein erhebendes Gefühl", schwärmt Wilkens. 662 Geburten gab es im vergangenen Jahr im Hospital zum Heiligen Geist.

Der Chefarzt arbeitet auf der Station B 1 mit zwei Oberärzten, fünf Fachärzten und 20 Krankenschwestern zusammen. Er lobt die gute Zusammenarbeit. "Unsere Station hat ein tolles und engagiertes Team. Die Mitarbeiter fühlen sich wohl und das spiegelt sich auf unserer Station auch in der Atmosphäre wider", sagt Wilkens.

Neben dem normalen Dienst rund um die Station gehört der Hintergrunddienst ebenso zur Arbeit des Arztes. "Das heißt, ich stehe auf Abruf bereit und muss im Falle des Falles innerhalb kurzer Zeit in der Klinik sein", erklärt Wilkens. Da der Chefarzt in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses wohnt, ist das für ihn kein Problem. Zu Fuß ist er schnell auf seiner Station. Zwar sind immer ein Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus sowie der Anästhesist und OP-Schwestern, aber im Notfall soll zusätzliches Personal dazu kommen.

Als Chefarzt hat Hajo Wilkens auch sehr viel Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Er nimmt an Konferenzen und Sitzungen des Krankenhauses teil. Und wie für alle Mediziner spielt die Fortbildung eine große Rolle, damit er an seinem Kempener Arbeitsplatz immer auf dem neuesten medizinischen Stand zum Wohle seiner Patientinnen ist. Männliche Patienten sieht Dr. Wilkens eher selten. Zwar nehmen viele Männer an der Geburt ihres Kindes teil, aber für den Arzt werden sie erst zu Patienten, wenn sie bei einer Geburt schlapp machen.

Quelle: RP
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