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Stadt Kempen
Kindertheater im Rokokosaal: Atlantik passt in ein Bonbonglas

Stadt Kempen: Kindertheater im Rokokosaal: Atlantik passt in ein Bonbonglas
Britt Wolfgramm vom Figurentheater Marmelock aus Hannover begeisterte ihr junges Publikum mit der Kriminalkomödie "Wer hat den Atlantik geklaut?". FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)
Stadt Kempen. Im Franziskanerkloster startete die neue Spielzeit des Kempener Kulturprogramms. Von Bianca Treffer

Im Rokokosaal des Kempener Franziskanerklosters ist die Aufregung spürbar. Dutzende von kleinen Zuschauern haben auf roten Sitzkissen Platz genommen und beäugen voller Erwartung den gewaltigen Überseekoffer mit seinen bunten Aufklebern und den merkwürdigen, blau-weiß gestreiften Turm, der aussieht wie eine Badekabine. Doch was es damit auf sich hat, bleibt zunächst noch ein Geheimnis. "Ich möchte mit euch eine Reise machen und nach Amerika reisen. Seid ihr bereit?", will Britt Wolfgramm wissen. Ein lautes "Ja" ist die Antwort. Koffer packen muss niemand, nur mal kurz die Augen schließen, denn es geht in der Fantasie in das Amerika der 1930er-Jahre, genauer gesagt an den Strand von Jacksonville.

Mit geschlossenen Augen spüren alle den weichen Sand unter den Füßen, hören das Meer rauschen, die Möwen kreischen und fühlen den warmen Wind auf der Haut. Augen auf und alle sind am Atlantik gelandet und damit schon mittendrin in der Geschichte "Wer hat den Atlantik geklaut?" vom Figurentheater Marmelock aus Hannover. Vor den Augen der Kinder verwandelt sich die Badekabine in einen Kiosk, der direkt am Strand steht und aus dem Britt Wolfgramm herausschaut, um - begleitet vom herzlichen Lachen der Kinder - mit dem Staubwedel über Postkarten, Bonbongläser und Co zu fegen. Allerdings ist die Schauspielerin nicht sie selber, sondern Henriette Froschpott. Und die hat etwas ganz Spannendes erlebt, als sie klein war. Mithilfe von verschiedenen Marionetten erzählt sie die Geschichte von Mama Froschpott und den Geschwistern Harry, Billy und Henriette, die ihr Zuhause samt Kiosk verlieren sollen, weil der "Club der dicken Männer", allen voran Dr. Schmeerling und Herr Wampowski, dort ein Premium-Strandhaus bauen wollen.

Lautes Lachen, als Harry Dr. Schmeerling, der im blau-gestreiften Badelook, die dicke Zigarre im Mund, am Strand liegt, mit einer Feder an den Füßen kitzelt. Ungläubiges Staunen als er den Atlantik in ein Bonbonglas ablaufen lässt, weil - während das blaue Wasser ins Glas plätschert - das Meer vor den Augen der Kinder tatsächlich verschwindet.

Britt Wolfgramm lässt die Figuren leben, wobei jede einzelne der liebevoll gestalteten Holzfiguren ein Hingucker ist. Jede Person hat eine unverwechselbare Stimme, denn Britt Wolfgramm verändert ihre Stimme immer wieder problemlos. Gerade noch sind sie und die kleine Henriette aus Holz eine Figur, Sekunden später verkörpert sie mit Bewegung, Stimme sowie ihrer eigenen Mimik und Gestik die gütige Mutter Froschpott. Geschickt gibt die Puppenspielerin den kleinen Holzfiguren Bewegung und nicht nur eine Stimme. Immer wieder verwandelt sich die Badekabine dabei. Mal ist sie der Kiosk, dann der Strand mit Meer und Palmen. Ein Dreh, dazu das Aufklappen einer Tür und die jungen Zuschauer sitzen vor dem Bahnhofsgleis drei, auf dem rumpelnd der Zug einfährt und Britt Wolfgramm selber den Schaffner spielt. Für die jungen Zuschauer ist es dabei spannend zu erleben, wie die kleine Henriette den Atlantik-Dieben auf die Spur kommt und dafür sorgt, dass alles doch ein gutes Ende nimmt.

Das Figurentheater Marmelock bot für alle Kinder eine unvergessliche Reise, die schließlich wieder im Kempener Rokokosaal endete.

Quelle: RP
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