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Interview Sportfunktionäre Nehmen Stellung Zu Sportstätten-Verordnung
Klarer Fall: Gebühren sind nicht zu vermeiden

Kempen. Der Vorsitzende des Gemeindesportverbandes, Herbert Kättner, und Andreas Hillen, der Vorsitzende der Turnerschaft, äußern sich zum Thema. Sie fordern, dass alle Vereine gleich behandelt werden. Von Manfred Baum

Grefrath Alles andere als erfreut war Herbert Kättner (Vorsitzender des Gemeindesportverbandes) über die Vorgehensweise der Gemeinde bei der Zustellung des Entwurfes über die Satzung der Benutzung der gemeindlichen Sportstätten. In der Sitzung des Sport- und Kulturausschuss sei von dieser Satzung keine Rede gewesen. Doch am nächsten Morgen hatte Kättner den Entwurf auf seinem Schreibtisch. Die Vereine sollen pro Benutzungsstunde (Kinder und Jugendliche) sieben Euro und bei Erwachsenen zehn Euro zahlen. Sonstige Nutzer der Fußballplätze zahlen pro Spiel 50 und ganztags 200 Euro. Die Nutzung der Sporthalle Bruckhauser Straße kostet halbtags 100 und ganztags 200 Euro, die kleine Halle in Grefrath und die Oedter Turnhalle pro Stunde 20 und ganztags 100 Euro. Zwar hat Bürgermeister Manfred Lommetz erklärt, dass diese Zahlen nicht das letzte Wort seien, doch Kättner rechnet nicht mit massiven Senkungen, denn Grefrath will von der Aufsichtsbehörde (Kreis Viersen) den Haushalt genehmigt bekommen. Und da ist die Erhebung dieser neuen Gebühren Pflicht, denn Grefrath befindet sich im Haushaltssicherungskonzept. Auch Andreas Hillen macht keinen Hehl daraus, dass die Vereine zahlen müssen.

Wie soll die künftige Regelung aus ihrer Sicht aussehen?

Hillen Alle Vereine müssen gleich behandelt werden und die Gebühren zahlen, da darf es keine Ausnahme geben.

Aus Ihrer Sicht, Herr Kättner?

Kättner Auch Vereine aus dem kulturellen Bereich müssen zahlen, wenn sie Einrichtungen der Gemeinde Grefrath nutzen wie die Mooren-Halle, die Schul-Aula, das Oedter Rathaus, oder Räumlichkeiten der Schulen.

Was sagen Sie generell zu dem Entwurf ?

Kättner Wir kannten die Forderung der Kommunalaufsicht. Wir haben schon mit den Vereinsvertretern diskutiert im Rahmen unserer Jahreshauptversammlung, wir werden auch noch mit der Gemeindeverwaltung Gespräche führen. Überrascht waren wir, dass in der Sportausschusssitzung vorletzte Woche das Vorhaben nicht thematisiert wurde, ich jedoch am nächsten Morgen den Entwurf auf meinem Tisch hatte. Die Zahlen im Entwurf würden wohl rund 37.000 Euro einbringen. Die mögliche neue Satzung könnte Mitte dieses Jahres in Kraft treten, wenn der Rat sie verabschiedet hat. Verhindern können wir die Gebühren nicht.

Herr Hillen, Sie stehen dem größten Sportverein in der Gemeinde Grefrath, der Turnerschaft Grefrath, vor. Was bedeutet der Entwurf der neuen Satzung für Ihren Verein ?

Hillen: Ja, wir werden wohl der größte Zahler sein. Wir werden das akzeptieren. Es muss jedoch nicht nur fair und transparent diskutiert werden. Wichtig ist auch, dass die Solidargemeinschaft nicht kaputt gemacht wird.

Quelle: RP
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