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Stadt Kempen
Kleider im Schrank angezündet und großen Brandschaden verursacht

Stadt Kempen. 61-jähriger Kempener wurde vor dem Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Heute hat er sein Leben in den Griff bekommen.

Das Amtsgericht Krefeld verurteilte einen 61-jährigen Kempener, der mittlerweile in Krefeld wohnt, wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu einer Bewährungsstrafe in Höhe von einem Jahr und sechs Monaten.

Konkret hat der gelernte Diplom-Kaufmann im Dezember 2013 einen heftigen Streit mit seiner heutigen Ex-Ehefrau. Sie verließ daraufhin die zu diesem Zeitpunkt noch gemeinsame Kempener Wohnung. Der allein gelassene und angetrunkene Mann bespritzte daraufhin sämtliche Kleidungsstücke seiner Frau, die sich in einem Schrank befanden, mit Benzin und entzündete die Textilien, die in Flammen aufgingen.

Der heute 61-Jährige versuchte das Feuer mit Wasser zu löschen, was ihm aber nicht gelang. Schließlich entschied er sich, die Feuerwehr anzurufen. Die konnte den Brand zwar rasch eindämmen, es war aber bereits ein, so das Gericht "nicht unerheblicher Schaden" entstanden. Die gesamte Wohnung musste im Anschluss saniert werden.

Der Verursacher dieser Schäden zeigte sich vor Gericht voll geständig und reumütig. Ihn hätte damals eine Depression in die Knie gezwungen, die vor allem durch seine damals schon "am Ende" gewesene Ehe entstanden sei. Zudem war er beruflich, als selbstständiger Unternehmensberater, ebenfalls gescheitert. "Ich trank damals auch fast täglich Alkohol", ergänzte der nun Verurteilte. Nachdem seine Frau die Wohnung verlassen hatte, wäre er "total sauer" gewesen und wollte etwas, an dem sie hing, zerstören: "So kam ich auf die dumme Idee, ihre Klamotten zu verbrennen." Er habe einfach nicht nachgedacht, sich damals in einer "schweren Krise" befunden. Heute ginge es ihm wesentlich besser. Er sei zwar arbeitslos, habe aber nach Therapien den Alkohol und die Depression im Griff und sei ehrenamtlich für eine Firma sowie für die Flüchtlingshilfe tätig. Der Richter wertete es als positiv, dass der 61-Jährige versuche, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Es dürfe aber nicht vergessen werden, dass der Mann einen "massiven Brand" verursacht habe, bei dem ein großer Sachschaden entstanden sei: "Eine Bewährungsstrafe ist jedoch vertretbar, da Sie voll geständig, nicht einschlägig vorbestraft und auf einem guten Weg sind!"

(sste)