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Unterschlagene Hilfsgelder
Vater soll HIV-infizierten Sohn um 170.000 Euro gebracht haben

Fünf Fragen zu HIV/AIDS
Fünf Fragen zu HIV/AIDS FOTO: AP
Grefrath. Vom eigenen Vater um die staatliche Unterstützung gebracht: Das Amtsgericht in Krefeld geht einem schwerwiegenden Verdacht nach. Opfer soll ein HIV-infizierter Mann sein.

Ein Vater aus Grefrath am Niederrhein soll seinen HIV-infizierten Sohn jahrelang um insgesamt fast 170.000 Euro Hilfsgelder betrogen haben. Am Montag muss sich der 63-Jährige in Krefeld vor dem Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neben Betrug auch Urkundenfälschung vor: Um das Geld an Stelle des bedürftigen Sohnes auch nach dessen Volljährigkeit zu erhalten, soll der Angeklagte Briefe unter dem Namen des Sohnes verfasst und dessen Unterschrift gefälscht haben. Das dem Sohn zustehende Geld einer Bundesstiftung sei so ohne dessen Wissen auf das Konto des Angeklagten geleitet worden.

Der inzwischen rund 30 Jahre alte Sohn war durch ein verunreinigtes Blutprodukt infiziert worden. Seit 1994 wurde für ihn Geld ausgezahlt. Ab 2003 zog der Sohn in eine eigene Wohnung. Damit hatte der Vater keinen Anspruch mehr auf das Geld, weil er nicht mehr für seinen Unterhalt aufkam. Um zu verhindern, dass die Zahlungen nun an den Sohn gehen, habe er der Stiftung den Auszug verheimlicht.

Sämtliche Korrespondenz zwischen Sohn und Stiftung habe er durch gefälschte Unterschriften unterbunden. Die Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte mit HIV infizierte Personen in Bonn wird vom Bundesgesundheitsministerium beaufsichtigt und vom Bundesrechnungshof kontrolliert.

(dpa, skr)
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