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Stadt Kempen
Kreisarchiv: Die Kommunen sind gefragt

Stadt Kempen: Kreisarchiv: Die Kommunen sind gefragt
Noch steht nicht fest, was mit der Kempener Burg geschieht. Auf keinen Fall aber soll sie zur Ruine werden. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Der Kreis sei erst wieder gefragt, wenn die Städte mit eigenem Archiv sich eindeutig geäußert hätten. Das sagte gestern die SPD. Kempen möchte das Kreisarchiv unbedingt in der Thomasstadt behalten. Von Heiner Deckers

Konkrete Nachrichten in Sachen Kreisarchiv und Kempener Burg gibt es nicht, aber man habe es immerhin geschafft, die Diskussion über die Projekte voneinander zu trennen. Das sagte gestern SPD-Kreisgeschäftsführer Hans Smolenaers. Klar sei, dass man ein neues Kreisarchiv bauen müsse, ob für alle Städte oder nicht. Die Städte, die über ein eigenes Archiv verfügen - Kempen, Willich und Viersen - müssen sich Gedanken darüber machen, ob sie ihre Einrichtung behalten wollen. Der Kreistag sei erst dann wieder gefordert, wenn die Kommunen sich dahingehend geäußert hätten.

Erst wenn dieses Entscheidungen gefallen seien, so Smolenaers weiter, könne man sich Gedanken über einen neuen Standort für das Kreisarchiv machen. Was man auf alle Fälle brauche, sei ein Zweckbau, der modernen Anforderungen entspreche und für mehrere Jahrzehnte angelegt sei.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner, selber Kempener, wies darauf hin, dass die Stadt Kempen selbstverständlich ein ureigenes Interesse daran habe, ihre Archivmaterialien sorgsam zu konservieren. Das sei letztendlich aber auch eine Frage des Fachpersonals und der Finanzen. Wenn Kempen freilich daran interessiert sei, das Kreisarchiv in der Thomasstadt zu behalten, müsse die Stadt aufzeigen, wo dazu eine Möglichkeit besteht. Der Kreis sei, betonte Smolenaers, in keiner Weise festgelegt, was den künftigen Standort betrifft. Der Kempener Stadtrat hatte in diesem Zusammenhand erst in der vergangenen Woche eine klare Botschaft ins Viersener Kreishaus geschickt: Die Burg müsse das Herz Kempens bleiben und die 1984 zusammengelegten Archive von Stadt und Kreis müssten in der Thomasstadt bleiben - gegebenenfalls in einem Neubau.

Auf der anderen Seite stehen Überlegungen, was die Zukunft und die künftige Nutzung der Kempener Burg betrifft. Mit diesem Thema müsse man sorgsam umgehen, betonte Smolenaers. Die Burg gehöre zum Kempener Stadtbild, entsprechend müsse die Stadt sich bei diesem Thema auch einbringen. Schiefner wies auf eine Möglichkeit hin, die die SPD schon immer favorisiert habe. Man könne die Burg für die Bevölkerung öffentlich zugänglich machen und etwa Veranstaltungsräume für Konzerte, Ausstellen oder andere einrichten. Nicht im Ansatz verfolgt wurden im Laufe der Jahre gemachte Ideen wie Hotel und Casino. Auf alle Fälle, so kürzlich Bürgermeister Volker Rübo, gelte es zu vermeiden, dass die Burg nach Auszug des Archive leer stünde, wenn sich kein Investor finde, der das 600 alte Gebäude unter den schwierigen denkmalpflegerischen und städtebaulichen Rahmenbedingungen erwerben würde.

Quelle: RP
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