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Stadt Kempen
Kunst mit Maßstäben der Raumforschung

Stadt Kempen. Ingrid Filipczyk zeigt in der Produzentengalerie dreivier an der Moosgasse neue Arbeiten. Unter dem Titel "Kosmos" sind Werke entstanden, die durch digitale Bildbearbeitung verändert wurden. Von Silvia Ruf-Stanley

In den Kosmos geht die neue Ausstellung in der Produzentengalerie dreivier in der Moosgasse 9. Am Sonntagmittag wurde sie eröffnet. Leider war das kein glücklich gewählter Zeitpunkt, denn es kam nur eine Handvoll Besucher in die Räume von Ingrid Filipczyk und Maria Eliana Schwarzenberg. Es mag an der Mittagszeit gelegen haben oder auch am gleichzeitig stattfindenden Weihnachtsmarkt. So hat wohl der ein oder andere Besucher, den man sonst in der Galerie antrifft, den Weg gescheut. Überdies weilte Maria Elena Schwarzenberg noch in Chile und kommt erst diese Woche mit ihren Bildern zurück.

Sie habe erstmals mit digitaler Bildbearbeitung gearbeitet, so Filipczyk in ihrer Begrüßung. Bisher habe sie das immer abgelehnt. Aber dieses Mal war es ein reiner Zufall, der sie dazu brachte. Ein Bild, aufgenommen für eine Prüfung in ihrem Studium, reizte sie dazu. Erst war es nur ein Versuch, dann setzte die Faszination ein. Die Idee von "Kosmos" war geboren. Dabei hält sie sich an die altgriechische Bedeutung des Wortes. Das ist nicht nur die Weltordnung, sondern auch Schmuck, Glanz oder Ehre. Auf einmal wollte sie aus dem einen Bild Neues schaffen, in dem sie andere Filter benutzte. Sie wollte eine andere Welt darstellen - so drückte sie es jetzt aus.

Entstanden sind Bilder, auf die man sich einlassen muss. Das ursprüngliche Bild ist sehr hell, die neuen nehmen das in changierenden Grau- bis Weißstufen auf. Benutzt hat sie dazu Maßstäbe aus der Raumforschung und Physik. Aber gleichzeitig tragen sie schöne Untertitel wie Wolken, Spirale, Wind, Kristall, Rauschen und vieles mehr. Man darf und soll seine Gedanken beim Betrachten dieser Arbeiten spielen lassen.

Eine zweite Reihe zeigt sie, in der sie auch wieder mit dem Auge spielt. Diese Bilder lassen sich drehen und verändern dadurch den Blickwinkel. Und noch einen Versuch gibt es zu sehen. Erst ist es nur ein großes schwarzes Bild. Das stammt noch aus der Zeit der Dunkelkammer. Wenn man näher herantritt, sieht man, dass alle Fehler vorhanden sind, die man nicht machen darf. Da sind ein Lichtfleck im Schwarz, Fingerabdrücke und kleine Punkte zu sehen. Dann ist das Bild auch noch in einem nicht entspiegelten Rahmen. Ein geschickter Trick der Künstlerin, denn so ist der Betrachter auf einmal Teil des Bildes.

Es lohnt sich auf jeden Fall, die Ausstellung zu ruhigeren Zeiten zu besuchen. Zumal man ja noch gespannt sein darf auf die Werke von Maria Eliana Schwarzenberg.

Quelle: RP
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