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Stadt Kempen
Landjugend feiert 70-jähriges Bestehen

Stadt Kempen: Landjugend feiert 70-jähriges Bestehen
Der Vorstand der Landjugend freut sich auf das Jubiläum (v.l.): Kathrin Achten, Linda Genneper, Stephanie Driehsen, Andrea Kraus, Christian Seyen und Simon Genneper. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Die Katholische Landjugend-Bewegung Kempen hat in diesem Jahr ein Jubiläum. Geplant ist zum runden Geburtstag eine Feier in Schmalbroich. Längst stammen nicht mehr alle Mitglieder von Bauernhöfen. Von Bianca Treffer

650 Einladungen sind schon verschickt, und beim Vorstand der Kempener Landjugend steigt die Neugierde, wer sich denn wohl alles anmelden und zur großen Jubiläumsfeier kommen wird. "Herzlichen Dank für die Einladung zu eurer Jubiläumsfeier. Wahnsinn, schon so lange ist die Gründung her. Toll, dass es euch noch gibt", heißt es in einer E-Mail, die gerade bei Linda Genneper von einem ehemaligen Mitglied namens Elke aus Dülken eingegangen ist. Entspanntes Lachen ist zu hören, als die erste Vorsitzende der Landjugend die E-Mail in der kleinen Vorstandsrunde vorliest. "Es ist einfach klasse, solche positive Feedbacks zu bekommen. Wir haben alle aktuellen und ehemaligen Mitglieder sowie andere Vereine eingeladen und sind gerade bei den Ehemaligen gespannt, wer alles mitfeiern möchte", sagt Lina Genneper.

Aber auch ohne besondere Einladung sind alle Bürger herzlich willkommen, wenn am Samstag, 12. Mai, im Festzelt am Hotsweg 1 in Kempen das 70-jährige Bestehen der Landjugend gefeiert wird. Die Katholische Landjugend-Bewegung (KLJB) Kempen, wie die Vereinigung korrekt heißt, feiert dort ihr Jubiläum mit einem besonderen Programm und musikalischer Unterstützung von der Cover-Band "Abstrakt" aus Schwalmtal.

Was vor 70 Jahren als so genannter Jungbauernring begann, war einst tatsächlich nur für Jungbauern gedacht. Am 13. Januar 1948 versammelten sich die Jugendlichen aus dem ländlichen Schmalbroich bei Gerhard Thielen, um einen Jungbauernring zu gründen. Gleich 78 Gründungsmitglieder konnte die neue Vereinigung verzeichnen. Nach vier Jahren voller intensiver Arbeit gab es allerdings einen vorläufigen Schlusspunkt. Fünf Jahre später erfolgte in der gleichen Gaststätte ein Neustart, diesmal allerdings unter dem Namen Landjugend Schmalbroich. "Nach einem mehrjährigen Dornröschenschlaf" lautet so der erste Eintrag ins Protokollbuch am 25. Januar 1957, eingetragen von Schriftführer Hermann Cox in Schönschrift. "Das war mein Opa", berichtet Andreas Kraus, die heute selbst zweite Schriftführerin ist. Aus der Landjugend Schmalbroich wurde am 20. April 1971 die Landjugend Kempen. Seit dem 19. Dezember 1990 heißt es ganz offiziell KLJB und die Landjugend wird organisatorisch als eingetragener Verein geführt.

Damals wie heute ist die Geselligkeit wichtig. Dazu kommen die Allgemeinbildung und die Traditionspflege. Im Laufe der Jahrzehnte gab es zahlreiche von der Landjugend organisierte Feste, Fahrten oder andere Aktivitäten. Es entwickelte sich ein Verein, der allen jungen Menschen ab 16 Jahren offen steht, die sich für den ländlichen Raum interessieren und Spaß haben an einer Gemeinschaft, die viel unternimmt.

Mitglied in der Landjugend zu sein, bedeutet schon lange nicht mehr, dass man auch vom Bauernhof kommen muss. Ein ungeschriebenes Gesetz gibt es allerdings. "Es steht nicht in der Satzung, aber generell gilt: Man kann Mitglied in der Landjugend sein, bis man heiratet", sagt Christian Syben. 115 Mitglieder zählt die KLJB derzeit, wobei "nur zehn Prozent wirklich Landwirte sind", erklärt Simon Genneper.

Über mangelndes Interesse am Verein kann sich die Landjugend nicht beklagen. Das zeigt allein die Mitgliedszahl, die von 69 Personen vor zehn Jahren auf aktuell 115 gestiegen ist. Die Aktivitäten, zu denen unter anderem auch Fahrten etwa zur Grünen Woche nach Berlin oder das beliebte Ferkelrennen gehören, begeistern. Etwas gemeinsam zu organisieren und zu feiern, das kommt an. Die Kosten für die Mitgliedschaft liegen bei 25 Euro pro Jahr. Auf das Jubiläum bereitet sich die Landjugend seit rund einem Jahr vor. Alte Protokollbücher wurden aus dem Archiv geholt, denn unter anderem wird eine Festschrift erstellt. 50 Mitglieder üben zudem einen Jubiläumstanz ein, der einen Rückblick auf 70 Jahre Musikgeschichte beinhaltet. Eins ist sicher, langweilig wird es bei diesem Jubiläum auf keinen Fall.

Quelle: RP
 
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