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Kreis Viersen
Landwirte haben viele Fragen zum Fracking

Kreis Viersen. Experten erläuterten beim CDU-Agrarausschuss die umstrittene Schiefergas-Förderung.

Der Vorster Landwirt Peter Joppen bleibt Vorsitzender des CDU-Kreisagrarausschusses - der Vereinigung von Landwirten in der CDU. Er wurde wie die weiteren Vorstandsmitglieder bei der jüngsten Mitgliederversammlung in Vorst einstimmig im Amt bestätigt. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Dr. Karl Thoer (Leiter der DeuLa Kempen), Schatzmeister Bernd Wolfs (Geschäftsführer der Warengenossenschaft Schwalm-Nette) und Christina Kothes Schriftführerin. Vervollständigt wird der Vorstand durch 15 Beisitzer.

Die Mitglieder-Versammlung wickelten Peter Joppen und die stellvertretende Landrätin Luise Fruhen als Wahlleiterin zügig ab. Gleichzeitig hatte der Vorstand des Kreisagrarausschusses den Termin genutzt, um ein anderes Thema zu bearbeiten: "Landwirtschaft und Fracking": Er hatte mit Dr. Peter Westhof und Mario Dreier zwei Fachleute der Firma Wintershall eingeladen, die die umstrittene Technologie vorstellten. Der Hintergrund: "Der Vorstand hatte sich schon einmal mit den beiden getroffen und wir fanden die Informationen sehr interessant. Das wollten wir den Mitglieder darstellen", so Joppen. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete und Agrarexperte Hubertus Fehring war nach Vorst gekommen.

Wie Experte Dreier erläuterte, werde Fracking bereits seit 1945 betrieben. Es gebe weltweit schon etwa 2,5 Millionen Bohrungen mit dieser Methode. In Deutschland sei die Methode seit 1961 mehr als 300 Mal angewandt worden, bis sie 2011 aber aufgrund der öffentlichen und politischen Diskussion auf Eis gelegt worden sei. Beim Fracking unterscheide man zwischen dem konventionellen "Tight Gas-Fracking" und dem Fracking zur Gewinnung von Schiefergas. Tight Gas ist Erdgas, das sich in wenig durchlässigen Gesteinen gesammelt hat und nicht frei zu einer Bohrung strömen kann. Die Tight Gas-Förderung gehöre längst zur Energieversorgung in Deutschland. Anders ist die Situation bei Schiefergas: Dieses Gas ist überwiegend an die Oberfläche der Gesteinspartikel gebunden - eine Förderung ist aufwendiger, da in der Regel mehrere Fracs (englisch für "Riss") je Bohrung platziert werden müssen, damit sich das Gas sammeln kann. Bei der Veranstaltung wurde klar, dass das Verfahren noch nicht so entwickelt ist, dass sich in Deutschland die strittige Schiefergas-Förderung mit Fracking lohnt. Auf der anderen Seite beunruhigt die Landwirte aber, dass die Konzerne sich schon Fracking-Suchrechte gesichert haben. Westhof erklärte, dass nach der momentanen wie auch der künftig angedachten Gesetzeslage der Kreis Viersen vom Schiefergas-Fracking zunächst einmal überhaupt nicht betroffen ist, denn derzeit wird das Verfahren in Deutschland nur in konventionellen "Tight-Gas" Lagerstätten betrieben. In Schiefergas-Lagerstätten sind zu Forschungszwecken nur Sondierungsbohrungen zulässig.

Die Landwirte hatten mehrere Fachfragen, Herwig Scholz von der Landwirtschaftskammer erkundigte sich unter anderem danach, ob die Fracking-Bohrlöcher danach auch für Geothermie genutzt werden könnten.

Quelle: RP
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