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Stadt Kempen
Landwirte wünschen sich viel Regen

Stadt Kempen: Landwirte wünschen sich viel Regen
Zwar hat es kürzlich etwas geregnet, doch sind die Böden nach wie vor sehr trocken. Das erschwert die Kartoffelernte massiv. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Die immer noch trockenen Böden führen bei der anstehenden Ernte der Spätkartoffeln, bei den Zuckerrüben oder bei der Aussaat des Getreides zu großen Problemen. Auch die Preise für die Ernte sind gefallen. Von Willi Schöfer

Könnte sich Kreis-Landwirt Christian Küskens das Wetter für die kommenden Wochen aussuchen, würde er sofort ordern, sein Wunsch: Wenn es jetzt erst einmal einige Tage regnen würde, dann etwas Zeit verstreiche, dass der Boden darauf reagieren kann und dann in relativ kurzen Intervallen weiteres Wasser von oben. Die trockenen Böden führen gerade bei der Ernte der Spätkartoffeln, bei den Zuckerrüben oder bei der Aussaat des Getreides zu großen Problemen.

Bei der letzten Weizenernte spricht Küskens sogar davon, dass es die schlechteste Ernte seit nahezu zehn Jahren gegeben habe, allerdings aus einem anderen Grund. "Das fing beim Weizen eigentlich gut an. Bis zu dem Zeitpunkt, als dieser fast reif war und dann im Juni/Juli die Schlechtwetterperiode kam, dadurch konnte sich das Korn fast überhaupt nicht entwickeln", sagt Küskens weiter. Auch die Preise seien derzeit im Keller. "Derzeit wird beim Weizen für einen Doppel-Zentner etwa 14,50 Euro gezahlt, vor einem Jahr waren es rund zwei Euro mehr."

Die Saat der Gerste sei größtenteils drin, jetzt komme es bis zum Dezember hinein zur Aussaat des Weizens. Mittendrin sei die Rübenernte. Bei den Rüben schätzt Küskens den Ertragsverlust durch die viel zu trockenen Böden auf etwa zehn Prozent. "Die Spitzen bekommen wir überhaupt aus dem Boden, und bei der Ernte der Spätkartoffel gibt es dadurch ebenfalls beim Roden erhebliche Probleme" kommentiert er weiter. Ohne eine vorherige Beregnung, die glücklicherweise in den hiesigen Regionen nahezu überall möglich sei, kämen die Greifer überhaupt nicht da rein. Was mit zusätzlichen Kosten verbunden sei, so beim Diesel oder Strom.

"Die Erträge werden in diesem Jahr schlechter als sonst", sagt der Kempener Ortslandwirt Peter Josef Coenen. Auch er muss seine Kartoffeln und Rüben beregnen, um sie dann herausholen zu können. Das ganze Jahr sei, so Coenen, vom Klima her sehr schwierig gewesen. Im Frühjahr zu trocken, dann etwa sechs Wochen zu nass und danach bis heute extrem trocken, wodurch sich der Boden in vielen Bereichen verdichtet habe. Die Beregnung auf den Rot- und Weißkohlfeldern würden jetzt eingestellt, Coenen: "Das Wasser bringt jetzt auch nicht mehr viel, weil die Rüben bei den kalten Temperaturen in den kalten Nächten nicht mehr weiter wachsen." Bald werde mit der Kohl-Ernte begonnen, diese ziehe sich dann bis Anfang Dezember.

Beim Kartoffelhof von Hans Leo Sieben in Clörath, zwischen Anrath und Vorst gelegen, ist die Hauptarbeit für dieses Jahr getan. Dort wurde eifrig und großflächig bewässert. In der vergangenen Woche wurde die letzte Ernte eingebracht Insgesamt belief sich der Ertrag auf den etwa 50 Hektar auf jeweils 50 Tonnen, eine mittlere Quote. "Ein leichter Rückgang nach einem Jahr voller Extreme" stellt der Senior-Chef fest. Dabei sei man durch die Bewässerung in den vergangenen elf Wochen noch relativ gut über die Runden gekommen. Etwa Sorgen hätten ihm aber die sechs Wochen Nässe Mitte des Jahres gemacht. Die Pflanze konnte das Wasser gar nicht so schnell aufnehmen, so dass es zu zahlreichen Wachstumsrissen gekommen sei. Die Preise bewegten sich derzeit, so Sieben, für die regionale Kartoffel in den Märkten im mittleren Bereich, lägen bei der 2,5 Kilogramm-Tüte derzeit so um die 2,50 Euro.

"Ich mache das schon fast 50 Jahre, aber solch eine extreme Trockenheit wie in den vergangenen elf Wochen habe ich noch nie erlebt", sagte der WIllicher Ortslandwirt Theo Heyes, der unter anderem in diesem Jahr etwa 55 Hektar Kartoffeln angebaut und diese schon reingeholt hat. Aufgrund der regelmäßigen Bewässerung sei es ein Jahr von mittlerem Ertrag gewesen; extrem schlecht war es aber bei den Rüben. Und der 65-Jährige spricht dennoch von "glücklichen Umständen", meint damit die Möglichkeit des Bewässerns auf den hiesigen Feldern und meint: "Wenn man hingegen bedenkt, dass die Landwirte am Abbaugebiet von Rheinbraun überhaupt keine Möglichkeit haben, an das bis zu 300 Meter tiefe Grundwasser zu kommen."

Quelle: RP
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