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Gemeinde Grefrath
Liebfrauenschule kämpft um den Erhalt

Gemeinde Grefrath: Liebfrauenschule kämpft um den Erhalt
Für die Liebfrauenschule in Mülhausen wird ein neuer Träger gesucht. Der Orden der "Schwestern Unserer Lieben Frau" kann die Schule nicht mehr halten. FOTO: Hüskes
Gemeinde Grefrath. Der Orden der Schwestern Unserer Lieben Frau ist auf der Suche nach einem neuen Träger für das katholische Gymnasium in Mülhausen. Erste Gespräche sind angelaufen. Es wird nach einer tragfähigen Lösung gesucht. Von Bianca Treffer

Der Orden der "Schwestern Unserer Lieben Frau" will die Trägerschaft für die Liebfrauenschule Mülhausen abgeben. Nachdem er knapp 130 Jahre als Träger die Geschicke des traditionsreichen Gymnasiums bestimmt hat, soll diese Ära nun ein gutes Ende finden. Der Hintergrund ist in der Altersstruktur des Ordens zu sehen. Das durchschnittliche Alter der Schwestern liegt bei 79 Jahren. Bislang ist es so, dass die Liebfrauenschule Mülhausen gGmbH als Schulträger fungiert. Schwester Petra ist dabei die kaufmännische Geschäftsführerin und Schulleiter Lothar Josten der pädagogische Geschäftsführer.

"Der Orden ist der einzige Gesellschafter der gGmbH. Wir haben immer gehofft, dass wir weitere Gesellschafter mit in die gGmbH hätten aufnehmen können. Aber das ist nicht der Fall", sagt Provinzoberin Anneliese Stelzmann. Die Schwestern haben nun Kontakt zu den Maltesern aufgenommen, die bereits ein Gymnasium des Ordens in Büren im Jahr 2012 übernommen haben. Ein weiteres Gymnasium in Vechta sowie das dortige Berufskolleg, die sich ebenfalls in der Trägerschaft der Schwestern befanden, haben mit dem Bischöflich-Münsterschen Offizialat im Jahr 2014 einen neuen Träger erhalten. "Wir haben seit 2008 mehrere Schulen abgegeben und wissen, dass die Verhandlungen lange dauern können. Aber wir bleiben dran. Wir können für unsere Schulen nicht alle Verhandlungen gleichzeitig führen, sondern arbeiten uns Stück für Stück vor", erklärt die Provinzoberin im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Jetzt ist die traditionsreiche Schule in Mülhausen an der Reihe. Wobei es gilt, einen Träger für die Schule und die Schulimmobilie samt dem zur Schule gehörenden Grundstück zu finden. Die Malteser stünden einer Übernahme positiv gegenüber, wenn der Kreis Viersen oder die Gemeinde Grefrath die Immobilie übernehmen würden. In der Verwaltungskonferenz des Kreises Viersen weiß man um die Bemühungen der Schwestern, einen neuen Träger zu finden. "Die Liebfrauenschule Mülhausen ist eine hervorragende Schule. Sie gehört zu den besten im Kreis Viersen", lobt Kreisdirektor und Kreischuldezernent Ingo Schabrich. Man hoffe daher auf eine bestmögliche Lösung für das Gymnasium. Die Verwaltungsspitze im Viersener Kreishaus um Landrat Dr. Andreas Coenen setzt sich nach Kräften für den Erhalt der Liebfrauenschule ein.

In Schiefbahn hatten die Malteser im Jahr 2007 die Trägerschaft für das St.-Bernhard-Gymnasium von den Hünfelder Oblaten übernommen, während die Stadt Willich für die Gebäude zuständig ist. "Wir halten nach wie vor Kontakt zu den Maltesern, aber auch mit einem anderen christlichen Träger laufen jetzt Gespräche an", berichtet Provinzoberin Anneliese Stelzmann. Man sei bestrebt, die Verhandlungen möglichst schnell und erfolgreich zu Ende zu führen, ergänzt sie. Gespräche mit dem Bistum Aachen haben indes ergeben, dass von dieser Seite keine Schulträgerschaft erfolgen wird.

Dass dem Bistum der Erhalt der Schule aber sehr am Herzen liegt, spiegelte allein die Tatsache wider, dass von dort im vergangenen Jahr Sonderzahlungen erfolgten, da sich die Gemeinde Grefrath vollständig aus der finanziellen Unterstützung der Schule herausgezogen hatte und damit eine Finanzlücke im Schulhaushalt klaffte. 94 Prozent der Kosten werden über das Land refinanziert. Es bleibt ein Eigenanteil von sechs Prozent, der im vergangenen Jahr bei 415.000 Euro lag. Der Verein "Pro Schola", Stiftungsgelder und Bistum füllten diese Lücke. In die Finanzierung hatte sich ansonsten auch immer die Gemeinde Grefrath eingebracht.

1100 Schüler besuchen derzeit die Liebfrauenschule in Mülhausen, deren hervorragender Ruf weit über den Kreis Viersen hinaus bekannt ist, was sich auch in der Zusammensetzung der Schüler widerspiegelt. Sie kommen nicht nur aus Grefrath, sondern aus dem gesamten Kreis Viersen sowie auch aus Nachbargemeinden wie Straelen oder Wachtendonk.

"Der Erhalt der Schule ist das oberste Gebot", betont die Provinzoberin. Was langfristig generell mit den übrigen Gebäuden der Schwestern in Mülhausen geschehen soll, steht noch in den Sternen. "Für das eigentliche Kloster haben wir noch keine konkreten Planungen. Eins kommt nach dem anderen", sagt Anneliese Stelzmann. Im Kloster selbst leben noch 17 Schwestern und im benachbarten Altersruhesitz "Haus Salus" weitere 51 Nonnen. Generell geht die Zahl der Ordensfrauen zurück, Bei der Zusammenlegung der Provinzen im Jahr 2008 lag ihre Zahl noch bei 395 Schwestern. Jetzt sind es nur noch 256. Der Orden gab seit 2008 ganze 25 Gemeinschaften auf.

Quelle: RP
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