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Kempen
Linn im Zeichen der Ritter und Handwerker

Kempen: Linn im Zeichen der Ritter und Handwerker
An allen drei Markttagen demonstrieren in Linn Handwerker ihre Kunst und informieren über Arbeitsweisen, Ideen und Traditionen. Alles wird umrahmt von einem Unterhaltungsprogramm mit Musikantengruppen, Leierkastenspielern, Gauklern und Sängern. FOTO: Lammertz
Kempen. Der Flachsmarkt lädt von Samstag bis Montag rund um Burg Linn ein. Das Archäologische Museum ist Pfingsten erstmals geöffnet. Von Joachim Niessen

Mittelalterliches Leben von Rittern, Knappen und Burgfräulein - Besucher können von Samstag, 3., bis Pfingstmontag, 5. Juni, rund um Burg Linn einen Zeitsprung in die Vergangenheit erleben. Auf dem großen Handwerkermarkt werden heute kaum noch bekannte oder bereits historische Herstellungsprozesse und Produkte vorgeführt. Zur offiziellen Eröffnung zieht am Samstag, 3. Juni, um 11.45 Uhr der Kurfürst mit großem Gefolge durch Linn zur Vorburg. Am Samstag ist auch Familientag, Kinder unter 16 Jahren haben dann freien Eintritt.

Der Flachsmarkt ist für Kinder ein Mitmach-Paradies: Zahlreiche Handwerker bieten den kleinen Besucher Möglichkeiten an, an ihren Ständen zu töpfern, filzen, schmieden, zu trommeln und vieles mehr zu machen. Glockengießer, Trommelmacher, Klöpplerin und Polsterer - rund zehn Prozent der Händler feiern in diesem Jahr ihre Flachsmarkt-Premiere und bieten den Besuchern damit Einblicke in Berufe und Techniken, die quasi als ausgestorben gelten. An allen drei Markttagen demonstrieren die Handwerker ihre Kunst und informieren über Arbeitsweisen, Ideen und Traditionen. Alles wird umrahmt von einem Unterhaltungsprogramm mit Musikantengruppen, Leierkastenspielern, Gauklern und Sängern. Und ohne die Ritter im Heerlager, die ihr Können beim Ringstechen, Helmschlagen, Rolandsreiten, Lanzenstechen und bei der Sauhatz unter Beweis stellen, ist der Flachsmarkt kaum mehr vorstellbar. Während der Turnierpausen haben Besucher Gelegenheit, das Ritter- und Lagerleben aus nächster Nähe kennenzulernen.

Die Wehrleute des Historischen Feuerlöschzugs Linn öffnen ihr Spritzenhaus mit zahlreichen Gerätschaften in der Vorburg. FOTO: TL

Der Flachsmarkt in Linn beruht auf einer über 700-jährigen Tradition. Als der damals kurkölnische Ort in der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert die Stadtrechte erhielt, brachten die Bauern ihren Flachs dorthin und tauschten ihn gegen Dinge des Alltages. Der Flachsmarkt auf dem Andreasmarkt entwickelte sich schnell zu einem Jahrmarkt, der außer regen Tauschgeschäften zwischen Bauern, Händlern und Handwerkern auch der Volksbelustigung diente. Der Niedergang des Flachsanbaus beendet diesen Markt 1903. Die "Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt" griff 1974 diese Tradition wieder auf und führt sie bis fort. Und so strömen seitdem jedes Jahr zu Pfingsten Tausende Besucher in das Burgstädtchen.

In diesem Jahr ist erstmals während des Flachsmarktes das Archäologische Museum Krefeld, Rheinbabenstraße 85, für Besucher geöffnet. Dort können Interessierte unter anderem Funde aus dem römisch-fränkischen Gräberfeld und dem römischen Kastell besichtigen. Das Kastell in Krefeld gehörte einst zum Niedergermanischen Limes, der 2020 als Welterbe eingetragen werden soll. Das Museum ist von 10 bis 18 Uhr an allen drei Markttagen geöffnet. Der Eintritt kostet vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder. Museumsleiterin Jennifer Morscheiser-Niebergall bietet am Sonntag, 4. Juni, um 14. Uhr eine kostenfreie Kuratoren-Führung durch das Archäologisches Museum an.

Der Flachsmarkt hat am Pfingstsamstag, 3. Juni, sowie am Pfingstsonntag, 4. Juni, jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Am Pfingstmontag, 5. Juni, können Besucher das bunte Treiben von 10 bis 18 Uhr erleben. Erwachsene (ab 16 Jahre) zahlen acht Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren zahlen zwei Euro, Kinder unter sechs Jahre haben freien Eintritt. Mit der Eintrittskarte zum Flachsmarkt erhalten Besucher beim Kauf einer Verbundkarte der Linner Museen 50 Prozent Ermäßigung. Mit der Verbundkarte kann man nach Pfingsten bis Ende des Jahres die Museen besuchen. Die Straßenbahn der Linie 044 hält direkt vor dem Eingang des Flachsmarktes und fährt an den Flachsmarkttagen in kürzeren Abständen. Ebenso verkehrt die Buslinie 059 im verkürzten Takt zwischen Uerdingen und Linn. Besucher, die von weiter anreisen, können mit dem Zug bis zum Hauptbahnhof Krefeld fahren und dort die Straßenbahnlinie 044 in Richtung Rheinhafen nehmen. Einige Züge halten auch direkt am Linner Bahnhof. Wer mit dem Auto anreist, gibt als Zieladresse "Rheinbabenstraße" ein. Parkplätze sind von der Autobahn kommend ausgeschildert. Da diese nicht alle in unmittelbarer Nähe des Flachsmarktgeländes liegen, muss ein kurzer Fußweg eingeplant werden. Für alle Fahrradfahrer stehen zwei bewachte Radwachen an Kasse 1 (Ritterwiese) und Kasse 6 (Eltweg) zur Verfügung.

www.flachsmarkt.de.

Quelle: RP
 
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