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Stadt Kempen
Malteser suchen Helfer für Hospiz-Arbeit

Stadt Kempen: Malteser suchen Helfer für Hospiz-Arbeit
Die Betreuung von Sterbenskranken und deren Angehörigen ist keine leichte Aufgabe. Ehrenamtliche, die sich dafür interessieren, sind bei den Maltesern herzlich willkommen und werden entsprechend geschult. FOTO: Wolf/dpa
Stadt Kempen. In Grefrath gibt es seit 20 Jahren eine gut funktionierende Gruppe, die sich um Sterbenskranke und deren Angehörige kümmert. In Kempen soll eine solche Gruppe neu aufgebaut werden. Von Silvia Ruf-Stanley

Einen neuen Anlauf für eine Hospiz-Gruppe unternehmen jetzt Astrid Ruhland, Claudia Mevissen, Lothar Kemski und Jan Galli von den Maltesern in Kempen und Grefrath. Die Grefrather haben schon seit 20 Jahren eine solche Gruppe, seit zwölf Jahren wird sie rein ehrenamtlich betreut. Auch in Kempen gab es einmal eine solche Hospizgruppe. Jetzt kam im Rahmen der ohnehin vorhandenen Zusammenarbeit der beiden Ortsgruppen des Malteser-Hilfsdienstes der Gedanke auf, sich bei der Organisation einer Hospizgruppe zusammen zu tun. Benannt ist die Grefrather Gruppe nach dem verstorbenen früheren Bischof von Aachen, Klaus Hemmerle.

Das Angebot der Ehrenamtlichen ist vielseitig. Nicht nur Sterbenskranke werden begleitet, sondern auch deren Familien unterstützt. Die Hilfe kann vielfältig sein und richtet sich nach den Wünschen der Betroffenen. Es kann zum Beispiel einfach Zeit zum Zuhören gegeben werden. Oder es werden die Angehörigen entlastet, indem der Kranke einen Nachmittag oder Abend lang betreut wird.

Zum Hilfsangebot gehört auch, behutsam auf die durch die Situation veränderte Familiensituation einzugehen. Die Ehrenamtlichen stehen den Angehörigen, so dies gewünscht wird, auch in der Zeit der Trauer bei. Die Hospizhelfer bieten ferner Beratung und Begleitung bei Besuchen bei Ämtern oder Krankenkassen an. Sie können Kontakte zu Pflegediensten und Beratungsorganisationen vermitteln. als Pflegepersonal sind die Hospizhelfer allerdings nicht gedacht, ihnen fehlt dazu meistens eine umfassende pflegerische Ausbildung.

Ganz wichtig, darin sind sich Astrid Ruhland und Claudia Mevissen einig, ist, dass die Beziehung zwischen dem Kranken, seinen Angehörigen und dem Hospizhelfer stimmt. Deshalb führen die ausgebildeten Sozialpädagoginnen auch ausführliche Erstgespräche sowohl mit denjenigen, die die Hilfe der Hospizgruppe anfordern, als auch den Ehrenamtlichen, die die Aufgabe übernehmen wollen. Und auch später stehen die Beiden jederzeit für alle Beteiligten zum Gespräch bereit.

Die Ausbildung der Hospizhelfer dauert sechs bis acht Monate. Unterrichtet wird in Blöcken. Der erste Teil umfasst Theorie, dann folgt ein Praktikum in einer Pflegeeinrichtung, anschließend gibt es noch einmal einen Vertiefungskursus. Einmal im Monat trifft sich die Gruppe zu gemeinsamen Abenden. Dabei soll den Ehrenamtlichen Gelegenheit gegeben werden, persönliche Probleme im Umgang mit den Betreuten oder deren Angehörigen im Team zu besprechen. Zu diesen Abenden werden auch Referenten zu Fachthemen eingeladen. Hinzu kommt vier Mal im Jahr das Angebot der Supervision.

Hospizhelfer können Menschen jeder Altersstufe und Berufsgruppe werden. Die beiden Sozialpädagoginnen achten darauf, dass sich die Helfer nicht überlasten. "Jeder muss seine Kraftquellen kennen. Es hat keinen Sinn, sich selbst für andere aufzuopfern", sagen sie. Wie viel Zeit ein Hospizhelfer investiert, hängt von seinen Möglichkeiten und dem Bedarf des Betreuten ab. Aber generell sollte dem Helfer klar sein, dass sich die Betreuung an den Wünschen der Kranken orientiert und der Helfer ihm nicht eigene Vorstellungen aufzwingen darf.

Die Malteser wünschen sich, dass Sterbebegleitung von der Sozialversicherung finanziell besser unterstützt wird. Dies ist allerdings eine Entscheidung des Gesetzgebers. Bislang muss der Malteser-Hilfsdienst immer noch einen Teil der Kosten durch Spenden und aus eigenen Mitteln finanzieren, erzählt Jan Galli, Geschäftsführer der Malteser in Kempen.

Wer sich für die Hospizarbeit als Helfer oder auch zur Nutzung des Angebots interessiert, kann sich mit Astrid Ruhland unter Telefon: 02152 1031 oder Claudia Mevissen unter Telefon: 02158 9198915 in Verbindung setzen.

Quelle: RP
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