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Stadt Kempen
Martinszug: Sicherheit geht voran

Stadt Kempen: Martinszug: Sicherheit geht voran
Heute und morgen ziehen Tausende Kinder und Jugendliche bei den beiden Martinszügen durch die Kempener Altstadt. Dabei wird die Sicherheit der Teilnehmer großgeschrieben. Feuerwehr und Rettungsdienst begleiten den Zug. Fürs große Feuerwerk an der Burg gelten besondere Regeln. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Mit rund 100 Wehrleuten sorgt die Feuerwehr Kempen am Montag für einen reibungslosen Ablauf beim Martinszug. Von Beate Wyglenda

Seit mehr als 125 Jahren hat das Fest des heiligen Martin in Kempen einen besonderen Stellenwert. Wenn heute und morgen mehr als 6000 Kinder mit ihren selbstgebastelten Laternen durch die Straßen ziehen, dann lockt das Spektakel wieder rund 30.000 Besucher in die Stadt. Meist unbeachtet bleiben dabei die Helfer im Schatten des Lichterzuges: Allein die Kempener Feuerwehr ist mit 100 Wehrleuten vor Ort. Sie sorgen für den reibungslosen und sicheren Ablauf des Zuges und sind zur Stelle, wenn es mal nicht läuft, wie erhofft.

So weitläufig und prachtvoll der Schulkinderzug in Kempen ist, so sorgsam vorbereitet muss das Großereignis auch sein. Die Kempener Feuerwehr mobilisiert dafür all ihre Kräfte. 80 Wehrleute und die gesamte Jugendfeuerwehr sind im Einsatz. "Aufgrund der großen Anzahl von Menschen, die sich die Züge ansehen, ist für uns einfach besondere Vorsicht geboten", erklärt der Feuerwehr-Sprecher Johannes Dicks. Aber auch das Feuerwerk, das alljährlich von den Burgtürmen gezündet wird, sowie das Marktfeuer am Buttermarkt bedürfen besonderer Sicherheitsmaßnahmen.

Bereits um 13 Uhr treffen sich die Einsatzkräfte daher am Feuerwehrgerätehaus. Die Kisten mit der Pyrotechnik müssen zur Burg. Eine Gruppe baut gemeinsam mit zwei Pyrotechnikern das Feuerwerk auf, während eine weitere sogenannte Drängelgitter um die Burgwiese herum aufgestellt. "Die Wiese darf während des gesamten Feuerwerks nicht betreten werden", betont Wehrführer Franz-Heiner Jansen. "Sollte mal ein Blindgänger runterkommen, kann das erhebliche Verletzungen verursachen", ergänzt er.

Am Abend kontrollieren Sicherheitskräfte die Wiesen. Darüber hinaus stehen jeweils zwei Wehrleute mit Löschgerät auf allen drei Burgtürmen. "Wir behalten so den Funkenregen im Auge. Wenn es ein paar Tage nicht geregnet hat, könnte sich das trockene Laub entzünden", sagt Dicks. Bisher, so versicherte er, habe es aber noch nie Probleme gegeben. "Die Zuschauer können das Feuerwerk entspannt genießen und müssen nur beachten, nicht direkt unter einem Baum zu stehen, damit ihnen nicht die Sicht verdeckt wird."

Auch zu dem Marktfeuer haben nur die Wehrleute direkten Zugang. Die Besucher können an die gut 20 Meter hohen Flammen bis zu den Drängelgittern heranrücken. Ein Löschfahrzeug sowie der Einsatzleitwagen stehen für den Ernstfall bereit. Einen Dienstschwerpunkt bildet aber auch der Umzug selbst. Eigens dafür hat die Feuerwehr Kempen gemeinsam mit dem Martinskomitee ein neues Sicherheitskonzept entwickelt. "Nachdem vor zwei Jahren ein Hagelschauer das Fest vermieste, aber auch nach den Ereignissen bei der Loveparade 2010, haben wir uns umfassend Gedanken darüber gemacht, wie man vorgehen muss, wenn ein Großunglück geschieht", sagt der Wehrleiter. "Es geht nicht darum, dass wir dem Martinszug pessimistisch entgegensehen, es ist aber wichtig, auf alles vorbereitet zu sein", betont Jansen.

Sollte sich vor dem Start des Umzuges ein Notfall ereignen, ziehen die Kinder erst gar nicht aus den Schulen aus. Die Eltern werden vorab informiert, in welcher Schule sie ihr Kind abholen können. Zudem werden in den Straßen Durchsagen gemacht. Passiert etwas im Laufe des Umzuges, geht es geschlossen auf dem kürzesten Weg zurück zur Schule. Abgebrochen wird der Zug aber nicht. "Löst man den Zug einfach auf und die Kinder rennen in alle Himmelsrichtungen, dann hat man keinen Überblick darüber, dass jeder sicher ankommt, wo er auch hingehört", erklärt Jansen. "Die wichtigste Botschaft für die Kinder ist: keine Panik. Es ist zwar eine schwierige Situation, aber es geht weiter", ergänzt Dicks.

Knapp 40 Wehrleute begleiten den Zug. Darüber hinaus sind rund um den Zugweg, an der St. Töniser Straße, Vorster Straße, Mülhauser Straße, Kerkener Straße und Thomasstraße, Einsatzwagen postiert. Löschfahrzeuge stehen am Heyerdrink, an der Franziskanerstraße, im Industriegebiet und an der Post.

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Quelle: RP
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