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Gemeinde Grefrath
Meckerei an der Liebfrauenschule

Gemeinde Grefrath: Meckerei an der Liebfrauenschule
Die AG Schulzoo kümmert sich vorbildlich um die Ziegen, die an der Liebfrauenschule ihr neues Gehege bezogen haben. Weitere Tiere sollen folgen. FOTO: prümen
Gemeinde Grefrath. Der Schulzoo der Liebfrauenschule Mülhausen hat Zuwachs erhalten. Die Ziegen haben jetzt ihr neues Gehege bezogen. Kiwiblätter essen sie besonders gern. Diese Einrichtung ist einmalig am Niederrhein. Von Bianca Treffer

Die Stiele, die Anna in den Händen hält, sind heiß begehrt. Gleich vier neugierige kleine Nasen schieben sich an die zehnjährige Schülerin der Liebfrauenschule Mülhausen heran und beginnen mit sichtlichem Vergnügen, die Blätter von den Stängeln zu fressen. "Das sind Kiwiblätter, die schmecken allen besonders gut", berichtet Anna. Aber nicht nur damit kann man den vier afrikanischen Zwergziegen eine Freude nachen. Maria, Leonie und Nina greifen in den Eimer, den Antje Kulms gerade ins Gehege getragen hat. Sekunden später fahren samtweiche Ziegenmäulchen über die Kinderhände und nehmen vorsichtig die kleinen Pellets auf.

Entspannt lächelnde Gesichter sind zu sehen. Aber nicht nur bei den vier Schülerinnen der Schulzoo AG, glückliche Mienen gibt es auch bei Elias, David und Leander zu sehen. Die vier Oberstufenschüler haben nämlich dazu beigetragen, dass die Ziegen auf dem Gelände der Liebfrauenschule ihre neue Heimnat gefunden haben. Sie griffen in den Osterferien zu diversen Werkzeugen und halfen, das über 1000 Quadratmeter große Ziegengehege einzufassen und zu gestalten. Eine nicht einfache Sache, denn der Boden des Geländes am äußeren Rand des Gymnasiums präsentierte sich stark verdichtet. "Der Boden war teilweise so hart, dass der Hoftruck, mit dem wir die Pfähle setzten, mit den Vorderrädern in der Luft hing, weil die Schaufel aufgesetzt hatte", berichtet Leander. Aber alle 40 Pfähle bekamen ihren Platz, um die unzähligen Meter Zaun daran zu befestigen. Um das dazugehörige Tor kümmerte sich Elias. Der 17-jährige Oberstufenschüler fertigte eine Zeichnung an und machte sich ans Werk. "Ich habe Spaß am Bauen", meint er lachend. Dazu wurden Erdmassen bewegt, um zu den bestehenden Hügel weitere Klettermöglichkeiten für die Ziegen zu schaffen Alle drei sind von dem Projekt begeistert. "Mit meiner Hilfe beim Gehegebau habe ich etwas Bleibendes hinterlassen, wenn ich von der Schule gehe", bemerkt Leander. Alle drei sind sich einig, den Ziegen ein schönes Daheim geschaffen zu haben, mache ein gutes Gefühl. Gandalf, Frodo, Bilbo und Ida gefällt es auf jeden Fall. Die knapp ein Jahr alten Tiere fühlen sich sichtlich wohl in ihrem Auslauf unter den mächtigen alten Bäumen und mit dem kleinen Holzhaus als Stall. "Wobei wir die Baumstämme als solche noch schützen müssen. Ziegen knabbern alles an", bemerkt Kulms, die die Schulzoo AG leitet. Zudem wollen die Oberstufenschüler noch weitere Klettergerüste für die Tiere bauen, der Stall soll Etagenbetten erhalten. Eingezogen sind die Tiere zu Pfingsten. "Da hatten sie einige Tage ohne Schulbetrieb, um sich an ihr neues Zuhause zu gewöhnen", sagt Kulms. Vor vier Jahren fiel an der Liebfrauenschule der Startschuss für die ungewöhnlich AG, die ihresgleichen am Niederrhein sucht.

Ideengeber war Schulleiter Lothar Josten. Von Anfang an bestand der Wunsch, Tiere ans Gymnasium zu holen. Was zunächst mit dem Mitbringen von Pferden, Hunden, Katzen und Hasen in die wöchentliche Unterrichtsstunde sowie Besuchen in Zoos startete, erhielt im vorigen Jahr die Kehrtwende, als neun Hühnern auf das Schulgelände zogen. Alles finanziert die Schule selber, unter anderem durch etliche Spenden.

Die Arbeit mit Tieren bringt viel Positives mit sich. "Die Schüler werden entspannter, können abschalten, lernen Geduld und erfahren, dass man sich an Regel halten muss, um entsprechenden Tierkontakt herstellen zu können. Auf jede menschliche Aktion erfolgt sofort eine tierische Reaktion", sagt Kulms. Dass die Tiere nicht nur bei den Teilnehmern der Schulzoo AG beliebt sind, zeigt der Einsatz der Oberstufenschüler und die Tatsache, dass es viele Schüler in den Pausen zu den Gehegen zieht, wo mittlerweile auch Bänke stehen.

Quelle: RP
 
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