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Stadt Kempen
Mit dem Sommerfest Brücken für Integration bauen

Stadt Kempen: Mit dem Sommerfest Brücken für Integration bauen
Gute Laune herrschte bei den Besuchern des Grillfestes des Multikulturellen Forums am Bürgerhaus in Voesch. FOTO: Achim Hüskes
Stadt Kempen. "Integration braucht Kontakte. Nur wenn man sich kennenlernt, können Vorurteile abgebaut werden", sagt Achmet Erorhan. Und mit dieser Meinung steht das ehemalige beratende Mitglied des Ausländerbeirates nicht allein da. Dutzende von anderen Menschen denken genauso und folgten so der Einladung des Multi-kulturellen Forums Kempen in das Bürgerhaus Voesch zum Sommergrillfest, bei dem alle in Kempen lebenden Flüchtlinge wie Bürger angesprochen waren.

Es war eine Premiere für den Arbeitskreis, der sich seit mehr als 20 Jahren mit den unterschiedlichen Aktionen für ein Miteinander der verschiedenen Kulturen in der Stadt Kempen engagiert. Als einen ständigen Prozess bezeichnet Alice Alves Poeira die Arbeit des Gremiums von Ehrenamtlichen, das die Integration durch interkulturelle Begegnungen und Projekte fördern will. Veranstaltungen im "Haus der Familie - Campus" in Kempen, bei denen unter anderem Landeskunde eine Rolle spielt, gehören so seit Jahren zum Programm. "Ganz wichtig ist uns immer, dass beide Seiten angesprochen werden. Integration ist keine Einbahnstraße. Der Wille, sich zu integrieren, ist da, aber es gibt auf der anderen Seite auch Berührungsängste, die es zu überwinden gilt. Wir möchten helfen, genau diese Brücken zu bauen", betont die Sprecherin des Arbeitskreises. Die Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturen fördern, steht so im Mittelpunkt des Arbeitskreises, der sich aus vielen Gruppierungen zusammensetzt, angefangen von der Stadtverwaltung über die türkisch-islamische Gemeinde bis hin zu den Kirchengemeinden und dem Kinderschutzbund.

Wer miteinander spricht, lernt den anderen kennen. Sprache sieht Poeira dabei nicht als das Problem an, wenngleich es oft Sprachschwierigkeiten gibt. Ein freundliches Lächeln bei einem Begegnungsnachmittag sage mehr als Worte, meint sie. Für Toleranz werben, ist dem Arbeitskreis wichtig. Flüchtlinge willkommen heißen, Vertrauen aufbauen, bei Behördengängen unterstützend tätig werden, Vorurteile abbauen - die Flüchtlingsbetreuung durch den Arbeitskreis ist vielfältig. In der Stadt Kempen leben derzeit Bürger mit mehr als 90 Nationalitäten. Poeira wünscht sich noch mehr Begegnungsmöglichkeiten, aus denen dann weitere Freundschaften entstehen, wie es heute teilweise schon der Fall ist. "Ein Fest der Kulturen auf dem Buttermarkt, wie wir es einst hatten, wäre sehr schön", meint Poeira. Die Verwirklichung dieses Wunsches scheitert bislang allerdings am Geld. Doch auch das Sommergrillfest bot viel Platz für ein gegenseitiges Kennenlernen.

(tre)
 
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