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Gemeinde Grefrath
Mit Fuchs und Hase auf Tour

Gemeinde Grefrath. Ein Lernort auf Rädern ist die rollende Waldschule. Seit 1992 ist das Angebot der Kreisjägerschaft Viersen im Einsatz. Betreut von den jeweiligen Hegeringen, erhalten Kinder und auch Erwachsene einen Einblick in die Natur. Von Bianca Treffer

"Dem Hasen und auch dem Fuchs sieht man schon ein bisschen an, dass diese beiden mit Vorliebe gestreichelt werden", sagt Sabine Huypen-Jansen mit Blick auf die Fuchsohren und die Löffel des Hasen. Es ist unverkennbar, dass hier das Fellkleid von den vielen Berührungen durch streichelnde Hände etwas abgenommen hat. Die Öhrchen bei beiden Tieren sind ein wenig blank. Der Igel wird zwar nicht viel weniger angefasst, aber "hier sind die Kinder wegen seiner Stacheln vorsichtiger", sagt Huypen-Jansen.

Wenn die Rollende Walschulde der Kreisjägerschaft Viersen die Seitenwand ihres 4,50 Meter langen, 2,50 Meter breiten und über zwei Meter hohen Anhängers öffnet, dann kommen aber nicht nur Fuchs, Hase und Igel zum Vorschein. "Wir haben rund 100 präparierte Tiere, die in Feld und Wald leben, auf dem Anhänger", berichtet Johann Wilhelm Glameyer. Die Elster gehört genauso dazu wie der Dachs oder der Iltis. Neu im Sortiment ist ein Waschbär, der mittlerweile auch am Niederrhein anzutreffen ist. Wobei die Kosten für ein präpariertes Tier nicht unerheblich sind. Sie klettern, je nach Größe, im Bereich der heimischen Tiere, die auf der Rollenden Waldschule mitfahren, auf bis zu 350 Euro an. Finanziert wird das Angebot von der Kreisjägerschaft Viersen, die die etwas andere Schule 1992 ins Leben rief.

Der Landesjagdverband NRW gab seinerzeit den Anstoß, da er entsprechende Öffentlichkeitsarbeit leisten wollte. "Es gab Überlegungen, wo man ansetzen könnte, um Kindern, aber auch Erwachsenen, einen Bezug zur Natur zu ermöglichen", sagt Andreas Camps. Die Idee der Rollenden Waldschule war geboren. Die Finanzierung erfolgte unter anderem durch die Mitgliedsbeiträge der rund 1200 Mitglieder der Kreisjägerschaft. Der entsprechend ausgerüstete Anhänger konnte auf diesem Weg angeschafft werden. Jeder der 16 Hegeringe im Kreis Viersen kann die Rollende Waldschule ausleihen und damit vor Ort Kitas, Schulen und Veranstaltungen besuchen. "Wir koordinieren die Einsätze, damit es zu keinen Überschneidungen kommt", erklärt Camps, der zusammen mit Huypen-Jansen und Glameyer für die Organisation zuständig ist.

Die Rollende Waldschule ist ein gefragtes Angebot. Durchschnittlich ist sie 30 Mal pro Jahr im Einsatz. Betreut wird sie bei ihren Einsätzen im Kreisgebiet von den Jägern der jeweiligen Hegeringe, die allesamt über das entsprechende Fachwissen verfügen. "Die Mitglieder der Kreisjägerschaft haben alle das sogenannte Grüne Abitur. Das ist der Abschluss der insgesamt einjährigen Ausbildung, die nötig ist, um den Jagdschein zu erhalten", informiert Glameyer.

Gerade zu Ostern rückt der Hase in den Mittelpunkt, denn schließlich ist der Osterhase ein gefragter Vertreter seiner Gattung. Wo die Unterschiede zwischen Hase und Kaninchen liegen, das können die Besucher der Rollenden Waldschule direkt erkennen, wenn die beiden Präparate nebeneinander stehen. Der Hase hat nämlich die längeren Löffel. "Zudem lebt das Kaninchen im Bau, der Hase in einer Hasse. Hasennachwuchs wird mit Haaren geboren, Kaninchen sind hingegen nackt. Der Hase braucht das freie Feld als Lebensgrundlage. Das Kaninchen ist auch in Parks, auf Friedhöfen und städtischen Anlagen zu finden", informiert Huypen-Jansen über die weiteren Unterschiede. Der Hase gehört zum Jagdwild, aber damit die Population nicht zu stark dezimiert wird, gehören Zählungen vor der Treibjagd zum festen Prozedere. "Nur ein Drittel der Tiere darf nämlich entnommen werden", berichtet Camps. Keiner muss sich damit Sorgen um den Fortbestand des Osterhasen machen.

Quelle: RP
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