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Serie Menschen In Grefrath
Mit Schwung in die sportliche Zukunft

Kempen. Philip Werner (35) hat als Vorsitzender geschafft, was vor ihm im 1909 gegründeten Verein noch keiner geschafft hat: Doppelaufstieg der Ersten und der Zweiten Mannschaft der Grün-Weißen von der Nierskampfbahn. Von Manfred Baum

oedt An und auf der Oedter Nierskampfbahn hat sich in den letzten fünf Jahren einiges verändert. Das ist ganz sicher auch ein Verdienst von Philip Werner (35), dem Vorsitzenden der Grün-Weißen, der es verstanden hat, den Verein mit Ruhe, Gelassenheit und Sachverstand aus der sportlichen Talsohle (Kreisliga C) zu führen. Der rund 280 Mitglieder zählende Oedter Traditionsverein steht heute sportlich gesehen besser denn je da, auch wenn die Borussen Mitte der 1950 er Jahre schon einmal in der Bezirksliga gespielt haben und zu den Lokalderbys gegen den SV Grefrath nicht selten 500 Besucher und mehr zur Nierskampfbahn strömten.

Vor fünf Jahren, als Werner den Verein von Stefan Röttges übernahm, war gerade das Clubheim fertig geworden. Die Borussen haben es in mehrjähriger Arbeit in Eigenleistung geschaffen, wozu auch der frühere langjährige Vorsitzende Hermann Sanders einen ganz erheblichen Beitrag geleistet hat. Werner wurde mit 30 Jahren Vorsitzender und hatte zuvor noch nie ein Vorstandsamt bekleidet. Aber er war Borusse mit Leib und Seele, wohnte aber damals beruflich bedingt überhaupt nicht in der Niersgemeinde. Doch Werner, der inzwischen 30 Jahre Mitglied ist und die Jugend-und Seniorenmannschaften durchlief, brachte Struktur in den Verein, in dem er heute noch als Aktiver der Alte-Herren-Abteilung angehört.

Der Wirtschafts-Ingenieur, der heute in Mülhausen lebt, hatte Glück mit der Wahl seiner Mitstreiter im Vorstand, so dass die Borussia nach und nach zu neuen sportlichen Zielen aufbrechen konnte. Die Borussia ist sein großes Hobby. "Ich habe für anderen Hobbys keine Zeit", sagt er. Der Verein hat heute einen Platzwart, auf den sich der Verein zu 100 Prozent verlassen kann. Die Borussia hat auch eine vernünftige Kabine mit eigener Dusche für den Schiedsrichter und einen Kunstrasenplatz in zweiter Generation. Hätte die Borussia nicht das eigene Clubheim geschaffen, hätten sie heute kein Vereinslokal mehr, denn das "Alte Brauhaus" ist seit Jahren geschlossen. Die Augen von Werners glänzen, als er auf die aktuelle Situation im Senioren-Spielbereich zu sprechen kommt.

Sie ist gemessen an der Einwohnerzahl von Oedt (rund 4500) beispielhaft. Borussia stellt zur neuen Saison vier Seniorenmannschaften. Philip Werner: "Bei uns spielen überwiegend Oedter Jungs, und es wird kein Geld gezahlt." Ganz stolz ist Werner darauf, dass die Erste Mannschaft nach 32 Jahren wieder in der A-Liga spielt. Erstmals spielt außerdem eine Zweite Mannschaft in der Kreisliga B. Der Verein hat zwölf neue Spieler und hat jetzt 80 Kicker für die vier Seniorenmannschaften. "Wir haben eine Reihe von Spielern in unseren Reihen, die von Thomasstadt Kempen zu uns gewechselt sind", so Werner. Zuversichtlich ist Werner auch mit Blick auf die Jugend, denn in der neuen Saison können wieder alle Altersklassen besetzt werden. Doch die drei Vereine haben insgesamt nur noch elf Jugendmannschaften.

Quelle: RP
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