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Stadt Kempen
Mit Tipi und Lagerfeuer zum Ball

Stadt Kempen: Mit Tipi und Lagerfeuer zum Ball
Ihr Tipi haben Janina, Sonja, Danni, Steffi, Britta, Desi und Elisa mit in die Köhlerhalle gebracht. FOTO: Achim Hüskes
Stadt Kempen. Ausgelassene Stimmung, viel Spaß und fantasiereiche Kostüme gab es in der Kempener Köhlerhalle. Der KKV hatte zum bekannten Kostümball "Alle Narren unter einem Hut" eingeladen. Von Bianca Treffer

Beim Anblick von Anna Zilinski, Alina Manns, Ann-Christin Hartmann, Elisa Hahn und Caroline Goetschkes sinkt die Temperatur in der Kempener Köhlerhalle unter den Gefrierpunkt. Dafür strahlen Theo Balters und Markus Claassen, als sie die tiefgefrorenen Mädels sehen, um die Wette. "Eine tolle Idee", sind sich die beiden Mitglieder des Kempener Karnevals-Vereins (KKV) einig und schreiten zur Tat beim Kostümwettbewerb. Balters macht das Foto für die Jury, und Claassen nimmt die Daten auf. Die fünf jungen Frauen sind als Eisköniginnen unterwegs. In den eigens aus Tüllstoff genähten Röcken glitzern Lichterketten. Auf den hellblauen T-Shirts und den langen weißen Handschuhen tummeln sich unzählige Schneekristalle - "alle mit silbernen Glitzerstiften handgemalt", verrät Zilinski. Aber nicht nur in den Kostümen stecken etliche Arbeitsstunden. "Das Schminken hat vorhin rund zwei Stunden gedauert", berichtet Manns.

Auch bei Judith van de Rydt gibt es ein leuchtendes Kostüm. Die Kempenerin hat sich ein blaues Abendkleid mit Reifrock geschneidert, in das sie drei Lichterketten mit je 80 Lämpchen genäht hat. "Ich habe bereits im Sommer mit meinem Kostüm angefangen, wobei es das Schnittmuster eines Prinzessinnenkleides war. Später habe ich dann jedes einzelne Lämpchen per Hand festgenäht", erzählt van de Rydt. Eine Sternenlichterkette ziert den ebenfalls blauen Hut. Nur die venezianische Maske ist kein Eigenbau. Die habe sie vor zwei Jahren in Venedig gekauft, sagt die Kempenerin.

Bei Saskia Mannl leuchtet es dagegen ohne Strom. Das liegt an den unzähligen weißen Punkten, die sie sich ins Gesicht und auf den Hals gemacht hat. Im Licht der Köhlerhalle fluoreszieren die Punkte und verleihen der jungen Frau ein geheimnisvolles Aussehen. Frisch aus dem Wald kommen hingegen Tamara Schomberg, Lara Räthel und Cindy Kuschel. Die drei sind nämlich Waldelfen. "Wir waren zusammen auf einer Karnevals-Shopping-Tour. In Düsseldorf haben wir die Kostüme entdeckt, wenngleich wir eigentlich Blumenmädchen werden wollten. Aber das Outfit gab es nicht in den für uns passenden Größen", berichten die Mädels. Mit Efeuranken in den Haaren und kunstvoll geschminkten Ranken im Gesicht schwirren die Elfen durch die Halle.

Die Lacher auf seiner Seite hat Norman. Er steckt in einem rosafarbenen Body, kombiniert mit einem bunten Tutu und gelben Strumpfhosen. "Man wird angesprochen, vor allen Dingen von den Damen", bemerkt Norman lachend. Warm wird es sicherlich Pia und Marvin. Die beiden sind in Plüsch gehüllt. Die 18-Jährige trägt ein Giraffenkostüm und der 19-Jährige ein Eisbären-Outfit. "Ich habe die Giraffe gesehen und fand sie einfach nur niedlich", sagt Pia.

Auf Handarbeit hat hingegen Caroline Krülls gesetzt. Sie hat sich in einen radschlagenden Pfau verwandelt. "100 Pfauenfedern stecken in meinem Rad, wobei ich rund zwei Wochen am Kostüm gearbeitet habe", informiert Krülls. Auf einmal wird es laut. Mit wilden Indianerschreien erobern sieben Indianerfrauen die Köhlerhalle. Ihr Tipi und das dank Lichterkette und Transparentpapierflammen echt wirkende Lagerfeuer haben Janina, Sonja, Danni, Steffi, Britta, Desi und Elisa direkt mitgebracht. "Alles selbst hergestellt, inklusive unserer Speere. Die Kostüme samt Haarschmuck sind ebenfalls selbst gemacht, wobei wir uns vorhin in die Outfits genäht haben und nicht wissen, wie wir nachher wieder rauskommen", bemerkt Janina lachend und deutet auf die komplizierte Riemenstruktur der Velourslederkostüme auf dem Rücken der anderen Squaws. Tipi aufgebaut, Lagerfeuer davor - und die sieben haben ihren Lagerplatz in der Halle gefunden. Doch egal, welches Kostüm gewählt wurde: Die Stimmung ist bombastisch, wobei die Formationen "Smile" und "Mediathek" die Tanzflächen in Halle und Diskothek füllen.

Quelle: RP
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