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Stadt Kempen
Mozarts Requiem auf eigene Art und Weise fortgesetzt

Stadt Kempen. In der voll besetzten Propsteikirche hörten die Besucher eine tadellose Leistung. Von Gert Holtmeyer

Das war in der voll besetzten Propsteikirche gut überlegt und sehr überzeugend zusammengestellt. Wilhelm Friedemann Bachs Sinfonia in d nimmt in seinen düsteren Moll-Farben schon einiges von der berührenden Stimmung des Requiems vorweg. Die Camerata Louis Spohr aus Düsseldorf hat sich in der Region schon mehrfach als qualifiziertes Orchester ausgezeichnet. Sie bewährte sich auch jetzt, bei der Sinfonia ebenso wie beim Requiem. Vielleicht wurden in der Sinfonia die Flöten aus praktischen Gründen durch tiefe Klarinetten ersetzt. Immerhin sparte man so den Einsatz von zwei Flötisten. Auf jeden Fall erfolgte eine Hinführung zum typischen Orchesterklang des Mozart-Requiems. Eine sehr bewusste Auseinandersetzung mit Mozarts unvollendetem Werk wurde mit einer modernen Komposition vorgestellt. Der 1950 geborene deutsche Komponist Enjott Schneider zitiert in "At the edge of time" Themen aus Mozarts Requiem und führt sie in einer ganz eigenen Art und Weise fort. Kantorin Stefanie Hollinger bot eine eindrucksvolle Wiedergabe dieser 2006 entstandenen Komposition für symphonische Orgel. Dabei stand ihr mit der großen Albiez-Orgel ein gut geeignetes Instrument zur Verfügung. Auf ihr ließen sich problemlos auch verschiedene Geräusche einmischen.

Eine großartige Leistung ist schließlich mit der Aufführung des Mozart-Requiems anzuerkennen. Daran hatten alle Mitwirkenden ihren Anteil. Gut besetzt war das Solisten-Quartett mit Annabelle Heinen (Sopran), Esther Valentin (Alt), Kieran Carrel (Tenor) und Peter Rembold (Bass). Der große Chor, zusammengesetzt aus dem Chor Laudate und einem Projektchor, erwies sich als stimmkräftig und präzise und hatte auch mit schnellen Partien wie im Kyrie keine Probleme. Die Camerata Louis Spohr war in allen Instrumenten gut besetzt. Christian Gössel, der 2015 das Organistenamt an der Pfarrgemeinde St. Mariae übernahm, hat bis jetzt schon mehrere deutliche Akzente gesetzt und mit der gewissenhaften Einstudierung und Gesamtleitung dieser tadellosen Aufführung ein weiteres Mal gezeigt, dass seine Verpflichtung ein guter Griff für die Kirchenmusik in Kempen war

Quelle: RP
 
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