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Stadt Kempen
Mücken: Was tun gegen die Plagegeister?

Stadt Kempen: Mücken: Was tun gegen die Plagegeister?
FOTO: abet
Stadt Kempen. Deutlich mehr Mücken als in den vergangenen Jahren scheinen derzeit "unterwegs" zu sein. Apotheker geben Tipps, wie man sich schützen kann und was man tun sollte, wenn man doch mal gestochen wurde. Von Willi Schöfer

Man sitzt nach getaner Arbeit gemütlich auf der Gartenterrasse oder hat nach stundenlanger Fahrt endlich das Urlaubsziel erreicht, trägt die Koffer herein und schwitzt. Schon sind sie da: die Mücken und andere Quälgeister, die zur Attacke übergehen. Verstärkt kommt eine feuchtwarme Witterung dazu. Der Apothekerverband Nordrhein spricht schon von einer Mückenplage, die in den nächsten Wochen auch am Niederrhein drohen könnte. Die Rheinische Post hat sich in einigen Apotheken mal umgehört.

Zur Vorbeugung seien, dies sagen auch Apotheker in Kempen und Grefrath, sogenannte Repellentien sehr nützlich. Das sind besondere Wirkstoffe, die auf die menschliche Haut aufgetragen werden. "Ihr spezifischer Geruch soll insbesondere Stechmücken, aber auch Fliegen und andere Insekten, vom Körper fernhalten", meint Dr. Joachim Kresken, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Viersen. Er stellt fest: "Zwar noch keine Plage, aber in den vergangenen Wochen kamen doch einige Kunden zu mir, die in der Niersaue wohnen, in Gegenden, wo es feuchtwarm ist und wo sich die Mücken sehr schnell vermehren."

Besonders wirksam sind seiner Meinung nach Produkte, die den Wirkstoff Icaridin enthalten, so beispielsweise "Autan" oder "Anti-Brumm". Auch wenn man dünne Textilien trage, sei es trotzdem ratsam, die Salben oder Flüssigkeiten flächendeckend aufzutragen, aber nicht in die Nähe der Augen, Schleimhäute, Lippen oder Nase. Auch nicht auf einen frischen Sonnenbrand oder auf offene Wunden. Erst sollte man, so empfehlen die Experten, den Sonnenschutz auftragen, dann erst die Wirkstoffe gegen die Quälgeister. Und was ebenso wichtig sei: den Schutz nach etwa sechs Stunden erneuern, auch nach dem Duschen, Baden oder nach starkem Schwitzen.

Gerade in den heißen und schwülen Wochen in den Urlaubsorten körperdeckende Kleidung zu tragen, dazu rät Olaf Orthen, der in Kempen gleich drei Apotheken betreibt (Thomas-, Bären- und Arnold-Apotheke). Der 46-Jährige, der das Apothekengeschäft in zweiter Generation nach seinem Vater Wolfgang seit 2002 weiter geführt hatte, weist darauf hin, dass es sehr wohl gute Wirkstoffe auf chemischer als auch auf pflanzlicher Basis gäbe. Orthen: "Bei einer richtigen Plage, kommt man allerdings an die chemischen Substanzen nicht vorbei." Was ihm nach Gesprächen mit den Kunden aufgefallen ist: dass bestimmte Mückenarten zum Beispiel beim Autan schon resistent geworden sein sollen. Dies bestätigt auch eine Mitarbeiterin der Hubertus-Apotheke am Markt 11 in Grefrath. "Wenn man gestochen wird, sofort kühlen und sich dann in der Apotheke beraten lassen", rät sie. Auch in Grefrath laufe die Nachfrage nach solchen Mitteln eher ruhig an.

Ralf Weckop von der St. Töniser Hirsch-Apotheker ist auch in der Tropen-Beratung tätig. Er gibt wie auch der Apothekerverband Nordrhein folgenden Tipp: "Bei Reisen in Regionen mit hohen Gesundheitsrisiken durch Mückenstiche sollte man sich in der Dämmerung oder nachts besser in geschlossenen Räumen mit Klimaanlagen und Mückenschutzgittern vor Fenstern und Türen aufhalten, auch die Schlafstätten sollten durch Mückennetze geschützt sein." Für Touren in der freien Natur rät Weckop die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Salbe mit einem DEET-Wirkstoff zu nehmen, die ein Schutz gegen Malaria oder die Denque-Mücke sein soll. Natürlich sollte man sich, wenn man bald als Besucher zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro reist, vorher umfassend beim Arzt oder Apotheker beraten lassen. "Eine signifikante Erhöhung oder eine Plage haben wir zwar noch nicht festgestellt", sagt Weckop. Gleichwohl haben sich bei ihm vor allem schon einige Skandinavien-Urlauber mit entsprechenden Mitteln zum Schutz vor Mücken, Fliegen oder Zecken eingedeckt.

Quelle: RP
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