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Stadt Kempen
Musik, die in die Beine geht

Stadt Kempen: Musik, die in die Beine geht
Angela Lex und Christian Wagner stellen unter Beweis, dass Boogie Woogie Ausdruck reiner Lebensfreunde ist. Den Zuschauern gefielen die Darbietungen, die sie regelrecht mitrissen. FOTO: achim Hüskes
Stadt Kempen. In Kempen trug der Rock'n'Roll-Club "Number one Krefeld" erstmals die Deutsche Meisterschaft im Boogie Woogie aus. Austragungsort war das Luise-von-Duesberg Gymnasium. Von Bianca Treffer

Es scheint ein bisschen so, als sei die Zeit im Luise-von-Duesberg-Gymnasium stehen geblieben. Musik der 50er Jahre ist zu hören, Frauen in Petticoats mit gedrehten Lockenfrisuren sind zu sehen. Im Foyer vor der Aula liegt der Geruch nach Haarspray in der Luft. Eine kleine Ecke hat sich nämlich in einen Friseursalon namens "Frollein Babelott" verwandelt, in dem Katrin Rusch Besucher frisurtechnisch dem Stil der 50er Jahre anpasst. "Toupieren und viel Haarspray", verrät Rusch lachend, während sie mit dem Kamm hantiert.

Beim Rock-and-Roll-Fashionverkauf "Red Fox" drängeln sich die Besucher. Schuhe, Westen, Hemden und Kleider werden anprobiert und gekauft. Lange Tischreihen zieren die Aula, in der sich zahlreiche Besucher eingefunden haben. Es herrscht eine erwartungsvolle Atmosphäre und das ist nicht weiter verwunderlich. Schließlich steht die Deutsche Meisterschaft im Boogie Woogie 2015 an, ausgerichtet vom Rock'n'Roll-Club "Number one Krefeld". "Wir richten die Meisterschaft als Club zum ersten Mal aus. Eigentlich sollte sie in Krefeld stattfinden, aber dort kam es zu einer Doppelbelegung der Halle", berichtet Elke Bartmann, 2. Vorsitzende. "Wir sind gerne eingesprungen, nachdem wir von der Not erfahren haben", sagt Kempens Bürgermeister Volker Rübo.

Dann geht es, moderiert von Nicole Valletta und Antonio Molina, los mit der Gruppe Senior A. Karin Niedermayer und Peter Schütz machen den Anfang. Musik, die in die Beine geht, erklingt und die beiden Münchener wirbeln über die Bühne. Blitzschnelle Beinarbeit, Überschläge, mitklatschende Besucher, von der ersten Sekunde an packt die Musik nicht nur die Tänzer, sondern auch die Besucher. Während auf der Bühne der Aula die Tänzer der ersten Klasse die Besucher begeistern und die achtköpfige Jury an die Bewertungsarbeit geht, laufen in der benachbarten Turnhalle die Vorbereitungen der Tänzer der beiden weiteren Klassen.

"Man steht gleich auf der Bühne und wartet auf die Musik, die kommt. Das ist der absolut spannendste Moment, denn wir wissen nie wissen, um welche Musik es sich handelt", berichtet Renate Kaplan, die zusammen mit Alexander Frank in der Klasse Main A tanzt. Für die Deutsche Meisterschaft hat sich das Paar, das auch baden-württembergischer Landesmeister ist, genau wie die weiteren 18 Paare, qualifiziert. In der Turnhalle sind auch die Titelverteidiger der Junioren Klasse anzutreffen. "Boogie Woogie macht einfach nur Spaß", schwärmt die 15-jährige Theresa Sommerkamp. Ihr Partner, der gleichaltrige Elian Preuhs, kann sich dem nur anschließen. "Wir tanzen von Anfang an zusammen und wissen genau, wie der andere tickt. Das ist wichtig beim Boogie Woogie", sagt Elian. Die beiden wissen, wovon sie reden. Immerhin gehören sie zu den Top Ten der Weltrangliste.

Die Jury hat indessen alle Hände voll zu tun. Jeder Tanz kann in insgesamt vier Kategorien maximal je zehn Punkte erhalten. Es gilt die Tanztechnik der Dame und des Herrn zu beurteilen, die Figurenausführung und die tänzerische Darbietung. Dabei tanzen alle zunächst in den Vorrunden, denen sich die beiden Endrunden anschließen. "In den Endrunden wird die Musik gezogen, wobei die erste Runde die langsamere ist und die zweite die schnellere", informiert Vorsitzender Samuel Cassier. Die langsamere Variante ist sehr wichtig, denn bei ihr kann die Jury die Tanztechnik besser beurteilen. "Boogie Woogie ist einfach nur toll. Die Musik, die Bewegung, es macht einfach Spaß", ist Zuschauerin Bärbel Battenberg begeistert, die selber tanzt und die einzelnen Tänze auf der Bühne daher genau beobachtet hat.

Quelle: RP
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