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Serie Naturschutzgruppen
Nabu will Grefrath noch grüner machen

Serie Naturschutzgruppen: Nabu will Grefrath noch grüner machen
Einige der Aktiven der Grefrather Ortsgruppe des Naturschutzbundes Nabu auf dem Gelände des Naturerlebnisgarten, zu dem neben einem Obstbongert auch mehrere Biotope gehören. FOTO: Wolfgang Kaiser
Kempen. In einer Serie stellen wir Gruppen vor, die sich um den Naturschutz kümmern. Heute geht es um den Nabu Grefrath. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, Grefrath grüner zu machen. Von Bianca Treffer

grefrath "Super", "Sie sehen einfach toll aus", "Wirklich sehr gut geworden" - das Lob für die Postkarten, die Rolf Brandt in den Händen hält, ist von allen Seiten zu hören. Auch der Vorsitzende der Nabu- Ortsgruppe Grefrath strahlt. Was er gerade in Papierform präsentiert, ist ein neues Projekt. Die beiden Mitglieder Franz Mierz und Karl-Heinz Hengsten haben aus ihren reichhaltigen fotografischen Schätzen Tierfotos zur Verfügung gestellt, aus denen die Ortsgruppe jetzt Postkarten herstellen ließ. Sechs Motive in Form von Schmetterling, Waldohreule, Turmfalke, Hummel an Lavendel, Graureiher und Frosch zieren die Karten, wobei eine jede einzelne mit dem Slogan "Vielfalt erhalten in Grefrath" geprägt ist. Und genau darum geht es den Nabu-Mitgliedern in Grefrath.

"Wir möchten die rheinische Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt, die sie bietet, erhalten", betont Brandt. "Unser grünes Grefrath" heißt es so nicht nur auf den Aufklebern der Gruppe, sondern dafür zeigen die zehn hier aktiven Mitglieder Einsatz, wobei hinter ihnen knapp 300 weitere Mitglieder stehen, die mit ihren Jahresbeiträgen die Nabu-Arbeit unterstützen. Das Grün ist der Baustein, um den sich alles dreht. Es ist nicht einfach nur ein schöner Anblick, sondern eine Nahrungsgrundlage und ein Refugium für Tiere, deren Lebensraum immer weiter bedroht wird, was ein Artensterben mit sich zieht. Das Konzept dafür erarbeiten die Naturschützer im vergangenen Jahr. Nun soll es Stück für Stück umgesetzt werden und zwar mit einer Vielzahl von Kooperationen. "Wir möchten die anderen einladen, mit uns gemeinsam etwas für die Natur zu tun. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen", sagt Brandt.

Kooperationspartner und der Aufbau von Netzwerken liegen der Gruppe am Herzen. Das hat sie seit der Reaktivierung vor sechs Jahren durch Brandt bereits deutlich gezeigt. Gemeinsam mit der Gemeinde, der Schule, Vereinen, dem Niederrheinischen Freilichtmuseum, den Kirchen und weiteren Partnern ist bereits einiges bewegt worden. Der Kräutergarten im Niederrheinischen Freilichtmuseum wird durch die Mitglieder betreut. Man hat dort und auch an anderen Standorten, die weiteren Kooperationspartnern gehören, heimische Hecken angelegt. Sie sind Lebensraum und Nahrungsquelle für unterschiedlichste Tiere. Das gilt auch für die Wildblumenwiesen und Blühstreifen, die es jetzt unter anderem auf dem Niershorst und auf einer 3000 Quadratmeter großen Fläche der Familie Hengsten gibt. Jenny und Karl-Heinz Hengsten haben eine ehemalige Pferdeweide samt Reitplatz in eine blühende Oase verwandelt. Es gibt eine Kindergruppe und regelmäßige Natur-Events mit der Grundschule. Der Grefrather Nabu unterhält einen Naturerlebnisgarten, zu dem ein Obstbongert und mehrere Biotope gehören. Und genau hier setzt das Konzept "Unser grünes Grefrath" nun an. Auf der benachbarten Wiesenfläche, dem ehemaligen Bolzplatz an der Mühlengasse, soll ebenfalls ein Bongert entstehen. "Wir werden hier 30 Hochstämme anpflanzen, allesamt alte Obstbaumsorten", berichtet Karsten Hessler, der Koordinator für den Naturerlebnisgarten. Für die Finanzierung werden europäische Fördergelder genutzt. Wichtig ist allen die Kommunikation. So gibt es eine ausführliche Webseite, die ständig aktualisiert wird, um zu zeigen, was sich in Grefrath alles tut und wo sich auch weitere aktive Mitstreiter gerne einbringen können. Dazu gibt es auch Highlights, wie eine Turmfalken-Webcam, mittels der die Besucher erleben können, was sich im Turmfalkenkasten tut.

Quelle: RP
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