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Stadt Kempen
Nachwuchsmangel im Kfz-Gewerbe

Stadt Kempen: Nachwuchsmangel im Kfz-Gewerbe
Bei der Versammlung der Kfz-Innung (v.l.) Richard Tendyck, Peter Trienes, Horst Backes, Manfred van den Heuwel, Frank Mund und Mark Peters. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Die Tagung der Kfz-Innung fand in der Autohalle des Berufskollegs statt. Manfred van den Heuwel und Peter Trienes erhielten Goldene Meisterbriefe. Es sei immer schwieriger, junge Leute für den Beruf zu gewinnen. Von Willi Schöfer

Viel Lob gab es für die neue Kfz-Halle im Berufskolleg Kempen. "Das ist hier schon ein Top-Niveau und sind für die Berufsschüler und Auszubildenden optimale Voraussetzungen", schwärmte inmitten von zahlreichen "Versuchsautos" und eines Traktors Obermeister Richard Tendyck, der die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes im Kreis Viersen mit ihren etwa 155 Betrieben anführt. Dies konnte der nordrhein-westfälische Verbandspräsident des Kfz-Gewerbes, Frank Mund (Mönchengladbach), nur bestätigen. In der Halle fand die alljährliche Innungsversammlung statt. Unter den etwa 50 Firmeninhaber und Pädagogen war auch Horst Backes, der seit 1992 die freie Reparatur-Werkstatt am Lenenweg 13 in Tönisvorst leitet. Dieser Betrieb war damals noch an der Vorster Straße von Josef Horster aufgebaut worden, firmiert nach wie vor unter "Auto Horster GmbH". Und die Verantwortlichen übergaben dem jetzigen Inhaber zum 50-jährigen Jubiläum der Werkstatt mit ihren derzeit acht Mitarbeitern die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Düsseldorf.

Der 51-jährige Horst Backes ist zugleich Lehrlingswart und Mitglied im Innungs-Vorstand. "Unser Berufsstand hat sich sehr verändert, mit Hammer und Zange kommt man heute nicht mehr weiter, denn die Autos sind heutzutage so eine Art IT-Labor auf Rädern", sagte Backes vor der Auszeichnung. Auch ab dem 1. August 2016 will er einen weiteren Auszubildenden einstellen und ihn mit Hilfe des Berufskollegs zum Kfz-Mechatroniker machen.

Die Zeichen der Zeit hat auch schon längst das Kempener Berufskolleg erkannt. So stellte Armin Heier für den kaufmännischen Bereich den neuen dreijährigen Bildungsgang des Kaufmanns für Büromanagement mit dem Schwerpunkt Automobilwirtschaft vor, der dort nach den nächsten Sommerferien erstmals angeboten wird. Dadurch würden die jungen Leute, so Heier, auch etwas an die speziellen Techniken herangeführt.

Dass es nicht einfacher wird, junge Leute für den Beruf des Mechatronikers zu gewinnen, betonte ebenfalls Verbandspräsident Frank Mund. Das ursprüngliche Handwerk werde immer mehr zu einem Kopfwerk, was einen relativ guten Schulabschluss voraussetze. : "Früher kamen zu uns die guten Hauptschüler, die bilden sich aber größtenteils heute schulisch weiter, machen höhere Abschlüsse oder studieren, fehlen uns also, Qualität und Quantität der Bewerber gingen daher zurück. Mund nennt nur ein Beispiel: "Früher haben sich etwa fünf Mal so viel junge Leute auf Ausbildungsstellen beworben als heutzutage." Man versuche daher unter anderem, schon die Jüngsten, so durch das Grundschulprogramm "Blinka" , für das Auto und die Mobilität zu begeistern. Der Präsident sprach ferner über den "Service im Kfz-Gewerbe". Er appellierte an die Betriebe, individuelle und preisgünstige Wartungs- und Reparatur-Pakete zu schnüren und alles dann unter einem Dach anzubieten. Damit könne man auch den Großkunden entgegnen, die ihre Fahrzeuge je nach Reparatur-Art zu verschiedenen Betrieben brächten, so beispielsweise getrennt bei den Reifen, beim Glas, beim Auspuff oder den Bremsen. Ein guter Gastgeber war der Abteilungsleiter "Technik" des Rhein-Maas-Kollegs, Engelbert Hillen. Richard Tendyck, sein Stellvertreter Stephan Perlick und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, Marc Peters, übergaben dann noch zwei Goldene Meisterbriefe an Manfred van den Heuvel (Kempen) und Peter Trienes (Nettetal). Der 72-jährige van den Heuvel muss schon seit langem gesundheitlich etwas kürzer treten, sucht weiterhin für seine noch funktionsfähige Betriebsstätte an der Ziegelheider Straße 53 in Schmalbroich einen Nachfolger. "Dies kann eine Kfz-Werkstatt, aber auch ein metallverarbeitenden Betrieb oder eine Dreherei sein", sagte er.

Quelle: RP
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