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Auf zwei Rädern unterwegs
Napoleons blauer Spur folgen

Auf zwei Rädern unterwegs: Napoleons blauer Spur folgen
Das blaue Band auf dem asphaltierten Weg hilft Radlern, die die Fietsallee entlang des Nordkanals befahren, bei der Orientierung. FOTO: Busch
Kreis Viersen. Die Fietsallee entlang der Trasse des nie fertig gestellten Nordkanals ist einfach zu befahren. Ein blaues Band erleichtert die Orientierung. Eine Tour von Straelen nach Grefrath führt durch einen verwunschenen Buchenwald. Von Christian Heidrich

Die Fahrradkarte getrost daheim lassen kann, wer sich auf die Fietsallee entlang des nie fertiggestellten Nordkanals begibt. Blaue Markierungen weisen den Weg, entweder in Form eines Längsstreifens auf geteerten Wegen oder durch hellblaue Baken an Waldwegen. Und außerhalb von Ortschaften markieren im freien Feld rot-weiße Stäbe die Trasse der von Napoleon geplanten aber nie fertiggestellten Wasserstraße zwischen Neuss und Weert in den Niederlanden.

Die Fietsallee ist ein deutsch-niederländisches Gemeinschaftswerk. Im Sommer 2003 wurde die rund 100 Kilometer lange Fahrradroute von Neuss durch die Kreise Neuss, die Stadt Mönchengladbach, die Kreise Viersen und Kleve und die niederländische Provinz Limburg bis nach Weert eröffnet. Sechs Jahre später wurde die Route als Radroute des Jahres 2009 in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Bis heute haben sich einige Kanalbauwerke in Teilen erhalten, zum Beispiel das Unterhaupt der ersten von sieben Schleusen, die auf dem Weg des Kanals bis zur Maas geplant waren, um 28 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Die Schleue Louisenburg bei Straelen an der B 221 ist Ausgangspunkt einer rund zehn Kilometer langen Radtour bis nach Grefrath, wo das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen liegt. Von dort geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt. Durch Abstecher zu Sehenswürdigkeiten, die ein wenig abseits der Fietsallee liegen, lässt sich die Route beliebig verlängern.

Die Tour führt kurz hinter der Schleuse durch die Siedlung Louisenburg. Napoleon ließ sie anlegen und benannte sie nach seiner Frau Marie-Louise. Zunächst führt die Strecke bis nach Grefrath nur durch Wald. Die Wege sind zum größten Teil asphaltiert, lediglich zwei Kilometer des Weges sind im Wald nicht geteert aber dennoch gut zu befahren. Doch sollten Radler darauf achten, mit nicht zu schmaler Bereifung am Rad unterwegs zu sein,

Die Route von Louisenburg nach Grefrath hat kleine Steigungen, die aber keine großen Probleme bereiten. Die Strecke streift das Gebiet der Krickenbecker Seen. Wer mag, kann dort das Schloss Krickenbeck, das Informationszentrum des Naturparks besuchen oder schwimmen gehen.

Am Weg liegen auch interessante Naturdenkmäler wie der verwunschen anmutende Buchenniederwald. Einen Fotoapparat mitzunehmen würde sich daher lohnen. Die Bäume, die in dem urwüchsigen Wald stehen, weisen nur wenige Zentimeter über dem Boden eigenartig verknotete Äste und Stämme auf. Sie sind das Ergebnis einer früher praktizierten Waldbewirtschaftung. Dabei wurde das Holz kurz über dem Boden geschlagen. Der Baum wuchs weiter und bildete neue Äste und Stämme.

Quelle: RP
 
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