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Gemeinde Grefrath
Narrentreiben in der Fastenzeit

Gemeinde Grefrath: Narrentreiben in der Fastenzeit
Wenn viel kleine und große Pipis durch die Straßen ziehen, dann ist die Stimmung der Jecken in Vinkrath besonders gut. FOTO: Wolfgang Kaiser
Gemeinde Grefrath. Der am Samstag nachgeholte Karnevalszug war einer der größten und farbenprächtigsten Züge in der 56-jährigen Geschichte des Kinderkarnevalsvereins Vinkrath. Auch Gruppen aus Süchteln, Boisheim oder Waldniel zogen mit. Von Manfred Baum

Premiere der besonderen Art in Vinkrath: Zum ersten Mal fand am Samstag ein Karnevalszug in der Fastenzeit statt. Am Rosenmontag musste der traditionelle Zug durch den Grefrather Ortsteil aus bekannten Gründen abgesagt werden. Am Samstag beim Nachholtermin erlebte Vinkrath dann den wohl farbenprächtigsten und längsten Kinderkarnevalszug. Er lockte etwa 3000 Besucher an. Erstmals waren auch Teilnehmer mit Wagen und Gruppen aus Boisheim, Waldniel und Süchteln dabei. Die Organisatoren des Vinkrather Kinderkarnevalsvereins (KKV) schafften es, dass auch nach Rosenmontag noch rund 800 Zugteilnehmer mit 15 Fest- und Prunkwagen die Zuschauer am Straßenrand begeisterten. Die hatten den Eindruck, dass diesmal besonders viel Wurfmaterial unters Narrenvolk verteilt wurde. Das Festzelt im Rütersend war nach Rosenmontag stehen geblieben und so konnte dort nach dem Zug noch kräftig bei angenehmen Temperaturen gefeiert werden. Besonders bemerkenswert: Beim Zug dabei war ein "Grefrather Flüchtlingsfriedensboot" mit einem Friedensschild in mehreren Sprachen.

Strahlender Mittelpunkt war das Kinderprinzenpaar Niklas II. (Theis) und Emily I. (Optendrenk) - beide neun Jahre alt - auf ihrem Wagen, der als prächtige Burg mit vier Türmen, mit einem standfesten Mauerwerk und mit alten Burgfenstern gestaltet war. Er wurde von einer bunt kostümierten Ritterschar, die aus Kindern und Eltern bestand, begleitet. Die Teilnehmer aus Süchteln, Boisheim und Waldniel waren dankbar, dass sie im Bööscher Narrentreck mitziehen durften. Auch die von Pfarrer Johannes Quadflieg geleiteten Pfadfinder der Pfarre St. Laurentius waren mit dabei. Hochwürden selbst hatte - mit Blick auf die Fastenzeit aus nachvollziehbaren Gründen - allerdings auf eine Teilnahme verzichtet.

Auch die Nachbarschaft des Tetendonk ist bekannt für ihren stets herausragenden Wagenbau. In diesem Jahr gab es das Bööscher Iglu mit putzigen Eisbären. Die Gruppe IGAS war ebenfalls "tierisch tief" unterwegs, denn sie hatte einen "Tiefenvollrausch" in den Weltmeeren und die fantastische Unterwasserwelt der Fische entdeckt. Es war wohl das größte Aquarium, dass je durch Vinkrath gezogen ist. Die Vinkrather "von de Nett" hatten einen Ausflug nach Venedig unternommen in traumhaften Kostümen und die Rialto-Brücke kurzerhand in den Boosch entführt. Hollywood mit Elvis war im Zug zu Gast, auch Charlie Chaplin wurde gesichtet. Selbst Wolfgang Amadeus Mozart war aus Salzburg an den Niederrhein gekommen. Tierisch war auch der Reiterverein Graf Holk im Zug unterwegs. Vorsitzender Peter Thönes hatte offensichtlich alle seine "Kühe" aus dem Stall locken können. Die Landjugend aus Grefrath überzeugte mit dem "Märchenwald".

"Dä letzte Treck" der Bööscher Jecke hatte Hans-Willi Floeth mit seinen Freunden zusammengetrommelt. Ein toller alter Planwagen mit "wackeren Kaltblütern" und einem Hanomag dazwischen. Die Oedter Musketiere hatten fast eine Kopie der Burg Uda in den Zug gebracht. Und wenn "Pipis duur de Stroate trekke", dann sind das die "Pippi-Langstrumpf-Gesichter" aus Vinkrath.

Quelle: RP
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