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Stadt Kempen
Neue Herausforderung für Schulentwicklung

Stadt Kempen: Neue Herausforderung für Schulentwicklung
Rechtzeitig zum ersten Schultag nach den Sommerferien waren die beiden neuen Aufzüge an den Gebäuden von Real- und Gesamtschule fertig. FOTO: Deckers
Stadt Kempen. Die geplante Rückkehr von G 8 zu G 9 könnte an den beiden Kempener Gymnasien dazu führen, dass es dort eng wird. Auch durch das geplante Baugebiet Kempen-West steigt der Raumbedarf an Schulen. Von Andreas Reiners

Ein Großprojekt beschäftigt seit geraumer Zeit die Kempener Stadtverwaltung. Sowohl Schulverwaltungsamt als auch Hochbauamt erhoffen sich von den beiden externen Architektur- und Planungsbüros wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung der weiterführenden Schulen in der Thomasstadt. Unter dem Stichwort "Schulcampus Kempen" sollen mit der Unterstützung der beauftragten Büros wegweisende Konzepte entstehen, die in den kommenden Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden. Wie berichtet, haben die Experten ihre Bestandsanalysen weitgehend abgeschlossen und Verwaltung und Politik erste Handlungsempfehlungen genannt. Dazu tagten vor der politischen Sommerpause der Schul- und der Bauausschuss in einer gemeinsamen Sitzung.

Als erstes konkretes Projekt wurden jetzt - pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres - die beiden neuen Aufzüge an den Gebäuden der Erich Kästner Realschule fertig gestellt, die auch von der Städtischen Gesamtschule genutzt werden. Um den Bau der Aufzüge hatte es verwaltungsintern Meinungsverschiedenheiten zwischen Schuldezernent Michael Klee und Baudezernent Stephan Kahl gegeben. Doch das ist Schnell von gestern. Fest steht: Die beiden neuen Aufzüge sorgen nun dafür, dass die beiden Schulgebäude barrierefrei sind, sowohl von gehbehinderten Schülern als auch Lehrern genutzt werden können. Die Stadtverwaltung sprach in diesem, Zusammenhang dieser Tage von einem "Kraftakt", der notwendig gewesen sei, den Fertigstellungstermin trotz voller Auftragsbücher und Betriebsferien der beauftragten Baufirmen einzuhalten. Die Fachfirma, die die Aufzugstechnik geliefert und eingebaut habe, habe verlängerte Arbeitsschichten bei der Montage vor Ort einlegen müssen, um das Bauprojekt fristgerecht abschließen zu können. Während nun im Außenbereich und im Gebäudeinneren noch Restarbeiten zu erledigen sind, blickt Schuldezernent Klee mittlerweile schon ein ganze Stück weiter nach vorn.

In den maroden Pavillons auf dem Gelände des Thomaeums wurde schon lange nicht mehr unterrichtet. Sie sind mittlerweile abgebaut. FOTO: Kaiser

Die von der neuen NRW-Landesregierung angekündigte Rückkehr zum Abitur an Gymnasien nach neun, statt acht Jahren, führt nämlich in vielen Kommunen dazu, dass künftig möglicherweise Räume an Gymnasien fehlen werden, um einen kompletten zusätzlichen Jahrgang zu unterrichten. In Kempen hatte die Stadt zuletzt marode Pavillonbauten - wie auf dem Gelände des Gymnasiums Thomaeum - abgebaut. "Auch mit Blick auf das geplante Neubaugebiet im Kempener Westen werden wir uns darauf einstellen müssen, in den nächsten Jahren mehr Platz an unseren Schulen bereit stellen zu müssen", erklärt Schuldezernent Klee im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Letzteres betrifft nicht nur die beiden Gymnasien oder die Gesamtschule, sondern auch die Grundschulen. Und auch die Frage, ob Kempen für das neue Baugebiet einen weiteren Kindergarten errichten muss, beschäftigt Dezernent Klee bereits. Denn auch die Kindergartenbedarfsplanung fällt in seinen Zuständigkeitsbereich.

Gebäudekapazität für die Kinder und Jugendlichen zu schaffen, ist das eine. Lehr- und Betreuungspersonal für den Nachwuchs zu finden, ist ein weiteres Problem, dass es dabei zu lösen gilt. Der Arbeitsmarkt ist in dieser Hinsicht seit Längerem wie leer gefegt.

Quelle: RP
 
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