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Stadt Kempen
Neue LED-Leuchten für die Sporthalle

Stadt Kempen: Neue LED-Leuchten für die Sporthalle
Die neuen Deckenleuchten mit energie- und kostensparender LED-Technik werden derzeit in der Sporthalle des Berufskollegs montiert. FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)
Stadt Kempen. Die große Halle des Rhein-Maas-Berufskollegs in Kempen wird derzeit renoviert. Nach den Sommerferien soll dort wieder Schul- und Vereinssport möglich sein. Als Notunterkunft für Flüchtlinge wird sie nicht mehr benötigt. Von Andreas Reiners

Mitarbeiter einer Elektrofirma montieren die neuen Deckenleuchten. Von einer Hebebühne aus, die bis hoch ins Hallendach gefahren wird, werden die Deckenfluter mit moderner LED-Technik am Dach der Sporthalle verankert. Die große Halle ist leer, nichts deutet mehr darauf hin, dass sie wochenlang als Herberge für in Deutschland gestrandete Flüchtlinge gedient hat.

Mitte September wurde die große Sporthalle des Kempener Berufskollegs sozusagen über Nacht in eine Notunterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge umgewandelt. Der Kreis Viersen als Eigentümer schaffte mit vielen Helfern den Kraftakt, um die Asyl suchenden Menschen, die das Land dem Kreis zuwies, einigermaßen menschenwürdig unterbringen zu können. Der Nachteil: Die Halle stand für den Schul- und Vereinssport nicht mehr zur Verfügung. Die Stadt Kempen erarbeitete in Abstimmung mit den betroffenen Vereinen Ersatzpläne für die Hallenbelegung in der Stadt. So mussten Sportler unter anderem verstärkt in die Turnhalle in St. Hubert ausweichen. Weil seit Anfang des Jahres der Flüchtlingsstrom nach Deutschland abgeebbt ist, teilte die Bezirksregierung Düsseldorf dem Kreis mit, die Halle als Notunterkunft nicht mehr zu benötigen. Seit Ende Februar dient sie daher offiziell nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft.

Gleichwohl ist die Halle noch nicht wieder freigegeben für den Schul- und Vereinssport. Das soll erst nach den Sommerferien der Fall sein. Hintergrund: Die sanitären Einrichtungen mussten zurückgebaut und teilweise saniert werden, wie Benedikt Giesbers, Pressereferent der Kreisverwaltung, auf Anfrage der Rheinischen Post mitteilte. Gerüchte, die Halle sei durch die Unterbringung der Flüchtlinge weit mehr als ursprünglich vermutet in Mitleidenschaft gezogen worden, stimmen nicht. "Insgesamt hat der Kreis Viersen die Sporthalle in einem ordentlichen Zustand vorgefunden", sagt Giesbers. Es seien nur Kleinigkeiten, die zu Bruch gegangen oder beschädigt worden seien. Laut Giesbers sind dies zum Beispiel einige Spiegel oder Toilettendeckel oder ein kleiner Teil des Prallschutzes an den Hallenwänden. Darüber hinaus mussten die provisorischen Einbauten wie spezielle Duschabtrennungen wieder entfernt werden. Das ist bereits geschehen.

Ebenso sind die Zelte, die einen halbwegs regen- und windsicheren Verbindungsgang von der Halle zur Cafeteria des Berufskollegs gebildet hatten, verschwunden. Rein äußerlich ist das Gelände am Berufskolleg wieder in dem Zustand, wie er vor besagtem September-Wochenende. In einem Raum der Cafeteria war die Essensausgabe für die Flüchtlinge untergebracht. Auch die ist inzwischen abgebaut und hat - bis auf einige Tische - keinen Schaden genommen. Das gesamte Gebäude der Cafeteria steht bereits seit März wieder für Schüler und Lehrer im gewohnten Umfang zur Verfügung. Der nachgesäte Rasen im Außenbereich ist mit Spannbändern gesperrt, er darf noch nicht betreten werden.

Zurück zur Sporthalle: Die ist - bis auf den Teppichboden, der während der Zeit des Provisoriums als Schutz auf dem Parkettboden ausgelegt war, - komplett leer geräumt. Nichts erinnert an die Flüchtlingsunterkunft. Die alte Deckenbeleuchtung ist abmontiert, die neuen Leuchteinheiten werden Stück für Stück befestigt. Die LED-Technik soll Energie- und Kosteneinsparungen bringen, genauso wie die neue Heizungs- und Belüftungsanlage, die demnächst eingebaut wird. "Diese Arbeiten standen ohnehin an, immerhin ist die Halle seit fast 40 Jahren in Betrieb. Die jetzige Sanierung ist nicht die Folge der Unterbringung der Flüchtlinge", betont Kreissprecher Giesbers. Die teilweise Modernisierung hatte der Kreis bereits geplant, bevor die Bezirksregierung mit ihrer Anfrage bezüglich der Flüchtlinge kam. Insofern waren auch die kalkulierten Kosten von 600.000 Euro bereits im Kreishaushalt vorgesehen und sind jetzt keine Sonderausgabe. "Es ist sinnvoll, nun alles - den Rückbau und die Sanierung - auf einmal zu machen, um die Halle nicht ein zweites Mal sperren zu müssen", so Giesbers.

Die Kosten für den Rückbau und die kleineren Reparaturen, die mit der Flüchtlingsunterkunft zu tun haben, trägt die Bezirksregierung. Giesbers: "Wir leiten die Handwerkerrechnungen nach Düsseldorf weiter. Das ist so abgesprochen."

Quelle: RP
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