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Stadt Kempen
Neues Stadtarchiv würde über eine Million kosten

Stadt Kempen: Neues Stadtarchiv würde über eine Million kosten
Das Kempener Stadtarchiv wird seit 1984 vom Kreisarchiv mitbetreut und befindet sich in der Kempener Burg. Ein neues Kreisarchiv soll bis Ende 2020 auf einem Grundstück am Ransberg in Dülken gebaut werden. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Bürgermeister Volker Rübo hat in der Ratssitzung eine entsprechende Anfrage der SPD beantwortet. Ausführlich soll die Zukunft des Kempener Archivs ab Ende Mai in der Politik diskutiert werden. Von Andreas Reiners

Nun liegen erstmals belastbare Zahlen auf dem Tisch: Ob sich die Stadt Kempen wieder ein eigenes Stadtarchiv leisten will, wenn das Kreisarchiv aus der Burg in den geplanten Neubau nach Dülken umgezogen ist, entscheidet die Politik noch vor der Sommerpause. Für die nächste Sitzung des Kulturausschusses am 30. Mai will Bürgermeister Volker Rübo eine umfassende Vorlage mit einer entsprechenden Beschlussempfehlung erarbeiten. Danach wird das Thema Zukunft des Kempener Stadtarchivs im Haupt- und Finanzausschuss am 13. Juni und im Stadtrat am 27. Juni weiter beraten und möglicherweise beschlossen.

Am Dienstagabend beantwortete Rübo allerdings schon einmal mündlich eine entsprechende Anfrage der SPD-Fraktion. Die hat sich - wie mehrfach berichtet - in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema "Stadtarchiv" beschäftigt, hat sich unter anderem in Dinslaken das dortige Archiv angesehen. Die Sozialdemokraten betonen die Wichtigkeit eines eigenen Archivs für die Thomasstadt.

Wie der Bürgermeister berichtete, hat sich die Stadt an den Kreis gewandt, um Auskünfte zum notwendigen Personal und zur Ausstattung eines eigenen Archivs zu bekommen. Außerdem hat der Kreis den Projektplaner Assmann-Gruppe, der auch die Kosten eines neuen Kreisarchivs in Dülken ermittelt hat, gebeten, Größe und Baukosten eines neuen Archivgebäudes für Kempen zu errechnen.

Das Ergebnis laut Bürgermeister Rübo: Ein Neubau, der eine Brutto-Nutzfläche von 535 Quadratmeter umfassen müsste, würde zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Euro kosten. Bei der kalkulierten Nutzfläche ist nach Angaben von Rübo berücksichtigt, dass in einem solchen Archiv auch Akten und andere Dokumente gelagert werden können, die in einem Zeitraum von 30 Jahren noch anfallen würden. In der Bausumme nicht enthalten sind Kosten für ein Grundstück, auf dem der Neubau entstehen könnte. Dafür gehen die Experten von einer Gesamtfläche von rund 1400 Quadratmeter aus - bei einem eingeschossigen Bau.

Auch die Kosten für den Unterhalt eines eigenen Stadtarchivs wurden mit Hilfe des Kreises ermittelt. Sie würden sich fürs nötige Personal sowie für Sach- und Betriebskosten auf jährlich etwa 185.000 Euro belaufen. Das sei, so Rübo, die "unterste Grenze" - ausgehend davon, dass die Stadt einen Archivar des gehobenen Dienstes, einen weiteren Archiv-Fachangestellten und mindestens eine halbe Stelle für die Betreuung des Magazins benötigen würde. Eine eigene Restauration-Werkstatt würde das Stadtarchiv nicht benötigen. Eventuell anfallende Restaurierungsarbeiten von Archivalien könnten extern vergeben werden, hatten Archivexperten empfohlen.

Die SPD wollte bei ihrer Anfrage auch wissen, ob der Stadt Kempen irgendwelche Kosten entstünden, wenn das Stadtarchiv weiterhin vom Kreisarchiv - dann aber in Dülken - betreut würde. Das ist nicht der Fall. Der 1984 von Stadt und Kreis geschlossene Vertrag, der die Betreuung des Kempener Archivgutes durch das Kreisarchiv regelt, behält seine Gültigkeit. Lediglich über die Kreisumlage müsste Kempen - wie bisher und wie es auch die übrigen kreisangehörigen Städte und Gemeinden ohne eigenes Stadtarchiv schon jetzt tun - das Kreisarchiv mitfinanzieren. Der jeweilige kommunale Anteil orientiert sich an der Einwohnerzahl der Stadt oder Gemeinde. Kempens Anteil belief sich 2016 auf rund 15.000 Euro.

Für Nutzer des in Dülken angesiedelten Kreisarchivs sollen - wie bisher - keine Kosten entstehen.

Quelle: RP
 
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