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Silvio Ciobota
New York - Hongkong - Kempen

Silvio Ciobota: New York - Hongkong - Kempen
Emil-Silvio Ciobota, Chef der "Neuen Ruhr Philharmonie Oberhausen" war Anfang Juli künstlerischer Leiter des Sommermusik-Festivals des Kempener Verkehrsvereins an der Burg. Jetzt zog er noch einmal Bilanz. FOTO: GEUB
Kempen. Dirigent und Orchesterleiter Emil-Silvio Ciobota ist ein viel beschäftigter Musiker. Seit seinem Auftritt in Kempen beim Sommermusik-Festival ist er fast einmal um die Welt geflogen.

In einem Interview blickt der 55 Jahre alte Chef der "Neuen Ruhr Philharmonie Oberhausen" noch einmal auf das Konzert in Kempen zurück. Mit neuem Programm "Pop meets Classic" möchte er gerne in zwei Jahren wieder auf der Burgwiese dabei sein.

Sie sehen gut in Form und braun gebrannt aus. Waren Sie im Sommer in Urlaub?

Emil-Silvio Ciobota (lacht!) Ja, ich habe es tatsächlich geschafft, eine Woche mit meiner Frau in Südfrankreich an der Côte d'Azur auszuspannen. Davor bin ich aber nach dem Konzert in Kempen einmal um die ganze Welt gereist. Ich war in Hongkong bei einem Meisterkursus an der dortigen Musikhochschule. Von da bin ich nach New York geflogen, um Konzerte im Oktober in der Carnegie Hall vorzubereiten. Und hier laufen bereits die Planungen für eine Konzertreise mit dem Orchester 2016 in Asien.

Bei Ihrem Konzert "Eine Nacht in Venedig" herrschten in Kempen tropische Temperaturen mit fast 40 Grad. Wie haben Sie und Ihre Musiker die Hitze auf der Bühne erlebt?

Ciobota Bei den Proben gegen 16 und 17 Uhr war es schon extrem heiß. Als das Konzert abends um 20.30 Uhr anfing, wehte dann glücklicherweise ein angenehmer Wind. Wir hatten kurz überlegt, ob wir den Dresscode wegen der Hitze leicht ändern, aber das mussten wir dann nicht. Vor zwei Jahren war der Wind bei dem Konzert hingegen ein echtes Problem. Er wehte uns immer wieder die Notenblätter weg. Bei einem Open-Air-Konzert in Florida vor Jahren drohten durch extrem hohe Luftfeuchtigkeit die teuren Instrumente Schaden zu nehmen. Mit so etwas hatten wir hier aber nicht zu kämpfen.

War an diesem Abend auch die größere Bühne hilfreich, die allen mehr Platz und Luft bot?

Ciobota Von der größeren Bühne haben wir sicher profitiert, wobei man sagen muss, dass alles bei dem Festival perfekt organisiert war. Vom Catering, Kaffee und Kuchen bis zum Musikerzelt als Rückzugort. Das war noch ein Stückchen besser als 2013. Wir konnten uns alle sehr entspannt auf den Konzertabend vorbereiten. Durch meine vielen Konzerte kann ich mir da schon ein Urteil erlauben. In Kempen hat alles auf den Punkt gestimmt.

Wie zufrieden waren Sie mit der Vorstellung der Solisten. Mit einer Sängerin hatten Sie ja noch nie zusammen auf der Bühne gestanden?

Ciobota Wir hatten vor dem Konzert nur zwei Proben mit der Mezzosopranistin Irene Molinari, mit der ich zum ersten Mal zusammengearbeitet habe. Sie hat einen großartigen Job gemacht. Bei kurzen Proben erkennt man die hohe Professionalität der Künstler. Ohne diese bekommt man eine solche Leistung auf so einem Level nicht hin. Mit Andrea Hoerkens hatte ich schon 2005 am Tanzbrunnen in Köln einen Auftritt. Mit ihrem großen Stimmvolumen hat sie das Publikum begeistert. Ebenso Casanova, der sich mit seiner charmanten Art und große Stimme wieder der Publikumsliebling war. Übrigens haben Irene Molinari und Alice Marini, die leider für Kempen gesundheitlich absagen musste, jetzt zusammen auf einer Bühne gestanden - in Verona bei "Romeo und Julia".

Hatten Sie nach dem Konzert noch Zeit, die sommerliche Atmosphäre des Festivals zu genießen?

Ciobota Wir waren nach dem Konzert noch im Künstlerbereich und haben uns mit besonderen Gästen und Freunden ausgetauscht. Es war ein toller Sommerabend und es ging recht lange bis 1.30 Uhr. Auch der Bürgermeister von Oberhausen, Klaus Wehling, war dabei. An diesem Abend hat wirklich alles gestimmt: das Ambiente und die Location waren wunderbar!

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Sind Sie nach den schönen Erfolgen von 2013 und 2015 auch 2017 mit ihrem Orchester wieder in Kempen dabei?

Ciobota Das müssen Sie die Organisatoren vom Verkehrsverein fragen. Von uns aus machen wir sehr gerne weiter. Wir arbeiten mit unserem Orchester gerade auch an einem neuen, interessanten Musik-Projekt, das den Arbeitstitel "Pop meets Klassik" trägt. Dabei werden Welthits aus der Popmusik, etwa von Michael Jackson, klassisch interpretiert. Vielleicht wäre das ja was für das kommende Festival in zwei Jahren in Kempen.

DAS INTERVIEW FÜHRTE ULI GEUB.

Quelle: RP
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