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Kreis Viersen
Niersverband investiert auch in Personal

Kreis Viersen: Niersverband investiert auch in Personal
Die Niers bei Neersen. FOTO: wolfgang kaiser
Kreis Viersen. Damit spart er sogar Geld, weil Fremdvergaben teurer sind. In den nächsten Jahren wird viel Geld für Technik ausgegeben, die die Ausgaben für Energie verringern. Sorge bereiten dem Verband Pläne des Landes zur Klärtechnik. Von Jürgen Karsten

Der Niersverband wird in den nächsten zehn Jahren mehr als 300 Millionen Euro in seine Technik und in Energieeinsparungen investieren. Er setzt damit Maßnahmen fort, für die er bereits im laufenden Jahr viel Geld ausgegeben hat. Damit senkte er vor allem die Energiekosten und setzte gleichzeitig vermehrt eigenes Personal ein. Sorge bereitet dem in Viersen ansässigen Verband, dass für die Klärtechnik eine vierte Reinigungsstufe vorgeschrieben wird. Das erhöht den Aufwand erheblich und wird die Beiträge der Mitglieder hochtreiben.

Besonders stolz ist der Vorstand des Niersverbandes, Prof. Dr.-Ing. Dietmar Schitthelm, auf die Einsparungen: So kann durch den Austausch von "Belüftertellern" auf der großen Kläranlage in Mönchengladbach-Neuwerk der Energiebedarf um 360.000 Euro pro Jahr gesenkt werden. Die neue Belüftung verbessert außerdem den Eintrag von Sauerstoff ins Abwasser. Insgesamt hat der Niersverband die Energiekosten in diesem Jahr um rund 2,5 Millionen Euro gesenkt. Eingesetzt werden neben Blockheizkraftwerken kleine Windenergieanlagen.

Seine Ausgaben verringert der Niersverband auch, indem er weniger Aufträge an Dritte vergibt und vieles selbst macht. Dafür wurde zusätzliches Personal eingestellt. Aufgaben des Masterplans setzen eigens zu diesem Zweck ausgebildete Wasserbauer um. Sie bringen eine hohe Arbeitsqualität mit und verringern den Aufwand für Ingenieurleistungen erheblich. Das Personal könne darüber hinaus bei Notfällen, wie bei Hochwasser, eingesetzt werden, betonte Schitthelm. Er war von der Verbandsversammlung gebeten worden darzulegen, ob sich die Personalmaßnahmen wirklich rechneten.

Mit Sorge schaut er auf Pläne der Landesregierung zum Ausbau der Kläranlagen. Eine vierte Reinigungsstufe soll Stoffe reduzieren, die in der Oberflächengewässerverordnung nicht verbindlich geregelt sind. Die Landesvorgaben seien mit dem Vorsorgeprinzip begründet und zielten darauf ab, möglichst unbelastetes Oberflächenwasser für eine später eventuell stattfindende Trinkwasserbereitstellung zu fördern. Über die Wirkung sogenannten Spurenstoffe auf die Gewässerbiologie, betonte Schitthelm, bestünden aber bisher keine ausreichenden Kenntnisse. Es sei fraglich, ob die vierte Reinigungsstufe eine Verbesserung der biologischen Parameter für den guten ökologischen Zustand erreiche. Die Kosten seien zum jetzigen Zeitpunkt unverhältnismäßig. Im Übrigen sollte das vom Bundesumweltministerium für die nächsten drei Jahre geplante Gesamtkonzept aus Gründen gleichartiger Kostenbelastung für alle Bundesbürger abgewartet werden. Der Niersverband erwartet rechtsverbindliche Vorgaben vom Land. Hinsichtlich künftiger Gebühren wartet wohl noch jede Menge Konfliktpotenzial. Die Verbandsversammlung verabschiedete den Wirtschaftsplan mit 155 Millionen Euro im Volumen. Der Beitrag steigt um 1,91 Prozent.

Dr. Ulrich Otto, Abteilungsleiter Abwasser, berichtete zu Beginn über Projekte im Gesamtumfang von mehr als 20 Millionen Euro, die in diesem Jahr begonnen oder abgeschlossen wurden. Dazu gehörte mit 6,8 Millionen Euro die Aufgabe von drei Kläranlagen. Süchteln wird zur Kläranlage Neuwerk entwässert. Zur Steuerung des Wasserzuflusses werden technische Anlagen in Höhe von 10,3 Millionen Euro errichtet.

Quelle: RP
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