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Gemeinde Grefrath
Oedter Heimatverein war mit dem Fahrrad unterwegs

Gemeinde Grefrath. Mit dem Fahrrad unterwegs waren jetzt Mitglieder des Oedter Heimatvereins. Alfred Knorr und Heinrich Lennackers aus Mülhausen erzählten dabei viel Wissenswertes über die Geschichte der Niers. Die beiden Autoren des Aufsatzes "Niersübergänge zwischen Oedt, Grefrath und Süchteln" aus dem Heimatbuch des Kreises Viersen 2015 kennen den Fluss ganz genau und berichteten unter anderem, dass er vor Jahrhunderten eine Landesgrenze zwischen dem Herzogtum Geldern mit Grefrath und Kur-Köln (mit Oedt und Mülhausen) war.

Vor der Begradigung der Niers von 1926 bis 1928 gab es vom Oedter Süden bis zur Neersdommer Mühle 19 Übergänge - acht Fahrbrücken, fünf Fußgängerbrücken, vier Stege und zwei Eisenbahnbrücken. Heute gibt es noch zehn Übergänge. Um diese allesamt zu erleben, radelten die über 50 Teilnehmer 22 Kilometer durch die Niersgemeinde.

Es war die 26. Auflage der Radwanderungen des Oedter Heimatvereins in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Krefeld-Kreis Viersen. Immer wieder wunderten sich die Teilnehmer, wie viel Knorr und Lennackers über die Niers und ihre Brücken, aber auch über die Menschen, die hier lebten, wussten. Fünf Brücken gab es früher allein im Bereich des Klosters und der Schule. Bei der Überfahrt von Mülhausen nach Oedt wurde Zoll erhoben, später auch an der heutigen Niersbrücke der alten B 509. Die erste bekannte Straßenbrücke auf dem Weg von Mülhausen nach Grefrath wurde 1835 für 638 Taler ausgeschrieben. Sie war nur 9,4 Meter lang und 5,5 Meter breit und diente 43 Jahre dem Straßenverkehr. Die neuen Brücken nach der Begradigung der Niers hatten nur 17 Jahre Bestand, denn am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden sie mit 46 weiteren Niersbrücken gesprengt.

Knorr erinnerte bei der Radtour an den Komponisten Johannes Brahms, der 1897 gestorben ist. Er hat mehrfach die längst abgerissene Ausflugsgaststätte Drinkhof auf dem Gelände des Klosters besucht und hat dort musiziert und gesungen. Er ließ sich von Krefeld mit der Kutsche nach Mülhausen fahren. Als 1872 die Eisenbahnlinie Kempen-Kaldenkirchen fertiggestellt wurde, fuhr Brahms mit dem Zug. Aber da Mülhausen noch keinen Bahnhof besaß, musste er bis Grefrath fahren und dann zu Fuß nach Mülhausen gehen. Beim abschließenden Quiz gab es keine Fehler, so gut hatten die Radler aufgepasst. Sechs Rundflüge wurden verlost, neben weiteren Sachpreisen, darunter neue Wanderstöcke des Oedter Heimatvereins.

(mab)
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