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Stadt Kempen
Ohne Bingo geht bei den Senioren nichts

Stadt Kempen: Ohne Bingo geht bei den Senioren nichts
Der Berger Treff ist stets gut besucht. In der der Regel kommen aber nur Frauen, die würden sich über Männerbesuch sehr freuen. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Der offene Seniorenkreis im Berger Treff erfreut sich großer Beliebtheit. Einmal in der Woche treffen sich die Senioren zum Klönen, Kaffeetrinken und Spielen. Männer sind momentan nicht dabei, aber durchaus willkommen. Von Bianca Treffer

Größere oder kleinere Kuchenstücke gibt es nicht. Dafür sorgt Magdalen Hegger in der Küche des katholischen Pfarrheims mit dem Tortentrenner. Vorsichtig drückt sie das Hilfsmittel für gleichgroße Kuchenstücke auf die Schokoladentorte, um danach mit dem Messer die Stücke zu schneiden. "Eigentlich ist fast immer alles von uns Ehrenamtlern selbst gebacken, aber ab und zu, wenn die Zeit knapp wird, gibt es auch mal einen gekauften Kuchen", erzählt Hegger.

Das trifft in diesem Fall auf die Schokovariante zu, aber der ebenfalls auf der Küchentheke stehende gebackene Käsekuchen stammt dafür aus dem heimischen Backofen. Seit nunmehr acht Jahren gibt es den Nachmittag mit Kaffee und Kuchen jeweils dienstags im Pfarrheim in Tönisberg. Dort findet nämlich der offene Seniorenkreis im Berger Treff statt. Es handelt sich um ein Angebot, dass allen Senioren offen steht und das dank dem Einsatz von einem zehnköpfigen Ehrenamtler-Team möglich ist, wobei jeweils zwei gemeinsam dabei sind.

Als die Stadt Kempen seinerzeit die Idee hatte, ein solches Angebot im Berger Treff zu installieren, fanden sich direkt engagierte Tönisbergerinnen, die die Idee in die Tat umsetzten. Cornelia Maike und Rita Ulschmid gehören seit der Gründung zum Team und knüpften seinerzeit die Kontakte. "Es macht einfach Spaß, mit den Senioren zu arbeiten", sagt Maike. Und man erfahre dadurch immer zuverlässig, was im Dorf los sei, fügt Ulschmid lächelnd an. Neben dem Klönen und dem gemütlichen Kaffeetrinken stehen bei den Nachmittagen die Gesellschaftsspiele hoch im Kurs. "Bingo ist der Renner, das gehört immer dazu", sagt Edeltraud Müller, die seit zwei Jahren zum Team gehört. Beim Bingo wird das Sparschweinchen des Seniorentreffs gefüllt denn es kommen minimale Geldeinsätze zum Tragen. Mit dem angesparten Geld wird das Jahresabschlussessen finanziert. Traditionell stehen halbe Hähnchen auf der Speisekarte.

Bei den Nachmittagen wird auch kräftig gesungen. Ab und zu bringt Besucherin Grete Bergers sogar ihre Ziehharmonika mit und sorgt für musikalische Untermalung. "Früher sind wir auch mal einen Nachmittag lang weggefahren. Solche Ausflüge sind aber derzeit nicht gewünscht, und danach richten wir uns", sagt Maike. Dafür standen schon Buchlesungen und Mundart-Nachmittage auf dem Programm. Die Polizei referierte zur Einbruchsicherung, und es gab Vorträge zum Thema Patientenverfügung. Fest zum Terminplan gehören der Karnevalsnachmittag mit hauseigenen Büttenreden sowie die Advents-, Nikolaus- und Weihnachtsfeiern.

Im großen Gruppenraum, wo die Ehrenamtler inzwischen den Tisch gedeckt und liebevoll mit bunten Keramikschmetterlingen und Blumen sowie weiterem Gebäck bestückt haben, ist es mittlerweile voll geworden. Die ersten zehn Frauen sind eingetrudelt. Herzliche Begrüßungen samt Austausch von Neuigkeiten machen die Runde. "Aktuell gehört kein Mann zur Runde. Anscheinend trauen sie sich nicht", sagt Rita Ulschmid mit einem Augenzwinkern. Gabi Spetzius ist indes mit der Kaffeekanne unterwegs und schenkt den Seniorinnen die erste Tasse Kaffee ein, während die nächsten beiden Besucherinnen hereinkommen.

Bei Käse- und Schokoladenkuchen reißen die Gespräche nicht ab. "Den Dienstagmittag halte ich mir immer frei. Das Treffen hier ist einfach nur schön. Jeder weiß etwas zu erzählen und oft quatschen wir auch über früher", berichtet Bergers.

Maria Weschter gefällt es ebenfalls sehr gut. "Ich besuche den Treff seit drei Jahren. Damals haben mich Bekannte mitgenommen und darüber bin ich heute noch froh", meint die Seniorin.

Quelle: RP
 
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