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Stadt Kempen
Percussion: Virtuosität und Perfektion

Stadt Kempen: Percussion: Virtuosität und Perfektion
Die Besucher in der Paterskirche waren vom Konzert begeistert und geizten nicht mit Applaus. FOTO: Norbert prümen
Stadt Kempen. Das "International Splash Percussion Orchestra" gastierte in der Paterskirche. Es handelt sich um einen kulturellen Austausch mit dem Goethe-Institut. Die Musiker hatten viel Spaß beim Konzert. Von Heide Oehmen

Das Interesse der Musikfreunde an Percussion-Präsentationen scheint enorm zu sein - bei der Vorstellung der Ergebnisse einer Arbeitsphase ausgewählter junger brasilianischer, südkoreanischer und deutscher Schlagzeuger war das Kulturforum Franziskanerkloster so gut besucht, dass die Programmblätter zur Mangelware wurden.

Im Rahmen eines interkulturellen Austausches des Goethe-Institutes gastierten in den letzten Jahren junge deutsche Talente von "Splash Percussion NRW" in Sao Paulo und in Seoul. In diesem Jahr waren elf der seinerzeitigen Gastgeber - unterstützt vom Auswärtigen Amt, dem Goethe-Institut sowie den NRW-Institutionen Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Landesmusikrat und Kunststiftung - nach Deutschland eingeladen und studierten gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen unter der Leitung internationaler Dozenten und den Künstlerischen Leitern Prof. Stephan Froleyks (Münster), Ralf Holtschneider (Viersen), Prof. Eliana Sulpicio (Sao Paulo) und Prof. Jae Keun Ryu (Seoul) ein anspruchsvolles Programm ein, das auch drei Uraufführungen enthielt.

"Schlagzeugkompositionen erzählen Geschichten" erläuterte Ralf Holtschneider in seiner Einführung, und das taten die optimal vorbereiteten und mustergültig miteinander harmonierenden Schlagzeugtalente in vielfältigen Interpretationsvarianten. Koreanisch inspiriert mutete die erste vorgestellte Uraufführung an - "Rolling Grolling" von Hannah Hanbiel Choi (geboren1982). - "Wie Tagebuchskizzen" möge der Hörer sein Werk "Stücke und Gesten" betrachten, erklärte Stephan Froleyks (1962), der bei der Uraufführung seines nicht leicht nachvollziehbaren Opus das Ensemble leitete.

"Tell me a story - erzähl' mir eine Geschichte" hieß es bei David Friedman (1944), worauf sich das Publikum dank der erstklassigen, unterhaltsam jazzenden Vibraphonisten gerne einließ. Brasilianisch, Farben -und abwechslungsreich wurde es, als "Cauiza" von Paulo Costa Lima (1954) unter dem Jubel der Zuhörer seine Erstaufführung erlebte.

Hervorgehoben sei eine der allesamt erstklassigen Vibraphonistinnen, die ihre Kunst hingebungsvoll dem "Last dance - dem letzten Tanz" von Kato Daiki (1987) lieh. Ob in kleineren Formationen oder in voller Besetzung - immer begeisterten die Brillanz, die ausgefeilte Technik, das makellose Miteinander und die Freude an der Musik, die die Gäste vermittelten.

Zur Zugabe nach dem jubelnden Applaus stellten sich die 16 Musiker in eine Reihe und hatten sichtlich Spaß daran, ihr enthusiasmiertes Auditorium mit Klatschen, den Rhythmus vorgebendem Schlagwerk und mit fast akrobatischen, minutiös abgestimmten Bewegungen so richtig aufzumischen.

Ganz anders wird es am Samstag, 14. September. 21 Uhr, bei der "Nachtmusik" sein, für die Organisator Peter Landmann, der seine Abonnenten ob ihrer Offenheit für jegliche gute Musik ausdrücklich lobte, noch einmal warb. "Eine Nacht mit Martin Luther" heißt es dann. Franz Vitzthum, der bereits im Januar 2016 mit seinem Edel-Countertenor überzeugte, wird - begleitet vom Lautenisten Julian Behr - überwiegend alte Gesänge (auch von Martin Luther) vortragen. Ute Gremmel-Geuchen wird eine Auftragskomposition für die König-Orgel von Thomas Blomenkamp (1955) aus der Taufe heben. Karten: 02152 917-264.

Quelle: RP
 
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