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Stadt Kempen
Peter Kunz: "Das Denkmal hat noch eine Chance bekommen"

Stadt Kempen. Der Förderverein zum Erhalt der Tönisberger Zechengebäude will in den kommenden Monaten ausloten, wie ein Naturschutzzentrum zu realisieren ist. Von Andreas Reiners

Das hätte es vor Monaten wohl nicht gegeben. Damals waren die Fronten zwischen dem Förderverein zum Erhalt der Zechenanlagen auf dem Wartsberg und der Kempener Stadtverwaltung verhärtet. Nach dem jüngsten Spitzengespräch im Kempener Rathaus Mitte Dezember kommt Lob aus dem Munde vom Fördervereinsvorsitzenden Peter Kunz für Bürgermeister Volker Rübo. "Er hat sich bei dem Treffen als Fürsprecher für unser Vorhaben eingesetzt. Das war toll", sagt Kunz im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Am 17. Dezember wurde im Kempener Rathaus bei einem Gespräch mehrerer beteiligter Behörden und dem Eigentümer der ehemaligen Schachtanlage, der Ruhrkohle AG (RAG), beschlossen, die Abrisspläne zunächst noch einmal für ein Jahr zurückzustellen. Die RAG hatte bis dahin darauf gedrängt, den Zechenturm und die Nebengebäude abreißen zu können. Eine entsprechende Abrissgenehmigung der Stadt lag der RAG vor. Zur Erinnerung: Seit dem vergangenen Frühjahr sind die Zechengebäude nach einem entsprechende Erlass von NRW-Bauminister Michael Groschek als Denkmal in die Denkmalliste der Stadt Kempen eingetragen. Ein Abriss wäre auch nach der Unterschutzstellung durchaus möglich gewesen, wenn die RAG darauf bestanden hätte. Weil in Ausnahmefällen auch der Abriss eines Denkmals möglich ist, wenn dem Eigentümer eine wirtschaftliche Unterhaltung des Gebäudes nicht möglich oder nicht zuzumuten ist. Aber auch die RAG hat beim Gespräch in Kempen schließlich eingelenkt. Die oberste Denkmalpflegerin im Rheinland, Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke, hatte noch einmal eindringlich auf die Besonderheiten der Anlage auf dem Wartsberg als westlichstem Markstein des Ruhrbergbaus hingewiesen.

Die Stadt Kempen braucht ebenfalls Zeit, um Alternativen auszuloten, wenn die Firma Naue ihren Standort auf dem Zechengelände - wie angekündigt - im Jahr 2017 aufgibt. Aus Düsseldorf gibt es eindeutige Signale der Bezirksregierung, dass der Standort für Gewerbe erhalten bleiben kann. Die Vorgaben der Kempener Politik sind nach einem CDU-Vorstoß eindeutig.

Der Zechen-Förderverein und der Naturschutzbund Nabu werden ihr Vorhaben, ein Naturschutzzentrum auf dem Wartsberg einzurichten, weiter verfolgen. Die NRW-Stiftung könnte sich finanziell daran beteiligen, ein Förderantrag soll dort demnächst gestellt werden. Außerdem hat die RAG zugesagt, die möglichen Abrisskosten für alle Gebäude zu kalkulieren. Das Geld, das die RAG beim Erhalt spart, könnte ebenfalls in das Naturschutzprojekt fließen.

Quelle: RP
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