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Stadt Kempen
Politik will neues Zentrum in jedem Fall

Stadt Kempen: Politik will neues Zentrum in jedem Fall
Die Politik stärkt Kempens Sozialdezernent Michael Klee den Rücken: Der Sozialausschuss sprach sich dafür aus, das Bauvorhaben an der ehemaligen Johannes-Hubertus-Schule notfalls ohne Landesförderung zu realisieren. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Im Sozialausschuss gab es klare Signale für die Fortführung der Quartiersentwicklung in St. Hubert. Die Politik beschloss, das Projekt notfalls ohne Landesmittel umzusetzen. Das Sozialprojekt im Hagelkreuz soll fortgesetzt werden. Von Silvia Ruf-Stanley

Sehr klare Worte fanden die Mitglieder des Ausschusses für Soziales und Senioren am Donnerstagabend: Quer durch alle Fraktionen zog sich der Vorwurf an den Technischen Beigeordneten Stephan Kahl sowie das Hochbauamt, dass das bereits Anfang 2016 beschlossene Konzept zum Umbau der ehemaligen Johannes-Hubertus-Schule in St. Hubert in ein Begegnungs- und Integrationszentrum immer noch nicht vorangekommen ist. Ganz deutlich wurde auch die Kritik, dass Bürgermeister Volker Rübo hier seine Verwaltung nicht im Griff habe.

Für das Projekt gibt es - wie bereits mehrfach berichtet - Fördergelder von der Bezirksregierung, die bereits im März 2016 bewilligt wurden. Dabei handelt es sich immerhin um eine Summe von mehr als 370.000 Euro für den Umbau des ehemaligen Schulhauses sowie die begleitende Quartiersentwicklung. Kempens Sozialdezernent Michael Klee musste dem Ausschuss jedoch erneut berichten, dass sich bislang im Hinblick auf die bauliche Sanierung des Gebäudes noch nicht viel getan habe. So ruht die Weiterentwicklung derzeit. Der von der Stadt beauftragte externe Architekt hat seine Pläne fast fertiggestellt. Zu klären sei jedoch noch der Brandschutz, so Klee. Erst wenn das Gebäude in einem entsprechenden Zustand sei, kann es weiter an die Umsetzung des Quartierskonzeptes gehen. Alles andere habe keinen Sinn, so Klee. Daher habe er sozusagen die Pausentaste gedrückt. Denn werden die Fördergelder nicht bis Ende 2018 abgerufen, verfallen sie und die Stadt muss sogar gegebenenfalls bereits gezahlte Gelder zurückzahlen.

Alle Politiker im Ausschuss lobten das Engagement von Klee, immer wieder Fördergelder für solche Projekte aufzutun. Daher wäre die Verschleppung der erforderlichen Bauarbeiten erst recht ärgerlich, zumal dies nicht das einzige Projekt ist, das nicht vorankommt.

Auf Vorschlag von Günter Solecki (Linke) wurde die Ausschussvorlage des Dezernenten einstimmig abgeändert. Der Sozialausschuss nahm nicht nur den Bericht zur Kenntnis, sondern beschloss, die Verwaltung zu beauftragen, sowohl den Plan für den Umbau der ehemaligen St. Huberter Schule als auch die Quartiersentwicklung eventuell auch unabhängig von Fördermitteln umzusetzen.

Positiv beurteilten sowohl Verwaltung als auch Politik dagegen die Quartiersentwicklung im Hagelkreuz. Quartiersentwickler Ingo Beer hatte einen umfangreichen Bericht über die verschiedenen Aktivitäten vorgelegt. Bis Ende November 2018 gibt es dafür noch Fördergelder vom Land. Aufgrund des Erfolges ist an eine Fortführung des Projektes gedacht. Beer berichtete, dass weitere Förderung beantragt sei. Klee ergänzte, dass er hier einen positiven Bescheid erwartet. Anfang des kommenden Jahres werden sich die Ausschussmitglieder mit der Verwaltung zu Workshops treffen, um sowohl gemeinsam Bilanz zu ziehen als auch eine Weiterentwicklung zu besprechen. Dies könnte dann Mitte des nächsten Jahres im Rat beschlossen werden.

Allerdings gab es auch einen klaren Mängelpunkt: Denn das von der Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft für den Kreis Viersen (GWG) vorgeschlagene Modellprojekt des Anbaus einer Aufzugs an einem Hochhaus in der Hammarskjöldstraße sei immer noch nicht umgesetzt, so Ausschussvorsitzender Willi Stenhorst (CDU), der auch Vorsitzender des Bürgervereins Hagelkreuz ist. Nicht nur angesichts der demografischen Entwicklung im Viertel, sondern auch für die vielen Familien, die hier wohnen, sollte dieses Vorhaben beispielhaft für barrierefreies Wohnen im alten Bestand realisiert werden. Im Rahmen der Planungen sollten auch die Badezimmer entsprechend geändert werden. Hans-Joachim Herbst (CDU) forderte von der Stadt, hier den Druck auf die GWG zu erhöhen. Allerdings kam auch die Forderung aus den Parteien, dass bei all diesen Maßnahmen der Wohnraum im Viertel im Sinne der sozialen Verträglichkeit bezahlbar bleiben müsse. Dem schloss sich Dezernent Klee an. Keine Gegenliebe fand dagegen der Vorschlag von Monika Schütz-Madré (Grüne), eine eigene Kempener gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft zu gründen.

Quelle: RP
 
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