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Kreis Viersen
Polizei-Großeinsatz gegen Einbrecher

Kreis Viersen: Polizei-Großeinsatz gegen Einbrecher
Polizeibeamte kontrollierten unter anderem an der Gladbacher Straße in Viersen zahlreiche Autofahrer und ihre Fahrzeuge. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Kreis Viersen. Eine Einsatzhundertschaft kontrollierte an mehreren Standorten im Kreis Viersen rund 360 Fahrzeuge und 460 Personen. Von Martin Röse

"Einmal Sonnenbrille ausziehen, einmal Kofferraum aufmachen, die Papiere bitte!" Als Paul Merk jetzt die Straßensperre auf der Gladbacher Straße in Viersen wahrnahm, dachte er zunächst, dass in der Nähe ein Terrorangriff stattgefunden habe. "Ich komme von der Arbeit, bin auf dem Weg zum Friseur, will gleich noch zu meiner Oma, die in Viersen wohnt", erklärte der 33-Jährige. Lächelnd überreichte ihm Polizeioberkommissar Daniel Veldboer von der Einsatzhundertschaft Mönchengladbach nach einem Blick ins Fahrzeug seine Papiere zurück. "Alles in Ordnung." Bei jedem Zehnten der insgesamt 460 Kontrollierten konnten die Beamten das nicht behaupten: Sie fertigten in 45 Fällen Ordnungswidrigkeitsanzeigen und erhoben Verwarngelder - weil Autofahrer während der Fahrt ihr Smartphone nutzten, nicht angeschnallt waren oder beispielsweise ein Kind im Fußraum des Beifahrers transportierten (weil auf dem Rücksitz das Kinderfahrrad festgeschnallt war). Bei Veldboer, selbst Familienvater, konnten sie kein Verständnis erwarten. "Wir wollen mit der Großaktion Präsenz zeigen, um potenzielle Straftäter abzuschrecken und Erkenntnisse gewinnen, wer sich im Kreisgebiet aufhält und gegebenenfalls vorhat, Straftaten zu begehen", erklärte Polizeisprecherin Antje Heymanns. "So kann es gelingen, Einbrecher und Taschendiebe zu verunsichern und wertvolle Hinweise für spätere Ermittlungen zu erlangen."

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei im Kreis Viersen mit 907 Fällen einen neuen Höchststand an Einbrüchen und Einbruchsversuchen. Bei der jetzigen Kontrollaktion wurden kreisweit rund 360 Fahrzeuge überprüft. Viele Autofahrer reagierten mit Verständnis auf die Kontrollen. Ein Rollerfahrer in Willich nicht. Der 19-jährige Viersener versuchte, sich der Kontrolle durch Flucht zu entziehen. Nach einer Verfolgungsfahrt gelang es der Polizei, den Rollerfahrer durch einen quergestellten Streifenwagen an der Weiterfahrt zu hindern. Der Roller und ein Streifenwagen wurden dabei beschädigt. Grund für die Flucht: Der Fahrer hatte keinen gültigen Führerschein, sein Roller war nicht versichert. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet. Auch ein 34-jähriger Schwalmtaler ohne Versicherungsschutz für sein Fahrzeug und ein Mann, in dessen Auto Marihuana gefunden wurde, müssen mit einer Anzeige rechnen.

Quelle: RP
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