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Stadt Kempen
Poller sollen die Autos fernhalten

Stadt Kempen. Für die Kirchengemeinde ist es ein Ärgernis, wenn der Platz rund um St. Marien ständig zugeparkt ist. Die Stadt will Abhilfe schaffen. Von Silvia Ruf-Stanley

Den Wenigsten ist es bewusst, Schilder werden nicht beachtet, aber der Kirchplatz rund um St. Marien ist kein Parkplatz. Es gab eine Polleranlage, die das unberechtigte Parken dort verhindern sollte. Nun ist diese aber seit Jahren defekt und der Platz wird stets zugeparkt. Mittlerweile ist das ein Ärgernis für die Kirchengemeinde, die Eigentümerin des Platzes ist.

Jetzt hat die Kirchengemeinde gemeinsam mit der Stadtverwaltung beschlossen, eine modernere Polleranlage zu errichten. Am Donnerstagabend stellten Propst Dr. Thomas Eicker, Dr. Hans-Peter Fitzen vom Kirchenvorstand und Torsten Schröder vom Tiefbauamt in einer Bürgerversammlung im Rathaus die Planungen den Anliegern vor.

Fitzen hatte sich tief in die Archive eingearbeitet. Wenigen ist bewusst, dass der Kirchplatz auch einmal Friedhof war. Die Anwohner besaßen laut einer Urkunde das Recht, mit ihren Fuhrwerken Zugang zu ihren Anwesen zu haben. Aber das Abstellen und Stehenlassen von Fuhrwerken war ausdrücklich untersagt. Eigentlich die gleiche Regelung, die bis heute gilt, so Fitzen. Dabei sollte der Platz rund um das Thomas-Denkmal eigentlich ein Ruhepol im geschäftigen Altstadtleben sein, sagte Fitzen. Lediglich zu Gottesdienstzeiten oder bei besonderen Veranstaltungen in der Kirche ist das Parken gestattet.

Tiefbauamtsleiter Schröder erläuterte die Technik der geplanten Polleranlage. Zwei äußere Poller begrenzen den Fahrweg, damit Autos nicht zu nahe an die Gebäude kommen. Zwei weitere sind hydraulisch versenkbar. Die Poller sind aus anthrazitfarben gehaltenen Edelstahl. Wie an Ampeln sind zur Sicherheit im Boden Induktionsschleifen eingelassen, damit die mittleren Poller nicht hoch gehen, wenn sich noch ein Auto in der Fahrspur befindet. An einem Poller signalisiert eine kleine Ampel, dass der Poller herunter fährt und man nun den Platz verlassen kann. Geplant ist, dass die Anlieger gegen einen Kostendeckungsbeitrag von 15 Euro eine auf ihren Wagen zugelassene Chipkarte bekommen. In der Diskussion ergab sich, dass noch geprüft werden muss, ob es weitere Karten gibt, wenn ein Haushalt mehr als ein Auto besitzt. Rettungsfahrzeuge besitzen wie in der ganzen Stadt üblich eine Sonderkarte. Gehbehinderte Menschen können einen Funkempfänger beantragen. Zu Gottesdienstzeiten oder Veranstaltungen wird die Anlage von der Gemeinde bedient.

Es gab dann doch noch einige Fragen. Was etwa ist mit Handwerkern oder Lieferanten? Be- und Entladen bleiben weiterhin erlaubt, aber nicht das Stehenbleiben auf dem Platz, so Fitzen. In einem Mustervertrag zur Chipkarte schreibt die Gemeinde ganz deutlich, dass künftig Fahrzeuge, die dort unerlaubt stehen, abgeschleppt werden. Um Missverständnissen vorzubeugen, fügte Schröder noch hinzu, dass es eine kleine Fläche vor dem Rathaus gibt, die der Stadt gehört. Sie ist den Dienstwagen der Kommune vorbehalten.

Quelle: RP
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