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Kempen
Praxisnah studieren zahlt sich aus

Kempen: Praxisnah studieren zahlt sich aus
Ein anwendungsnahes Studium zahlt sich später im Beruf aus: Chemie-Studierende in einem Labor der Hochschule Niederrhein. FOTO: Ulla Anne Giesen
Kempen. Eine Studie hat ergeben: Absolventen von Hochschulen für angewandte Wissenschaften gelingt der Übergang in den Beruf besser als Universitäts-Studenten. Und sie verdienen in den ersten Berufsjahren auch deutlich mehr. Von Lisa Schmitz

viersen Gute Berufsvorbereitung? Gute Job-Angebote? Gutes Einkommen? Wer schneidet besser ab - Absolventen von Hochschulen oder von Universitäten? Das Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hat dazu bundesweit über 16.000 Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen gefragt. Das Ergebnis in einer Zusammenfassung:

Wer an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften studiert, wird besser auf den Beruf vorbereitet. 36 Prozent der Bachelor-Absolventen an einer FH bewerteten diesen Aspekt als gut oder sehr gut. Die Verknüpfung von Theorie und Praxis bewerteten 61 Prozent als gut oder sehr gut. Bei den Master-Absolventen steigen die Zahlen noch (45 und 70 Prozent), während sie bei den Uni-Absolventen sowohl im Bachelor (17 und 32 Prozent) als auch im Master (23 und 35 Prozent) etwa halb so hoch sind. Auffallend ist, dass die Aktualität des Praxisbezugs an Fachhochschulen von 65 Prozent der Absolventen positiv bewertet wurde, an Unis nur von 44 Prozent. Dazu kommt: FH-Absolventen bezeichneten den Kontakt zu den Lehrenden öfter als gut oder sehr gut (80 Prozent) als ihre Kommilitonen von der Universität (58 Prozent). Die Note mangelhaft vergaben dagegen 17 Prozent der Uni-Absolventen und nur sechs Prozent der FH-Absolventen.

Was halten die Unternehmen von den jungen Bachelor-Absolventen? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Studie legt nahe, dass das zweistufige Bachelor- / Master-System an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften besser funktioniert, dort gehen mehr Bachelor-Absolventen in den Beruf. Dagegen nehmen 44 Prozent ein Masterstudium auf, an den Universitäten sind es 82 Prozent. 34 Prozent der FH-Absolventen hatten nach dem Bachelor ein gutes Job-Angebot, 62 Prozent wollten Berufserfahrung sammeln. An der Uni sagten das nur 16 beziehungsweise neun Prozent. FH-Absolventen kommen eher über Praktika während des Studiums zu ihrer späteren Stelle (36 Prozent) als Uni-Absolventen (26 Prozent).

Wer an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften studiert hat, verdient in seiner ersten Tätigkeit mehr als sein Pendant an einer Universität. Das Brutto-Jahreseinkommen von FH-Absolventen mit Bachelor-Abschluss liegt bei 35.100 Euro gegenüber 30.200 Euro von Uni-Absolventen. Bei den Master-Absolventen bleibt die Schere weit geöffnet: FH-Master-Absolventen verdienen im Schnitt 40.200 Euro, Uni-Absolventen 38.500 Euro. Außerdem sind FH-Absolventen eher unbefristet angestellt (54 Prozent der Bachelor, 60 Prozent der Master-Absolventen) als Uni-Absolventen (32 Prozent der Bachelor, 23 Prozent der Master-Absolventen).

Für die Studie des DZHW wurden Absolventen des Prüfungsjahrgangs 2013 zu ihrem Studienverlauf und Rückblick auf das Studium, zu weiteren Werdegängen und Berufserfolg befragt. Die komplette Studie gibt es unter: www.dzhw.eu/pdf/pub_fh/fh-201601.pdf

Quelle: RP
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