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Stadt Kempen
Preise für Kempener mit literarischer Ader

Stadt Kempen: Preise für Kempener mit literarischer Ader
Hans-Jürgen van der Gieth vom Buch Verlag Kempen (vorne links) mit den Juroren und den diesjährigen Preisträgern in vier Kategorien. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Die Literatur dürfe sich vom Terror nicht einschüchtern lassen, sagte Hans-Jürgen van der Gieth bei der Verleihung der Literaturpreise. In vier Kategorien wurden Preise vergeben. Von Silvia Ruf-Stanley

Im fünften Jahr seines Bestehens ist der Kempener Literaturwettbewerb ein fester Bestandteil des Kulturlebens geworden. Das stellte Hans-Jürgen van der Gieth vom Buch Verlag Kempen bei der Preisverleihung zufrieden fest. Gemeinsam mit der Stadt Kempen wird dieser Wettbewerb seit 2007 im zweijährigen Rhythmus ausgeschrieben. Im Vorfeld der Veranstaltung habe man sich angesichts der Geschehnisse in Paris überlegt, ob es Sinn mache, über Literatur zu sprechen, so van der Gieth. Aber man dürfe sich nicht einschüchtern lassen. Die Ereignisse werden auch auf die Literatur Einfluss nehmen, war er sich sicher. Wie er überhaupt in letzter Zeit wieder eine zunehmende Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Ereignissen in der Literatur feststellte.

In vier Kategorien wurden die Preise vergeben. Das war keine leichte Aufgabe für die 13 Juroren. Eingereicht werden konnten Prosatexte von Kindern zwischen elf und 13 Jahren sowie Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren. Für Erwachsene gab es die Gebiete Prosa und Lyrik, wobei man auch Texte für beide Kategorien einreichen durfte.

Axel Küppers ehrte die jungen Autoren. Er meinte, die eingereichten Texte widersprächen dem oft gehegten Vorurteil, es stünde schlimm um die heutige Jugend.. Vielmehr zeigten schon die jungen Autoren Auseinandersetzung mit der Welt, und dies in ganz unterschiedlicher Weise. Da fragt sich zum Beispiel die Gewinnerin bei den Elf - bis 13-Jährigen, Nadine Holland, in "Prediction", ob einem das Schicksal vorbestimmt ist oder man dem entgehen kann. Lea Hartmann, Gewinnerin bei den Jugendlichen, stellt dem Jubel des Weltmeisterschaftsendspiels in Brasilien eine dramatische Mordgeschichte an einem Straßenjungen in den Favelas entgegen. Alle Texte zusammen seien ein "Akkord, der über Kempen hinaus geht", so Küppers.

Gewinnerin bei der Prosa von Erwachsenen ist Dorothée Koch. Sie, die schon 2013 einen zweiten Preis in dieser Kategorie gewann, erzählt "von erschreckender Gewalt und verletzten Gefühlen, von Hass und Freundschaft", wie es Laudator Gert Udtke zusammenfasste. Alle Texte, so Udtke, hätten sich mit menschlichen Beziehungen auseinander gesetzt. Eine Welt, die Leser kennen würden, aber die in den Texten neu erlebt werden kann. Sandy Willems-van der Gieth freute sich, die Laudatio in ihrer Lieblingskategorie Lyrik halten zu dürfen. Lyrik erscheine manchen oft als schwierig, weil sie sich nicht jedem sofort erschließt. Man solle sich überraschen lassen, sich berühren lassen von der Wirkung der Worte, meinte sie. Das konnte man auch wirklich zum Beispiel bei der Erstplatzierten Anna Fröhling. Sie spielt in ihrem Gedicht "unversehens" wunderbar mit der Sprache. Ein Liebesgedicht voller Schalk. Aus dem Gedicht "Staub" der Drittplatzierten Sigune Schnabel stammt übrigens auch der Titel der Anthologie mit ausgewählten Texten aller eingereichten Beiträge: "Lass uns Kristalle pflücken". Dies passt genau, kann man doch in diesem Buch viele Text- und Wortkristalle finden.

Den passenden Rahmen zu diesem langen Literaturabend bildete die zarte Harfenmusik von Tom Daun. Damit waren Ruhepausen geschaffen, so dass man noch ein klein wenig den vorher gehörten Texten nachhängen konnte.

Quelle: RP
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