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Stadt Kempen
Prinz Rainer I. und sein Gefolge erobern das Kempener Rathaus

Stadt Kempen. "Ich gebe doch mein letztes Hemd für die Bürger", tönt die Stimme von Volker Rübo aus der ersten Etage des Kempener Rathauses. "Ach, deswegen hast du einen Feuerwehrrock an. Wohl alles auf Pump, was?", kontert Heinz Börsch von der Bühne auf dem Buttermarkt. Hunderte von Besuchern amüsieren sich prächtig beim Schlagabtausch zwischen dem Kempener Bürgermeister und dem KKV-Präsidenten.

Rübo, der sich mit Hans Ferber und Otto Birkmann im zur Feuerwache mutiertem Rathaus verbarrikadiert hat, grinst unter seinem Helm in Richtung Bühne. Doch das Geplänkel findet eine kurze Unterbrechung. Mit Trommelwirbel vorneweg ziehen nämlich die Garden und Karnevalsgesellschaften samt der großen Kanone von Weiß-Blau Kamperlings ein. Mitten unter ihnen Prinz Rainer I. und seine Lieblichkeit Prinzessin Angelika I., die mit Begeisterungsrufen begrüßt werden. "Kapituliere, gib das Rathaus frei. Wir bieten dir auch ein schönes Exil in St. Hubert an. Dort kannst du den Rest deines Lebens in Ruhe verbringen", ist es nun Prinz Rainer I., der den verbalen Angriff auf das Rathaus fortsetzt. Dafür hat Rübo nur ein müdes Lächeln übrig. "Ob eine Übernahme tatsächlich so erstrebenswert ist? Hier gibt es viele Brände zu löschen. Feier lieber 365 Tage in dem tollen Zelt auf dem Buttermarkt und mach Kempen zu einem Wallfahrtsort des Karnevals, das bringt Millionen in die Stadtkasse", schlägt Rübo stattdessen vor.

Zudem verweist der Bürgermeister darauf, dass er Prinz Rainer I. extra eine Bühne für die Huldigungen auf den Buttermarkt gesetzt hat und das Rathaus ansonsten gar keinen Balkon hat. Doch mit all dem kann er Rainer I. nicht beeindrucken. "Blumige Worte", lautet dessen Kommentar. Auch dass die Feuerwehr und die Highlander auf Seiten Rübos stehen, überzeugt ihn nicht. "Frank-Heiner, überleg dir gut, was du tust. Das von Volker versprochene rote Auto ist doch von Matchbox oder Lego", warnt der Prinz. Beim Publikum kullern die Lachtränchen, als Rübo ein lautes "Franz-Heiner, du bleibst hier", vom offenen Fenster herab donnert.

Doch Franz-Heiner Jansen, Leiter der Feuerwehr Kempen, macht keine Anschalten, die Seiten zu wechseln. Vielmehr ermuntert er seine Männer, die ineinander verhakt vor dem Rathauseingang stehen, Gegenwehr zu leisten. Und die ist auch nötig, denn Rainer I. hat zur ersten Welle des Frohsinns aufgerufen. Unter dem Konfettiregen aus der Kanone stürmen die Kamperlingser mit Kochlöffel und Schöpfkelle auf die Feuerwehr zu. Doch die hält den Angriff mühelos aus. Die Funkenartillerie kommt zur Verstärkung dazu, als Rübo den Vorschlag eines Dreigestirns aus Propst, Prinz und ihm macht und vom gemütlichen Bierchentrinken redet. So etwas kommt bei Prinz Rainer I. nicht gut an.

Doch Rübo rüstet auf. Zwischen den Feuerwehrmännern tauchen die ersten Highlander auf. "Es ist beängstigend, was hier vor sich geht. Das KKV steht wie die Feldherrn auf der Bühne und lässt die kleinen Leute sich bekriegen", kommentiert Birkmann das Ganze. Das bringt ihm ein "Otto, du bist ne Hüppersche. Ich bin enttäuscht von dir. Komm auf die gute Seite" von Rainer I. ein. Die Angriffswellen rollen. Die Artillerie schleppt Feuerwehrmänner einfach weg, auch wenn die Highlander dagegen halten.

Rübo muss sich geschlagen geben, zumal die Feuerwehr die Seiten wechselt. "Der Prinz hat mir vier Wagen geboten", erklärt Jansen seinen Seitenwechsel und lässt die Drehleiter mit lautem Tatü-Ta-Ta anrücken. Die Garden stürmen das Rathaus durchs Treppenhaus, aber Prinz Rainer I. steigt in den Korb der Drehleiter. Es geht in die luftige Höhe der ersten Etage, wo der Prinz unter Begeisterungsrufen der Besucher durchs Fenster einsteigt. Die weiße Fahne und ein Friedensküsschen von Rübo für den Prinzen lassen alle lachen. "Feiert nun mit uns gemeinsam Karneval", lädt Rainer I. alle ein und gibt damit den Startschuss für eine fröhliche Feier auf dem Buttermarkt und für den Zug.

(tref)
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