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Stadt Kempen
Qual der Wahl beim Weihnachtsbaum

Stadt Kempen: Qual der Wahl beim Weihnachtsbaum
Andreas Cohrs (l.) kümmert sich auf dem Gut Heimendahl um die Aufzucht der Weihnachtsbäume. Gutsherr Hannes von Heimendahl sagt, dass der Trend dahin gehe, den Baum früh auszusuchen. FOTO: wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Das Geschäft mit den Weihnachtsbäume ist bereits angelaufen. In den Tannenschonungen des Guts Heimendahl haben die ersten Kunden ihren Baum bereits markiert. Am meisten gefragt sind Nordmanntannen. Von Bianca Treffer

In der großen Tannenbaumschonung auf Gut Heimendahl hat das rot-weiße Flatterband samt Namensschild Einzug gehalten und ziert die ersten der Bäume. "Anfang Oktober ging es in diesem Jahr los. Die ersten Kunden kamen in den Hofladen und fragten an, ob sie schon in die Schonung gehen und sich einen Weihnachtsbaum aussuchen könnten", sagt Hannes von Heimendahl.

Der Trend, seinen Baum früh auszusuchen ist im Kommen. "Wichtig ist nur, dass die Kunden ihn so gut wie möglich markieren, dass sie ihn später auch wiederfinden. Eine individuelle, deutlich erkennbare Markierung, möglichst hoch angebracht, ist von Vorteil", gibt der Gutsherr als Tipp mit auf den Weg. Doch egal, wann ein Weihnachtsbaum ausgesucht wird, der Gang durch die Schonung kann dauern. Aussuchen ist nämlich nicht einfach.

Die Entscheidung, welche Tanne im Wohnzimmer stehen soll und prachtvoll geschmückt wird, braucht Zeit. Meist kommt die ganze Familie und begutachtet Bäume von allen Seiten, bevor die Entscheidung fällt, welcher es denn nun werden soll. Das dauert manchmal Stunden und kann auch zu richtigen Diskussionen führen. Was dem einen gefällt, muss dem anderen noch lange nicht recht sein. Wie groß soll er sein? Dicht begrünt oder hoch und schlank?. "Bäume zwischen 1,50 und 2,25 Meter sind am meisten gefragt", weiß von Heimendahl aus seiner langjährigen Erfahrung.

Seit über 40 Jahren gehört der Weihnachtsbaumanbau zu den Angeboten des Gutshofes. Waren es zunächst Blaufichten und serbische Fichten, so änderte sich das Bild im Laufe der Jahre. Die Nordmanntannen wurden immer stärker gefragt. Ihre weichen Nadeln, die weniger piksen und die Tatsache, dass sie sich einfach besser halten, machten sie zum Weihnachtsbaum Nummer eins. Heute baut von Heimendahl auf drei bis vier Hektar Fläche fast nur noch die beliebten Nordmänner an. Lediglich auf einem kleinen Part der Anbaufläche stehen Blaufichten und Serbische Fichten. Wobei die Fichten schneller wachsen als die Nordmanntannen.

In Sachen Pflege der Kulturen setzt von Heimendahl auf seine Schafe. Sie halten das Gras zischen den Tannen kurz. "Bevor es jetzt richtig mit dem Aussuchen der Weihnachtsbäume an den Adventstagen losgeht, schicken wir die Schafe nochmals durch die Schonung. Dann ist das Gras schön kurz. Trotzdem empfehle ich, immer Gummistiefel anzuziehen", sagt von Heimendahl. Pflegeschnitte bei den Tannen vermeidet der Gutsherr. Er lässt die Bäume so wachsen, wie die Natur es vorgibt. Spritzmittel in Form von Pestiziden und Dünger gibt es in seinen Schonungen ebenfalls nicht. "Insekten fühlen sich hier das ganze Jahr wohl, und bei den Tannen, gerade den größeren, kann es auch passieren, dass der Kunde mal ein verlassenes Vogelnest in ihnen entdeckt", erzählt von Heimendahl.

Ab dem ersten Advent ist ein Mitarbeiter in den Schonungen direkt vor Ort. Zudem können die Kunden auf Gebäck und Glühwein zurückgreifen, wenn sie auf Weihnachtsbaumtour gehen. Wer seinen Baum ausgesucht hat und ihn selber schlagen möchte, kann das nach Absprache auf Gut Heimendahl ebenfalls machen. Ansonsten erledigen das die Mitarbeiter. "Wir haben ab dem ersten Advent auf dem Hof auch frisch geschlagene Bäume stehen. Schließlich mag und kann nicht jeder in die Schonung gehen. Hier kann ein Weihnachtsbaum genauso in Ruhe ausgesucht werden, wie in unserem Wald", bemerkt von Heimendahl.

Quelle: RP
 
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